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DigitalisierungGEW-Studie: Schulen für digitale Welt schlecht aufgestellt

Für die Bildung in der digitalen Welt sind die Schulen in Deutschland schlecht aufgestellt. Ihren Auftrag, Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorzubereiten, können sie nur unzureichend erfüllen.

24.09.2018

Generell sehen die Lehrerinnen und Lehrer einen dringenden Modernisierungs- und Sanierungsbedarf an den Schulen. Das geht aus einer repräsentativen Mitgliederbefragung der Bildungsgewerkschaft GEW hervor. 

82 Prozent der befragten GEW-Mitglieder mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig bzw. wichtig an. 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung zusätzlicher Gelder dafür höchste bzw. hohe Priorität haben muss.

Obwohl es sich um bundesweite Ergebnisse handelt, hegt die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke keine Zweifel, dass sich die Resultate auf Schleswig-Holstein übertragen lassen. „Die bisherigen Bemühungen der Politik, Schulen an die digitale Entwicklung anzukoppeln, strotzen vor Erfolglosigkeit. Bund, Land und Kommunen müssen sich endlich auf substanzielle Verbesserungen an den Schulen verständigen. Um sich nicht in unterschiedlichen Kompetenzen zu verheddern, halten wir eine nationale Bildungsstrategie für notwendig“,  sagte die Gewerkschafterin am Montag, 24. September 2018 in Kiel.

Offensichtlich sei es, dass die bundesweit vorgesehenen fünf Milliarden Euro aus dem Digitalpakt und die im Koalitionsvertrag für die Schulsanierung vorgesehenen 3,5 Milliarden bei weitem nicht ausreichten. So bezifferte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Sanierungsstau an Schulen in Deutschland auf 47,7 Milliarden Euro. Grob geschätzt dürfte das für Schleswig-Holstein einer Summe von mehr als 1,5 Milliarden Euro entsprechen. 

Als drängendste Anforderungen benannten die Lehrkräfte in der Umfrage: technische Wartung und Betreuung der digitalen Ausstattung (94 Prozent), die Bereitstellung von Hardware für die Lehrkräfte (90 Prozent) und die Lernenden (84 Prozent) sowie eine umfassende Fortbildung (85 Prozent). Auch der Infrastruktur, der Verfügbarkeit (87 Prozent) und Leistungsfähigkeit (89 Prozent) eines W-LAN-Netzes, messen die Lehrerinnen und Lehrer hohe Bedeutung bei. Die Lehrerinnen und Lehrer setzen zudem darauf, dass der Staat bei der Digitalisierung die Verantwortung behält und nicht großen Medienkonzernen Tür und Tor öffnet (85 Prozent). Den Datenschutz halten 89 Prozent der Befragten für sehr wichtig bzw. wichtig.


Info:
Im Sommer sind 15.000 GEW-Mitglieder zur „Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen“ befragt worden. Die Rücklaufquote lag bei knapp 20 Prozent. Die Ergebnisse der Studie sind für die Mitglieder der Bildungsgewerkschaft repräsentativ. Die Untersuchung liefert beispielsweise auch Daten für Kitas und Hochschulen. Die Agentur „Mauss Research“ hat die Untersuchung erstellt.

Wenn im Text nicht anders angegeben ziehen die genannten Prozentzahlen die Antworten der Befragten der Kategorien „sehr wichtig“ und „wichtig“ zusammen. Die Daten sind den Übersichtstabellen für die Tätigkeitsbereiche entnommen.

Die Studie finden Sie auf der GEW-Website unter: www.gew.de/Studie-Gebaeude

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