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Schleswig-Holstein: Oben auf der Landkarte, unten bei den Bildungsausgaben

14.12.2017

Auf der Landkarte ist Schleswig-Holstein in Deutschland ganz oben. Ganz anders bei den Bildungsausgaben. Da liegt das nördlichste Bundesland ganz unten. Das belegt der neueste Bildungsfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes.

Ausgaben weit unter dem Bundesdurchschnitt
Schleswig-Holstein lässt sich danach die Ausbildung einer Schülerin oder eines Schülers an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen durchschnittlich 5.800 Euro pro Jahr (2014) kosten. Das sind 900 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt, der 6.700 Euro beträgt. Thüringen, Spitzenreiter unter den Flächenländern, gibt sogar 8.300 Euro pro Schülerin/Schüler aus. 2.500 Euro mehr als Schleswig-Holstein!

Rote Laterne auch bei den Personalausgaben
Bei den Personalausgaben sieht es nicht besser aus. Hier hält Schleswig-Holstein mit 4.800 Euro die Rote Laterne (Bundesdurchschnitt: 5.500 Euro). An der Spitze steht Thüringen mit 7.200 Euro. Selbst Nordrhein-Westfalen, jahrelang gemeinsames Schlusslicht mit Schleswig-Holstein, konnte sich jetzt absetzen. Das größte Bundesland gibt 5.100 Euro pro Schüler/Schülerin pro Jahr aus.

Schleswig-Holstein investiert zu wenig in Bildung
„Die Zahlen sind absolut deprimierend. Deutschland investiert schon weniger in Bildung als die meisten europäischen Länder. Und innerhalb Deutschlands bleibt Schleswig-Holstein Jahr für Jahr wie festgeklebt auf dem letzten Platz. Zwar ist Geld nicht alles, trotzdem ist klar: Die unzureichende finanzielle Ausstattung erschwert Schülerinnen und Schülern den Bildungserfolg. Bei Lehrerinnen und Lehrern führt sie zu einer zu hohen Arbeitsbelastung“, kommentierte Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Bildungsgewerkschaft GEW, am Donnerstag, 14.12.2017 in Kiel die neuesten Zahlen aus Wiesbaden. Trotz einiger positiver Ansätze reichten die im Landeshaushalt für das Jahr 2018 bereit gestellten Mittel für die Bildung bei weitem nicht aus, um Schleswig-Holstein den anderen Bundesländern bei den Bildungsausgaben wirkungsvoll näher zu bringen. 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 14.12.2017

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