GEW Schleswig-Holstein
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Frühkindliche BildungGEW für Bundesqualitätsgesetz – Harsche Kritik an Landesregierung

Im Bund fordert die GEW gemeinsam mit anderen Verbänden ein Bundesqualitätsgesetz für Kindertageseinrichtungen. In Schleswig-Holstein kritisiert sie die Landesregierung, weil JAMAIKA die Arbeitsbedingungen in den Kitas außer Acht lässt.

25.10.2021

Die Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) – Bundesverband haben sich heute (25. Oktober 2021) in Berlin gemeinsam für ein Bundesqualitätsgesetzes für Kindertageseinrichtungen ausgesprochen. Um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu verbessern, soll das Vorhaben in den Koalitionsvertrag für die neue Bundesregierung aufgenommen werden.
„Das ist eine wichtige Initiative. Verbindliche Standards auf der Basis wissenschaftlich begründeter Empfehlungen und eine dauerhafte Unterstützung des Bundes für die frühkindliche Bildung würden auch bei uns zu besseren Rahmenbedingungen in den Kitas führen“, begrüßte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke die Initiative. „Leider ändert das aber kurzfristig nichts am Versagen der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Deren Kita-Gesetz bringt nämlich für die Beschäftigten statt der versprochenen Verbesserungen vielerorts sogar Verschlechterungen.“
Aus Sicht der Landesregierung sollte das Kita-Gesetz auch die Qualität in den Kitas steigern und das sozialpädagogische Personal entlasten. „Heute erleben wir in den Kitas das glatte Gegenteil: Fachkräfte fehlen an allen Ecken und Kanten. Verfügungszeiten und Leitungsfreistellungen werden vielerorts auf das gesetzliche Mindestmaß zurückgefahren. Gruppen sind zu groß“, so Astrid Henke. „Der Druck auf die sozialpädagogischen Fachkräfte steigt, ebenso der Krankenstand. Deshalb brauchen wir dringend eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.“
Vor diesem Hintergrund erscheint es der GEW-Landesvorsitzenden völlig unangebracht, dass die Landesregierung jetzt Eltern und Kommunen finanziell entlasten will. „Was nützen niedrige Beiträge, wenn die Qualität nicht stimmt und am Ende die Stellen nicht besetzt sind. Erst müssen die Arbeitsbedingungen besser werden. Danach halten auch wir es für sinnvoll, die Elternbeiträge zu reduzieren.“