GEW Schleswig-Holstein
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Verwendung der BildungsmilliardeGEW-Forderungen zum Schuljahr 2021/22

Die GEW fordert für die Verwendung der Mittel aus den Bildungsmilliarden einen ganzheitlichen Ansatz. Es darf nicht nur um Lernlücken gehen. Wir müssen jetzt den sozialen und psychischen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendlichen begegnen.

15.06.2021

Die GEW Schleswig-Holstein hat ein umfassendes Forderungsprogramm für das neue Schuljahr auf ihrem Landeshauptausschuss mit folgenden Punkten beschlossen:

  • Die Kitas benötigen dafür mehr Ressourcen und Personal für die individuelle Förderung der Kinder.
  • Dabei müssen insbesondere die Arbeit der Heilpädagog*innen und Programme zu Sprachförderung gestärkt werden.
  • Die Schulen brauchen zusätzliche Mittel für soziales Lernen, Gemeinschaftsprojekte und gezielte Förderangebote. Dieses wird für parallele und zusätzliche Lernangebote benötigt. Gestärkt werden sollte umgehend (ggf. befristet) das erfolgreiche Projekt „Niemanden zurücklassen“.
  • Wir fordern die Zuweisung zusätzlicher Lehrkräfteplanstellen an alle Schulen, um zusätzliche Förderung einzuplanen und um Klassenlehrkräften Zeit für pädagogische Arbeit und koordinierende Arbeit zur Verfügung zu stellen.
  • Das erforderliche zusätzliche Personal an den Schulen soll in erster Linie aus Lehrkräften Vertretungslehrkräften oder Unterstützungskräften sowie sozialpädagogischen Fachkräften bestehen, die je nach pädagogischer Aufgabe und Konzept eingesetzt werden können. Außerschulische Bildungsanbieter, Künstler*innen, … können in den Ganztag eingebunden werden. Förderangebote müssen mit dem Unterricht personell und inhaltlich vernetzt sein.
  • Die Verteilung der Ressourcen für Schulen und Kitas muss unter Berücksichtigung der Sozialstruktur des Standortes bzw. eines Sozialindexes erfolgen.
  • Werden außerschulische Anbieter einbezogen, sind für die Kooperation Fördervereinbarungen zu treffen und Kooperationszeiten für alle Beteiligten vorzusehen.
  • Für die Grundschulen fordern wir die Erhöhung der Stellen für Schulassistenz, um den Übergang Kita / Grundschule zu stärken.
  • Die Stellen für den Bereich DaZ sind zu erhalten und auszubauen. Gerade für diese Schüler*innen sind zusätzliche, in den Unterricht ein- und angebundene Angebote bereit zu stellen.
  • Wir fordern die Ausrichtung sonderpädagogischer Diagnostik v.a. im kommenden Jahr auf Förderdiagnostik. Es darf nicht durch Feststellungsdiagnostik zu einer voreiligen Zuschreibung sonderpädagogischen Förderbedarfs kommen. Sonderpädagogische Förderung muss auch unabhängig von Feststellungsdiagnostik möglich sein. Ggf. muss eine Überprüfung im kommenden Jahr erfolgen.
  • Die Schulsozialarbeit muss ausgebaut und gestärkt werden. Dabei ist auf gute Arbeitsbedingungen, personelle Kontinuität und attraktive Arbeitsbedingungen zu achten.
  • Die GEW fordert das Land auf, kurzfristig die Kosten für das Coaching bzgl. der Berufsorientierung der 8. und 9. Klassen aus den zur Verfügung stehenden Mitteln zu übernehmen. Der Wegfall des Coachings durch Änderung des Handlungskonzeptes ist gerade anlässlich der Probleme in der Berufsorientierung während der Pandemie nicht vertretbar.
  • Die GEW fordert zudem einen Ausbau der Jugendberufsagenturen und weiterer Beratungs- und Unterstützungssysteme um Schüler*innen im Übergang Schule – Beruf und in der Berufsorientierung zu unterstützen.
  • Für Jugendliche in der Ausbildung sind ausbildungsbegleitende Hilfen auszubauen.
  • Die GEW unterstützt ganzheitliche Bildungsangebote in den Ferien, Sommerschulen, Bildungsfreizeiten mit lokalen Netzwerken, außerschulischen Anbieter und Freiberufler*innen
  • Wir fordern die Fortsetzung und den Ausbau des PerspektivSchulprogramms. Ein umfassendes Programm für Schulen mit besonderen Herausforderungen ist erforderlich. Es muss ausgebaut und verstetigt werden. Die Evaluation des Programms muss die Pandemiesituation berücksichtigen.
  • Lehrkräfte und Schüler*innen sind umgehend mit digitalen Lehr- und Lernmittel auszustatten, Support und Administration sind datenschutzkonform zu gewährleisten. Einzubeziehen sind dabei Diagnoseinstrumente sowie Lernprogramme.
  • Auch in Kitas muss in Digitalisierung investiert werden. Vielen Kitas fehlt es bisher an digitalerInfrastruktur und an Endgeräten für die Einrichtungen.