GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen https://www.gew-sh.de GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen de-DE GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen Wed, 17 Jul 2019 13:15:20 +0200 Wed, 17 Jul 2019 13:15:20 +0200 TYPO3 EXT:news news-17043 Thu, 13 Jun 2019 14:42:39 +0200 GEW-Protestaktion vor dem Landeshaus https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-protestaktion-vor-dem-landeshaus/ Mit einem über 200 Meter langen Kalender protestierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag, 13.06.2019 unter dem Motto "A 13 – Jetzt! Und nicht erst in 2.241 Tagen" vor dem Landeshaus in Kiel. Schule GEW Gute Arbeit TV-L Beamte Presse Schleswig-Holstein news-16965 Thu, 06 Jun 2019 09:47:20 +0200 „Frist ist Frust – Zukunftsvertrag für Dauerstellen nutzen!“ https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/frist-ist-frust-zukunftsvertrag-fuer-dauerstellen-nutzen/ Die GEW hat die Politik zur Nachbesserung des im Mai ausgehandelten „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ aufgefordert. Wir brauchen eine verbindliche Verpflichtung, dass mit dem Geld in Zukunft unbefristete Stellen finanziert werden. Wissenschaft Bildung weiter denken Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein news-16959 Wed, 05 Jun 2019 15:41:35 +0200 GEW fordert Schwerpunkt auf bessere Ausstattung für Kindertagesstätten https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fordert-schwerpunkt-auf-bessere-ausstattung-fuer-kindertagesstaetten/ Die GEW begrüßt im Entwurf des neuen Kita-Gesetzes die Festschreibung der zweiten Fachkraft pro Kita-Gruppe. Für die Verbesserung der Qualität und Arbeitsbedingungen liefert der Entwurf aber insgesamt zu wenig. Kita Bildung weiter denken Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein news-16692 Thu, 09 May 2019 15:54:06 +0200 Pflichtstunden runter, Entlastungen rauf https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/pflichtstunden-runter-entlastungen-rauf/ 5.300 Menschen unterstützen eine Petition der schleswig-holsteinischen GEW-Landesvorsitzenden Astrid Henke zur Absenkung der Pflichtstunden von Lehrerinnen und Lehrern. Der Petitionsausschuss des Landtages muss sich jetzt mit dem Thema befassen. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zu viel
„Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zu viel. Die Zahl ihrer Pflichtstunden ist zu hoch. Sie arbeiten am späten Abend, am Wochenende und an Feiertagen. Aber auch Lautstärke in den Klassen, hoher Zeitdruck und Zusatzbelastungen durch eine immer heterogenere Schülerschaft beanspruchen sie über alle Maßen. Mit der Petition haben wir das Thema „Senkung der Pflichtstunden“ in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die breite Unterstützung zeigt, dass es dort hingehört. Es ist Zeit für mehr Zeit. Pflichtstunden runter! Entlastungen rauf!“, forderte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 9. Mai 2019 auf der Landespressekonferenz in Kiel.  

Bildungsministerin will zu hohe Pflichtstundenzahl weiterhin festschreiben
Kritisch setzte sie sich mit der Politik von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) auseinander: „Die Bildungsministerin lässt Fakten zur Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern erheben, tut aber nichts. Schlimmer noch: Ohne mit der Wimper zu zucken, will sie die Pflichtstundenverordnung verlängern, wohlwissend, dass sie damit die viel zu hohe Belastung der Lehrerinnen und Lehrer für die kommenden fünf Jahre festschreibt.“

Arbeit in der Schule darf nicht krank machen
Die Statuserhebung des Bildungsministeriums zur Lehrkräftegesundheit hatte gezeigt: Die Lehrkräfte leiden unter enormen Belastungen. Etwa die Hälfte von ihnen beurteilte die eigene Arbeitsfähigkeit nur als schlecht oder mäßig. Astrid Henke: „So geht das nicht weiter. Arbeit in der Schule darf doch nicht krank machen. Die Bildungsministerin muss hier mit Entlastungsmaßnahmen gegensteuern, nicht die zu hohe Pflichtstundenzahl beibehalten.“

Konkret fordert die GEW von der Landesregierung:
- Reduzierung der Pflichtstundenzahl in allen Schularten
- Erhöhung der Ausgleichsstunden und Einführung von Entlastungsstunden zum Beispiel für
  Klassenlehrkräfte und Korrekturzeiten
- Schluss mit ständiger Mehrarbeit
- Keine zusätzlichen Aufgaben ohne Ausgleich

Außerunterrichtliche Tätigkeiten massiv angestiegen
Die GEW-Landesvorsitzende zeigte auf, wie sehr sich die Rahmenbedingungen in den Schulen in den vergangenen Jahren verändert hätten. „Unterricht macht ein Drittel aus. Der Anteil der außerunterrichtlichen Tätigkeiten von Lehrkräften ist massiv gestiegen. Dazu zählen beispielsweise Elterngespräche. Für unterrichtsnahe Lehrarbeit, wie zum Beispiel Vor- und Nachbereitung sowie Korrekturen verbleibt dadurch nur noch ein Drittel. Trotzdem kommen weiterhin mehr Aufgaben hinzu. Die Politik tut aber nichts, damit Lehrkräfte ihre Aufgaben auch erledigen können. Die Unterrichtsverpflichtung wurde nicht entsprechend reduziert.“

Qualität des Unterrichts leidet
Unter dieser Entwicklung leide nicht nur die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Qualität des Unterrichts, so Astrid Henke. Die gegenwärtigen Lern- und Arbeitsbedingungen in der Schule machten es für sie immer schwerer, gut zu unterrichten. Astrid Henke wörtlich: „Lehrerinnen und Lehrer können unter den gegenwärtigen Bedingungen Schülerinnen und Schülern kaum gerecht werden. Sie brauchen mehr Zeit für guten Unterricht, Klassenleitung, Schulleitungs- und Koordinierungsaufgaben sowie Korrekturen und Prüfungen. Wer gute Bildung will, muss die Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte senken! Jetzt - und nicht irgendwann!“

Tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte höher als bei übrigen Beamtinnen und Beamten
Die Lehrkräfte an Gymnasien in Schleswig-Holstein arbeiten beispielsweise im Vergleich zu Niedersachsen zwei Pflichtstunden mehr,  Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen 2,5 Pflichtstunden. Auch im Vergleich zu den anderen Beamtinnen und Beamten liegt die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte höher, wie Untersuchungen belegen. Als Indikator für die hohe Belastung von Lehrkräften kann auch gewertet werden, dass nur knapp 20 Prozent von ihnen mit dem Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand gehen. Im übrigen Landesdienst sind es über 45 Prozent.
 

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Schule Bildung weiter denken Bildungsqualität Gesundheit Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-16511 Wed, 24 Apr 2019 16:33:03 +0200 „Bildungsbonus“ unbürokratisch über die Bühne bringen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bildungsbonus-unbuerokratisch-ueber-die-buehne-bringen/ Schulen, die in einem schwierigen sozialen Umfeld arbeiten, erhalten nun vom Land mehr Unterstützung. Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte darauf seit Jahren gedrungen.  Die GEW zeigte sich daher erfreut, dass aus ihrer Forderung jetzt zumindest für 20 Schulen ein konkretes Hilfsprogramm wird.

„Die betroffenen Schulen warten dringend auf die zusätzlichen Mittel. Lehrkräfte können dann besser arbeiten. Schülerinnen und Schüler bekommen fairere Chancen. Die Hilfe sorgt dafür, dass die Schulen mit ihren schwierigen  Herausforderungen etwas besser zurechtkommen können. Allerdings hätten wir uns eine umfangreichere Unterstützung gewünscht. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Die Hilfe muss jetzt schnell und unbürokratisch über die Bühne gehen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, den 24. April 2019 in Kiel.      

In Richtung des Bildungsministeriums äußerte sie die Erwartung, dass die Gewichtung der Kriterien und Berechnungen für die Auswahl der 20 Schulen offengelegt würden. „Transparenz ist ganz wichtig. Nur so können alle Schulen nachvollziehen, warum die jeweiligen Schulen ausgewählt wurden.“

 

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Schule Bildung weiter denken Migration Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-16356 Mon, 01 Apr 2019 14:05:15 +0200 Schon 2600 Unterschriften für GEW-Petition in den ersten Tagen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/schon-2600-unterschriften-fuer-gew-petition-in-den-ersten-tagen/ Die GEW hat eine öffentliche Petition beim Landtag gestartet. Ziel: Senkung der Pflichtstunden für Lehkräfte sowie mehr Ausgleichs- und Entlastungsstunden, zum Beispiel für Korrekturen sowie für Klassenlehrkräfte. Schule GEW Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein news-16214 Tue, 19 Mar 2019 14:34:04 +0100 GEW fordert von Landesregierung Mindeststandards https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fordert-von-landesregierung-mindeststandards/ Nach jahrelangem Gezerre um den Digitalpakt sollen die Gelder für die Schulen nun schnell freigegeben werden. Die GEW fordert die Landesregierung auf, für die Schulen zügig Mindeststandards für das Lernen in der digitalen Welt festzulegen. Kiel – Nach dem jahrelangen Gezerre um den Digitalpakt zwischen Bund und Länder sollen die Gelder für die Schulen nun schnell freigegeben werden. Deshalb fordert die Bildungsgewerkschaft GEW die Landesregierung auf, für die Schulen zügig Mindeststandards für das Lernen in der digitalen Welt festzulegen.

Grundvoraussetzung für weitere Überlegungen ist nach Auffassung der GEW die flächendeckende Ausstattung mit Glasfaser und W-LAN. Was die Verteilung der Gelder angeht, sprach sich die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes am Dienstag, den 19. März 2019 in Kiel für folgende Linie aus:

„Den größten Teil der Mittel aus dem Digitalpakt Schule sollen die Schulen erhalten, die bisher über keine oder nur eine geringe Ausstattung mit digitalen Medien verfügen, um die Mindeststandards erfüllen zu können. Aber auch die Schulen, die von ihren Schulträgern schon ganz gut ausgestattet wurden, müssen angemessen berücksichtigt werden, damit sie sich weiterentwickeln können.“

Katja Coordes verwies darauf, dass die digitale Ausstattung der Schulen in Schleswig-Holstein äußerst heterogen sei. Dies führe zu unterschiedlichen Lehr- und Lernbedingungen, aber auch zu einem unterschiedlichen Bedarf an Ausstattung für das Lernen und Lehren unter den Bedingungen der Digitalität.

„Land und Schulträger sind in der Pflicht Schulen und Lehrkräfte so auszustatten, dass die Umsetzung der Fachanforderungen für den Unterricht an allen Schulen möglich ist. Wenn zum Beispiel die Fachanforderungen für Mathematik den Einsatz digitaler mathematischer Werkzeuge verlangen, muss das in den Schulen auch möglich sein“, sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende.

Was die fachkundige Wartung und die Administration der digitalen Medien betrifft,  gehört dies für die GEW in die Hände der Schulträger. „Das ist keine Aufgabe für Lehrkräfte. Die sollen sich auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren“, so Katja Coordes wörtlich.

Vom Land verlangt die Gewerkschafterin mehr Zeit und Geld für die notwendige Lehrkräftefortbildung. Sie sieht das Land auch in der Pflicht, Voraussetzungen für eine digitale Kommunikation an den Schulen sicherzustellen, die den Bestimmungen des Datenschutzes voll und ganz genügen. „Dienst-Email-Adressen für Lehrkräfte sind überfällig, ebenso die Ausstattung mit Dienst-Geräten mit lizenzierter und geprüfter Software – z.B. Schreib- und Lernprogrammen.“ 

 

Verantwortlich:  Bernd Schauer, 19.03.2018

 

 

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Bildungsbereiche Berufliche Bildung Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Presse Schleswig-Holstein
news-16193 Thu, 14 Mar 2019 15:56:09 +0100 Für gute Arbeitsbedingungen reicht das nicht https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/fuer-gute-arbeitsbedingungen-reicht-das-nicht/ Trotz einiger guter Maßnahmen noch zu dürftig. Für wirklich nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Kitas noch nicht ausreichend. So fasst die GEW ihre Meinung zu den Eckpunkten von Sozialminister Garg zur Kita-Reform zusammen. „Die Interessen der Beschäftigten in den Kitas kommen in den Eckpunkten zur Kita-Reform von Sozialminister Garg zu kurz. Das reicht nicht, um in den Kitas für akzeptable Arbeitsbedingungen und gute Bildungsqualität zu sorgen. Das ist aber notwendig, um mehr Erzieherinnen im Beruf zu halten und junge Leute für den Beruf zu gewinnen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 14. März 2019  in Kiel.

Sie begründete ihre Kritik mit dem weiterhin zu schlechten Fachkraft-Kind-Schlüssel, unzureichenden Freistellungen für Kita-Leitungen und zu geringen Verfügungszeiten für das pädagogische Personal.  „Wer quasi den großen Wurf für die Kitas ankündigt, muss sich auch strenge Maßstäbe gefallen lassen“, so die Gewerkschafterin. „Fünf Stunden Verfügungszeit für eine Kita-Gruppe sind wirklich kümmerlich. Damit lassen sich gerade einmal die wöchentlichen Dienstbesprechungen abdecken. Für weitere Gespräche, wie zum Beispiel mit Eltern oder Heilpädagoginnen, bleibt da keine Zeit mehr.“ Bei der Leitungszeit drohten vielen Leiterinnen und Leitern sogar Verschlechterungen gegenüber dem gegenwärtigen Zustand.

Die GEW-Landesvorsitzende würdigte auch die nicht wenigen positiven Punkte im Konzept der Landesregierung: zwei Fachkräfte pro Gruppe, Ersatz von Ausfallzeiten von erkrankten Beschäftigten, Festlegung von landesweit gültigen Standards, wo es bislang nur vage Formulierungen gibt, Begrenzung der Elternbeiträge.

Eindringlich warnte Astrid Henke davor, bei der Inklusion in den Kitas die Fehler aus dem Schulbereich zu wiederholen. „Für die Inklusion in Kitas ist eine durchgehende Besetzung mit Heilpädagoginnen in den Gruppen mit Kindern mit Beeinträchtigungen dringend erforderlich. Keinesfalls dürfen die Erzieherinnen mit dieser Aufgabe allein gelassen werden. Die bisherige Arbeit in den Integrationsgruppen scheint sich doch bewährt zu haben.“

Info:
Rund 18.000 pädagogisch Tätige arbeiten in Schleswig-Holstein in den Kindertagesstätten. Der Nationale Bildungsbericht spricht bundesweit von einem Fehl von mehr als 300.000 Erzieherinnen bis zum Jahr 2025. Auf Schleswig-Holstein runtergebrochen wären das etwa 10.000.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 14.03.2019

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Bildungsbereiche Kita Thema Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-16182 Wed, 13 Mar 2019 14:46:30 +0100 GEW sehr zufrieden über Einigung mit Landesregierung https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-sehr-zufrieden-ueber-einigung-mit-landesregierung/ Sehr zufrieden zeigte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke über die Übernahme des Tarifabschlusses für die Länder auf die Beamtenbesoldung in Schleswig-Holstein. Dienstagabend (12.03.2019) einigten sich Gewerkschaften und Landesregierung. Der Tarifabschluss wird in zwei getrennten Gesetzgebungsverfahren auf die Besoldung und Versorgung übertragen.

„Das ist diesmal ganz gut gelaufen. Wir freuen uns, dass wir uns mit der Finanzministerin so schnell auf dieses gute Ergebnis verständigen konnten. Der Tarifabschluss wird zeit- und wirkungsgleich auf die Besoldung und Versorgung übertragen. Verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer erhalten damit wie die Tarifbeschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 2019 3,01 Prozent mehr Geld“, sagte Astrid Henke am Mittwoch, 13. März 2019 in Kiel. Weitere Erhöhungsschritte folgen.

Das mit dem ersten Gesetz nicht übertragene Restvolumen des Tarifabschlusses von 0,4 Prozent soll im Rahmen eines zweiten Gesetzes (Besoldungsstrukturgesetz) für Verbesserungen der Besoldungsstruktur und insbesondere zur Verbesserung der Eingangsbesoldung verwendet werden.

Die GEW-Landesvorsitzende stellte klar, dass für sie in diesem Zusammenhang das Weihnachtsgeld immer noch auf der Tagesordnung stehe. „Die Landesregierung muss auch dafür beim geplanten Besoldungsstrukturgesetz weiteres Geld locker machen. Ohne strukturelle Verbesserungen bei der Besoldung vor allem für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger ist der Landesdienst sonst nicht mehr attraktiv genug. Das belegt auch der starke Lehrkräftemangel.“

Info:
Im Rahmen eines zeitnahen ersten Gesetzgebungsverfahrens soll die Besoldung analog der linearen Steigerungen des Tarifergebnisses zum 1. Januar 2019 um 3,01 Prozent, zum 1. Januar 2020 um 3,12 Prozent und zum 1. Januar 2021 um 1,29 Prozent erhöht werden. Die Anwärterbezüge steigen zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020 um jeweils 50 Euro. Mit einem schnellen Verfahren soll eine Auszahlung der Erhöhung möglichst zum 1. August 2019 ermöglicht werden.

Wie beim Tarifabschluss sollen zum 1. Januar 2020 Besoldung und Versorgung um 3,12 Prozent und zum 1. Januar 2021 um 1,29 Prozent erhöht werden. Die Anwärterbezüge steigen zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020 um jeweils 50 Euro.

Da die soziale Komponente im Tarifabschluss Mindestbeträge vorsieht, deren Zahlung bei der Besoldung nicht umsetzbar ist, erhalten alle aktiven Beamtinnen und Beamten in 2019 eine Einmalzahlung von 100 Euro  (Teilzeitkräfte anteilig). Anwärterinnen und Anwärter bekommen 50 Euro. Die Auszahlung soll im Oktober 2019 erfolgen. Damit soll in 2019 einmalig die Differenz zwischen dem Gesamtvolumen des Tarifabschlusses von 3,2 Prozent und der vorgenommenen linearen Anpassung von 3,01 Prozent kompensiert werden.

Das Gesetzgebungsverfahren zum Besoldungsstrukturgesetz soll in 2019 beginnen und wird wahrscheinlich in 2020 abgeschlossen werden.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 13.03.2019

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Bildungsbereiche Schule TV-L Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-16134 Tue, 05 Mar 2019 16:19:37 +0100 Gemeinschaftsschulen leiden unter „Abschulungen“ https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gemeinschaftsschulen-leiden-unter-abschulungen/ 1.306 SchülerInnen mussten im Schuljahr 2017/18 vom Gymnasium auf die Gemeinschaftsschulen wechseln, 578 nach Klasse 6. Für die Gemeinschaftsschulen stellen diese so genannte „Abschulungen“ nach Klasse 6 ein immer größer werdendes Problem dar. „Es ist es nicht zu vertreten, dass die Gemeinschaftsschulen immer stärker dazu gezwungen werden, ihre 7. Klassen neu zu durchmischen. Darunter leiden Pädagogik und die soziale Gemeinschaft an der Gemeinschaftsschule“, bemerkte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, 5. März 2019 in Kiel zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sei das Erlebnis des schulischen Scheiterns kein guter Ausgangspunkt für ihre schulische Entwicklung.   

Um dieser negativen Entwicklung zu begegnen, sprach Astrid Henke sich für eine Stärkung der Attraktivität der Gemeinschaftsschulen aus. „Die Gemeinschaftsschulen brauchen bessere Bedingungen, damit Eltern in dieser Schulform für ihre Kinder eine ernsthafte Alternative zum Gymnasium sehen. Dazu zählt auch die konkrete Perspektive des Abiturs an der Gemeinschaftsschule.“

 

 

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Bildungsbereiche Schule Thema Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-16127 Mon, 04 Mar 2019 13:46:10 +0100 GEW: Gewerkschaften erringen gutes Ergebnis https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-gewerkschaften-erringen-gutes-ergebnis/ Sehr zufrieden zeigte sich die GEW mit dem Tarifergebnis bei der Länder-Tarifrunde. Im Gesamtvolumen steigen die Gehälter um 8 Prozent bei einer Laufzeit von 33 Monaten. Verbesserungen gibt es auch für sozialpädagogische Fachkräfte im Landesdienst. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist das Ergebnis der Verhandlungen für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten eindeutig ein gutes Ergebnis. Im Gesamtvolumen steigen die Gehälter um 8 Prozent. Darin enthalten ist eine soziale Komponente von 240 Euro. Der Verdienst von Berufsanfängern wird überproportional erhöht. Die Vertragslaufzeit beträgt 33 Monate. Darüber hinaus gibt es Verbesserungen für die Länderbeschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) sowie angestellte Lehrkräfte.

„Das Ergebnis kann sich gut sehen lassen. Der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen beim Warnstreik hat sich gelohnt“, zeigte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 4. März 2019 in Kiel zufrieden mit dem Abschluss der Tarifverhandlungen. „Wir haben nicht nur ein prozentual gutes Resultat durchgesetzt, sondern auch zusätzliche Verbesserungen für die Länderbeschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, wie zum Beispiel die sozialpädagogischen Fachkräfte beim Studentenwerk, und für viele Lehrkräfte erreicht.“ Bedauerlich sei allerdings die lange Laufzeit von 33 Monaten.

Die Bezahlung SuE-Beschäftigten in den Ländern erfolge künftig auf demselben Niveau wie bei den Kommunen. „Das ist ein klares Zeichen der Anerkennung für die gesellschaftlich wichtige Arbeit, die Erzieherinnen sowie Sozialpädagoginnen leisten“, betonte die GEW-Landesvorsitzende. Als Fortschritt bewertete Astrid Henke auch die Erhöhung  der Angleichungszulage für Teile der angestellten Lehrkräfte um 75 auf 105 Euro. „Das ist ein wichtiger Schritt, obwohl die GEW sich noch mehr gewünscht hätte.“

Die Ankündigung von Finanzministerin Monika Heinold, das Tarifergebnis auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen, bewertete Astrid Henke als „sehr positiv“. „Die gute Haushaltslage sollte die Finanzministerin darüber hinaus nutzen, um für alle Beamtinnen und Beamte das Weihnachtsgeld wieder einzuführen. Das steigert die Attraktivität für junge Lehrerinnen und Lehrer an die Schulen in Schleswig-Holstein zu kommen!“ 

Info:
Die Gehälter der Beschäftigten steigen in drei Schritten: rückwirkend zum 1. Januar 2019 um durchschnittlich 3,2 Prozent, enthalten ist ein Mindestbetrag von 100 Euro, zum 1. Januar 2020 um weitere durchschnittliche 3,2 Prozent, enthalten sind 90 Euro Mindestbetrag, und zum 1. Januar 2021 nochmals um durchschnittlich 1,4 Prozent, enthalten sind 50 Euro Mindestbetrag.
Die Stufe 1 in den Entgeltgruppen des Tarifvertrages des Länder (TV-L) steigt überall mit gut 11 Prozent in diesem Zeitraum überproportional.
Der Vertrag hat eine Laufzeit von 33 Monaten und endet am 30. September 2021.
Die Zulage, die bundesweit rund 50.000 angestellte Lehrkräfte erhalten, steigt von derzeit 30 Euro um 75 auf 105 Euro.
Zum 1. Januar 2020 werden für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder die Eingruppierungsvorschriften und die Entgelttabelle (S-Tabelle des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD)), die für den Bund und die Kommunen gelten, übernommen.

Mehr Informationen zum Tarifergebnis gibt es im GEW-Tarifinfo (Download rechte Seite) und auf der Website des GEW-Hauptvorstandes.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 04.03.2018

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Tarif TV-L Presse Schleswig-Holstein
news-16059 Mon, 25 Feb 2019 15:09:22 +0100 Zahlreiche GEW-Mitglieder beteiligen sich am Warnstreik beim Land https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/zahlreiche-gew-mitglieder-beteiligen-sich-am-warnstreik-beim-land/ 6 Prozent mehr, mindestens aber 200 Euro: Für diese Forderung haben mehr als 1.000 Landesbeschäftigte am Montag, 25. Februar 2019 die Arbeit niederlegt. Sie folgten dabei einem Streikaufruf der Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP. Größere Demonstrationen gab es in Kiel und Lübeck. In der Landeshauptstadt gingen rund 800 Streikende auf die Straße, in der Hansestadt 500. „Wir gehen gemeinsam auf die Straße um den Druck auf die Länder zu erhöhen. Die haben bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, was eine ziemliche Unverfrorenheit ist“, sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf der Abschlusskundgebung auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz.

„Schleswig-Holstein braucht einen handlungsfähigen öffentlichen Dienst  mit hoch qualifizierten und motivierten Beschäftig­ten. Da müssen denn aber auch Bezahlung und Arbeitsbedingungen stimmen. Der öffentliche Dienst darf bei den Einkommen gegenüber den Berufen in der Wirtschaft nicht weiter ins Hintertreffen geraten“, so die Gewerkschafterin. Die sozialpädagogischen Fachkräfte im Landesdienst, speziell beim Studentenwerk dürfen nicht weiterhin schlechter bezahlt werden als ihre Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen. Das ist vollkommen ungerecht und geht gar nicht.“ Außerdem müsse mit dem Befristungsunwesen an den Hochschulen Schluss gemacht werden. Für die Beamtinnen und Beamten forderte sie die Übernahme des möglichen Tarifabschlusses.

GEW-Kundgebungen mit rund 20 bis 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es am Montagmorgen auch vor drei Schulen in Mölln, Itzehoe und Neumünster und einer Kita des Studentenwerks in Kiel. Seitens der GEW-Mitglieder beteiligten sich angestellte Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie sozialpädagogische Fachkräfte vom Studentenwerk an dem Warnstreik.

 

 

 

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Schule Gute Arbeit Tarif TV-L Presse Schleswig-Holstein
news-15995 Thu, 14 Feb 2019 13:29:46 +0100 Notenverbot ist unnötig – Pragmatische Lösungen sind gefragt https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/notenverbot-ist-unnoetig-pragmatische-loesungen-sind-gefragt/ Die GEW Schleswig-Holstein hält ein pauschales Notenverbot für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf für unnötig und falsch. GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke drängt auf eine pragmatische Lösung. Anlässlich der Landtagsdiskussion zur Beurteilungsform der Unterrichtsleistungen von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf appelliert die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Astrid Henke an die Bildungsministerin: „Lassen Sie pragmatische Lösungen zu. Ein pauschales Notenverbot für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist unnötig, bevormundet die Schulen und trägt zur Diskriminierung dieser Kinder bei.“ Die GEW setzt sich seit langem für eine notenfreie Grundschule ein, um Kinder nicht zu beschämen und individuelle Leistungen aller Kinder bestmöglich zu beurteilen. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, müsse im gemeinsamen Unterricht aber eine vergleichbare Beurteilungsform für alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse möglich sein.

„Einerseits das Hohelied der Beurteilung durch Noten zu singen und gleichzeitig, zwei oder drei Kindern, deren Lernziele sich nicht an den Fachanforderungen sondern an einem individuellen sonderpädagogischen Förderplan orientieren, pauschal zu sagen „Für Noten reicht‘s nicht“, das halten wir für falsch.“, kritisiert die Gewerkschafterin. Wenn eine Schule sich für Ziffernnoten ausgesprochen hat, dann sollte es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ermöglicht werden eine an den individuellen Anforderungen orientierte verbale Beurteilung oder ein Kompetenzraster durch eine Ziffernbeurteilung zu ergänzen.

Es sei bedauerlich, dass im letzten Jahr eine bewährte und allseits akzeptierte Praxis aufgehoben wurde. Die GEW schlägt daher vor, eine pragmatische Lösung zu finden. Die Schulkonferenzen sollten entscheiden dürfen, dass auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in zieldifferent unterrichteten Fächern eine ergänzende Ziffernbeurteilung erhalten können, wenn die gesamte Klasse Notenzeugnisse erhält.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 14.02.2019

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Schule Bildungssystem Inklusion Presse Schleswig-Holstein
news-15953 Fri, 08 Feb 2019 12:51:03 +0100 Engagement für Klimaschutz nicht mit Schulstrafen belegen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/engagement-fuer-klimaschutz-nicht-mit-schulstrafen-belegen/ Für Gelassenheit im Umgang mit den streikenden SchülerInnen hat sich die GEW Schleswig-Holstein ausgesprochen. Engagement für besseren Klimaschutz dürfe nicht mit Sanktionen aus dem Katalog der Schulstrafen belegt werden. Das sei völlig unangebracht. Einsatz für besseren Klimaschutz gut
Es ist gut, dass Schülerinnen und Schüler sich für einen besseren Klimaschutz einsetzen. Aus unserer Sicht ist es auch gut nachvollziehbar, dass sie dies während der Unterrichtszeit tun. Denn nur so erreichen sie eine breite öffentliche Aufmerksamkeit mit ihren Protest“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 8. Februar 2019 in Kiel zu den Protesten in verschiedenen schleswig-holsteinischen Städten.

Absage an schulische Sanktionen
Kein  Verständnis zeigte die Gewerkschafterin zu der Forderung nach schulischen Sanktionen für die streikenden Schülerinnen und Schüler: „Natürlich ist es etwas anderes, wenn Schülerinnen und Schüler sich öffentlich gegen den Raubbau an unserem Planeten engagieren, als wenn sie eine sechsten Stunde wegen akuter Schulunlust schwänzen.“ 

Schulen können in Zwickmühle kommen
Blieben allerdings Freitag für Freitag immer wieder dieselben Schülerinnen und Schüler Freitag dem Unterricht fern, komme eine Schule in die Zwickmühle zwischen ihrem Bildungsauftrag und der Durchsetzung der Schulpflicht, so Astrid Henke. „Aber das ist ja bisher nicht der Fall und es sieht ja auch so aus, als hätten die Schülerinnen und Schüler so eine Art rollierendes System entwickelt.“

Klimaschutz stärker in Unterricht einbeziehen
Den Lehrerinnen und Lehrern legte die GEW-Landesvorsitzende ans Herz die Demonstrationen positiv aufgreifen. „Das ist ein guter Anlass Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker in den Unterricht einzubeziehen. Wie können konkrete Forderungen nach einem besseren Klimaschutz an Politik und Wirtschaft aussehen? Wie kann ich mein eigenes Konsumverhalten nachhaltiger gestalten? Welche Materialien verwenden wir im Unterricht? Sind diese sozial verträglich und nachhaltig produziert? Werden Fairtrade-Prinzipien und Stromsparmaßnahmen ernst genommen?“

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 08.02.2019

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken Gesellschaftspolitik Presse Schleswig-Holstein
news-15812 Fri, 25 Jan 2019 14:21:15 +0100 GEW für Beerdigung, nicht Neujustierung der Profiloberstufe https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fuer-beerdigung-nicht-neujustierung-der-profiloberstufe/ Vor der Fachtagung des Bildungsministeriums zur Reform der Oberstufe erntet Bildungsministerin Karin Prien Zustimmung von der GEW dafür, das Thema anzupacken. Die GEW strebt aber nicht nur eine Neujustierung, sondern eine umfassendere Reform an. Kiel – Einen Tag vor der Fachtagung des Bildungsministeriums zur Reform  der gymnasialen Oberstufe hat sich die Bildungsgewerkschaft GEW zu Wort gemeldet. Zustimmung erntet Bildungsministerin Karin Prien für ihren Vorstoß, dass Thema endlich anzupacken. Die GEW möchte es allerdings nicht bei einer Neujustierung belassen, sondern eine umfassendere Reform.

GEW für zwei Fächer auf erhöhtem Niveau
„In der neuen Oberstufe halten wir Unterricht in zwei Fächern auf erhöhtem Niveau für sinnvoll. Begabungsprofil sowie Neigungen der Schülerinnen und Schüler müssen wieder an erster Stelle stehen. Die jungen Menschen sollten ihre individuellen Stärken in der Oberstufe zum Ausdruck bringen können“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 25. Januar 2019 in Kiel. „Ganz nebenbei würde dieses auch zu einer Vereinheitlichung des Bildungssystems beitragen, denn die überwiegende Anzahl der Bundesländer setzt auf zwei Fächer.“

„Abitur im eigenen Takt“ diskutieren
Wünschenswert sei es aus ihrer Sicht, wenn die Diskussion über „die altehrwürdigen Vorstellungen der Kultusministerkonferenz“ hinausginge. „Wer heute über eine Reform der Oberstufe diskutiert, darf Ideen wie das „Abitur im eigenen Takt“ nicht einfach beiseite wischen. Der Normalfall wird das Abitur nach drei Jahren bleiben. Aber warum nicht einem Teil der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben, nach zwei Jahren Abitur zu machen, während andere vier Jahre benötigen?“ Eine größtmögliche Individualisierung sei erstrebenswert.

Fächerübergreifendes Lernen wichtig
Die GEW-Landesvorsitzende spricht sich auch dafür aus, den Anspruch an das fächerübergreifende Lernen qualitativ hoch zu halten. Für fächerübergreifendes Lernen, projektartiges Arbeiten und selbstständige individuelle Arbeitsorganisation der Schülerinnen und Schüler brauche das Gymnasium mehr Zeit. „Das eröffnet jungen Menschen die Chance, sich zu selbstbewussten und selbständigen Persönlichkeiten zu entwickeln, sich darin zu üben, vielfältige und kreative Lösungsmöglichkeiten zu erdenken und sich so auf die komplexen Schwierigkeiten unserer Welt vorzubereiten und studierfähig zu werden.“ Zu einem derartigen Lernen gehörten ausreichend Unterrichts- und Lehrerstunden.

Zu hohe Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte nicht vergessen
„Auf keinen Fall außer Acht lassen dürfen wir in der Diskussion die Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte“, so Astrid Henke. Die seien generell viel zu hoch. Durch extrem ungleich verteilte Anforderungen durch Abiturprüfungen und Korrekturen von Klausuren werde das Problem noch verschärft. „Während Lehrerinnen und Lehrer in einigen wenigen Fächern Jahr für Jahr zahlreiche Prüfungen durchführen müssen, können andere Fächer so gut wie gar nicht mehr als Abiturprüfungsfach gewählt werden. Ein breiteres Fächerangebot kann dem entgegenwirken.“

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 25.01.2019

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-15781 Tue, 22 Jan 2019 12:11:51 +0100 GEW für schnelle Hilfe statt Wettbewerb https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fuer-schnelle-hilfe-statt-wettbewerb/ Über Jahre passierte nichts. Immmerhin stellt das Bildungsministerium jetzt ein Konzept zur Förderung von Schulen mit besonderen Herausforderungen vor. Inhaltliche Ausrichtung und Umfang des Konzepts stoßen bei der GEW auf Kritik. Schnelle und umfassende Hilfe nötig
  „Die Schulen mit besonderen Herausforderungen brauchen schnelle und umfassende Hilfe. Stattdessen aber stürzt das Bildungsministerium sie nun untereinander in Konkurrenz um Unterstützung. War zunächst zugesagt, die Schulen mit dem höchsten Unterstützungsbedarf auf jeden Fall vom sogenannten Bildungsbonus profitieren zu lassen, müssen sie sich nun um diese Mittel bewerben“, kritisierte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes am Dienstag, 22. Januar 2019 in Kiel.

Entlastungsstunden für überlastete Lehrkräfte
Nachdrücklich appellierte sie an die Landtagsabgeordneten, die am morgigen Mittwoch über das Konzept der Landesregierung diskutieren werden: „Stellen sie für die Schulen mit besonderen Herausforderungen mehr Mittel zur Verfügung! Bringen Sie die Landesregierung dazu, allen Schulen mit besondere Herausforderungen – und zwar nicht gefühlten, sondern wissenschaftlich nachgewiesenen – mehr Lehrerstunden für kleinere Klassen, zusätzliches pädagogisches Personal für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler und dringend notwendige Entlastungsstunden für die überlasteten Lehrkräfte zu gewähren!“

Sozialatlas wird erstellt
Gegenwärtig wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel (IPN) ein Sozialatlas erstellt. Nach festgesetzten Kriterien und anhand von Sozialdaten werden Schulen ermittelt, die sich mit besonderen Problemlagen konfrontiert sehen. Nach Vorstellungen des Bildungsministeriums soll es dann aber noch keine konkrete Hilfe für die so festgestellten Schulen geben. Sie müssen erst einmal Konzepte entwickeln.

Höhere Bedarfe anerkennen
Für Katja Coordes ist das ein falscher Weg: „Die meisten Schulen verfügen schon über gute Konzepte. Wegen ihrer schwierigen Bedingungen lechzen sie geradezu nach schneller Hilfe, nicht nach einem Auftrag für Konzeptentwicklung. Dies umso weniger, weil die Arbeit an einem Konzept umsonst bliebe, wenn die Schule im Wettbewerb mit anderen Schulen den Kürzeren zöge. Die Schule wird dann nicht zur „PerspektivSchule“, wie es im allerschönsten ministeriellen PR-Deutsch heißt, sondern bleibt dann wohl perspektivlos.“  Das Bildungsministerium müsse schlichtweg nur den höheren Bedarf der Schulen mit besonderen Herausforderungen anerkennen. Das betreffe vor allem die Leitungszeit für Schulleiterinnen und Schulleiter, die Zeit, die Klassenlehrkräfte zusätzlich investieren und die Schulsozialarbeit.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 22.01.2019

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Schulsozialarbeit Schule Bildung weiter denken Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Presse Schleswig-Holstein
news-15472 Thu, 29 Nov 2018 15:49:25 +0100 GEW: A13 jetzt! Lehrkräftemangel an Grundschulen erfordert bessere Besoldung https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-a13-jetzt-lehrkraeftemangel-an-grundschulen-erfordert-bessere-besoldung/ Aus Sicht der GEW darf die Landesregierung die höhere Besoldung für GrundschullehrerInnen nicht weiter auf die lange Bank schieben. "A13 jetzt!" lautete die Forderung der GEW-Landesvorsitzenden Astrid Henke vor Personalratsmitgliedern. Hindernisse aus dem Weg geräumt
Spielerisch überwanden rund 50 GEW-Personalratsmitglieder aus Grundschulen die Hindernisse schon, die einer höheren Besoldung von Grundschullehrkräften im Wege stehen. Vorurteile wurden abgeworfen (minderwertige Arbeit, Kuschelpädagogik), Hindernisse übersprungen (Landeshaushalt, mangelnde Wertschätzung) sowie Politikerinnen und Politiker bei Seite geschoben. Das Ganze passierte bei einer GEW-Aktion in der Mittagspause einer GEW-Personalratsschulung am 29.11.2018 in Neumünster.


Tippelschritte reichen nicht
„Sieben lange Jahre will sich die Landesregierung noch Zeit lassen bis zur endgültigen Besoldung nach A13. Das geht gar nicht. Solange können die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer aber nicht mehr warten“, sagte die schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. „Jetzt muss es losgehen mit A13. Nicht in langsamen Tippelschritten, sondern mit großen und schnellen Schritten. Sonst geraten wir im Wettbewerb um junge Lehrkräfte gegenüber Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Sachsen, die jetzt schon A13 (Angestellte entsprechend) bezahlen, ins Hintertreffen.“ Wegen seiner generell höheren Beamtenbesoldung sei auch Hamburg ein harter Konkurrent im Wettbewerb um Lehrkräfte.


A13 im Landeshaushalt für das Jahr 2019 berücksichtigen
Die Verabschiedung des Landeshaushalts für das Jahr 2019 im Landtag in 14 Tagen sei aus Sicht der GEW ein günstiger Zeitpunkt für ein klares Signal, da die Landeskasse ordentlich gefüllt sei. „Gleichwertige Arbeit gehört gleich bezahlt. Der Mangel an Lehrkräften ist schon jetzt enorm. Immer mehr Schulen schaffen es nicht, die Stellen mit ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen“, so die GEW-Landesvorsitzende. „Wenn wir bei der Besoldung weiter rumtrödeln, wird sich diese Lage noch verschärfen. Um mehr ausgebildete Lehrkräfte nach Schleswig-Holstein zu holen und junge Menschen zu einem Lehramtsstudium zu bewegen, müssen wir den Beruf attraktiver machen. Und dazu gehört eine Besoldung nach A13!“, forderte die Gewerkschafterin.


Bundesweite Kampagne
Die GEW-Aktion reiht sich in Aktivitäten aller GEW-Landesverbände für A13 in diesem Monat. Das Studium für das Grundschullehramt dauert genauso lange wie für die übrigen Schularten (5 Jahre), ebenso der Vorbereitungsdienst (18 Monate). Der Besoldungsunterschied zwischen A12 (jetzige Besoldung für Grundschullehrkräfte) und A13 liegt bei rund 4oo Euro. Auch die Landesregierung will Grundschullehrerinnen und – lehrer in Zukunft nach A13 besolden. Ihr Stufenplan startet aber erst 2020 und endet 2025.

 

 

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken LehrerInnenbildung Gleichstellung Presse Schleswig-Holstein
news-15341 Mon, 12 Nov 2018 14:22:54 +0100 Überfällig: Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/ueberfaellig-gute-arbeitsbedingungen-gesetz-fuer-die-kitas/ Der Bund hat gerade ein Gute-Kita-Gesetz auf den Weg gebracht. Geht es nach der GEW, soll die schleswig-holsteinische Landesregierung nun ein Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas folgen lassen. Arbeitsbedingungen dürfen nicht hinter Finanzfragen zurückstehen
Die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke appellierte auf dem 24. GEW-Erzieherinnentag (Fachtagung für Beschäftigte sozialpädagogischer Berufe) am 10. November 2018 in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in Neumünster an die Landesregierung und die sie tragenden Parteien: „Die Bundesregierung  will ein Gute-Kita-Gesetz. Machen Sie nun ein Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas! Messen Sie den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten mindestens genauso viel Bedeutung bei wie der Beitragsfreiheit, dem Ausbau der Kitas und Finanzfragen. Wir brauchen mehr Personal, einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, mehr Leitungsfreistellung und mehr Verfügungszeit für die sozialpädagogischen Fachkräfte.“

250 TeilnehmerInnen
Der 24. GEW-Erzieherinnentag, an dem gut 250 Beschäftigte aus allen sozialpädagogischen Berufen teilnahmen, stand unter dem Motto: Wertschätzung braucht Profis – Profis brauchen Wertschätzung

Personal braucht mehr Wertschätzung
Niemand wird ernsthaft in Zweifel ziehen, dass wertschätzende Pädagogik in der frühkindlichen Bildung absolut unverzichtbar ist. Aber wie viel Wertschätzung brauchen die Beschäftigten in den Kitas? Wie viel wird ihnen von Politik, Trägern und Gesellschaft tatsächlich entgegengebracht? Reicht das, um wirklich wertschätzend mit Kindern arbeiten zu können? Mit diesen und anderen Fragen zur Situation in den Kitas befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

GEW fordert mehr Personal und gute Bezahlung
Astrid Henke beließ es nicht bei Fragen, sondern formulierte klare Vorstellungen: „Erzieherinnen gehen jeden Tag mit viel Einsatz und Wertschätzung für jedes Kind zur Arbeit und machen einen guten Job. Jetzt sind auch einmal die Erzieherinnen dran. Wir fordern Wertschätzung durch kleinere Gruppen, mehr Personal und gute Bezahlung. Nur wenn die Arbeitsbedingungen stimmen, können die Beschäftigten die an sie gestellten Anforderungen erfüllen.“

Viele Workshops
Im zweiten Teil der Fachtagung standen Workshops zu pädagogischen Fragen und Themen aus dem beruflichen Alltag auf dem Programm. Die Palette der Themen reicht von Kinderrechte und Kinderschutz über Wertschätzende Kommunikation mit Eltern bis hin zu Andere Länder – andere Sitten, Spielanregungen für mehr Bewegung im Kindergarten oder Übungen für die eigene Gesundheit.

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Bildungsbereiche Kita Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-15154 Wed, 24 Oct 2018 16:46:53 +0200 Rückwärtsgang https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/rueckwaertsgang/ Zurückdrehen will JAMAIKA die Reform bei der Ausbildung von LehrerInnen. „Weder gekonnt noch zeitgemäß“, findet die GEW.
Wo bisher Lehrkräfte für Schulstufen ausgebildet wurden, soll es in Zukunft jeweils ein Lehramt für Gemeinschaftsschulen und ein Lehramt für Gymnasien geben. Morgen (25.10.2018) gibt es dazu im Bildungsausschuss des Landtages eine Anhörung.

„CDU und FDP fahren damit eine Trophäe ein in ihrem Kampf gegen den vermeintlichen Einheitslehrer. Leidtragende sind vor allem die Gemeinschaftsschulen. Aber auch den zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und -lehrern tut die JAMAIKA-Koalition keinen Gefallen. Viele von ihnen werden nämlich an einer Gemeinschaftsschule landen und sind dann auf den Unterricht dort schlechter vorbereitet“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 24. Oktober 2018 in Kiel.

Sie wies darauf hin, dass die notwendige pädagogische Qualifikation für den Unterricht an der Gemeinschaftsschule ebenso am Gymnasium benötigt werde. Parallel müssten auch Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen fachlich inhaltlich, didaktisch und pädagogisch hoch qualifiziert sein, um junge Menschen zur Hochschulreife oder zum Übergang in die Sekundarstufe II zu führen. „Beides lässt sich am besten in einem Lehramt erreichen.“

Astrid Henke: „Die Ausrichtung des neuen Lehramts auf eine Unterrichtstätigkeit in der Sekundarstufe I reicht im Regelfall nicht aus. Schließlich wird auch an Gemeinschaftsschulen gymnasiale Bildung vermittelt, obwohl Teile von CDU und FDP immer wieder einen anderen Eindruck vermitteln wollen.“

Zukünftige  Gymnasiallehrerinnen und -lehrer werden in beträchtlicher Zahl an Gemeinschaftsschulen unterrichten. Denn die Zahl der ausgebildeten Gymnasiallehrkräfte übersteigt den Bedarf an den Gymnasien. Das hat sogar das Bildungsministerium erkannt. Paragraf 3 des Gesetzes regelt nämlich, dass aufgrund der Erfordernisse des Schulsystems Lehrkräfte für das Lehramt an Gymnasien die Berechtigung zum Unterricht in Gemeinschaftsschulen erhalten und umgekehrt. Umso unsinniger erscheint der GEW die geplante Aufspaltung der Ausbildung der Lehrkräfte für die Sekundarstufe II.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 24.10.2018

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Bildungsbereiche Studium Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem LehrerInnenbildung Presse Schleswig-Holstein
news-15142 Tue, 23 Oct 2018 17:00:57 +0200 Gute Karten für Hanna-Sophie – schlechte für Achmed https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gute-karten-fuer-hanna-sophie-schlechte-fuer-achmed/ Der schulische Erfolg von Kindern hängt in Deutschland immer noch entscheidend von der sozialen Herkunft ab. Trotz leichter Fortschritte steht Deutschland immer noch viel schlechter da als andere Länder. Neue Studie, alter Befund. Das deutsche Bildungssystem bietet keine gleichen Chancen. Das zeigt die am Dienstag, 23. Oktober 2018 veröffentlichte Extra-Auswertung der jüngsten PISA-Studie.

„Wie lange noch will es diese Gesellschaft eigentlich hinnehmen, dass das Bildungssystem soziale Unterschiede zementiert? Wie lange noch will sich die Bildungspolitik lieber um Hanna Sophie aus Kiel-Düsternbrook statt um Achmed aus Kiel-Gaarden kümmern? Die soziale Spaltung beim schulischen Erfolg werden wir nur überwinden, wenn die Benachteiligten in unserer Gesellschaft endlich eine intensivere Förderung erfahren“, äußerte sich Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kiel zur Studie.

Dass die Landesregierung Schulen mit besonderen Herausforderungen besser unterstützen wolle, bewertete die GEW-Landesvorsitzende positiv. „Mit der Devise „Kleckern statt Klotzen“ werden wir aber nicht weit kommen. Wenn Studien zeigen, dass Kinder in einer Schule in einem sozial günstigen Umfeld automatisch bessere schulische Ergebnisse erreichen, kann der Auftrag an die Politik doch nur lauten: Sorgt überall für ein günstiges Umfeld! Gleicht Nachteile endlich aus!“
Die GEW setzt sich schon seit langer Zeit für eine bessere Förderung der Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld ein. Mehr gebundene Ganztagsschulen können aus ihrer Sicht ebenfalls ein erfolgversprechendes Rezept sein. 


Verantwortlich: Bernd Schauer, 23.10.2018

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14998 Thu, 27 Sep 2018 15:46:26 +0200 Berufliche Bildung muss im Bildungsministerium bleiben https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/berufliche-bildung-muss-im-bildungsministerium-bleiben/ Für die GEW Schleswig-Holstein steht fest: Die Zuständigkeit für Berufliche Bildung gehört ins Bildungsministerium und nicht ins Wirtschaftsministerium. Das machte die GEW vor der Landtagsdebatte zur Beruflichen Bildung noch einmal klar. Beispiellose Aufsplitterung
„Springen sie über Ihren Schatten!“, appellierte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 27. September 2018 in Kiel an die JAMAIKA-Koalitionäre. „Es bricht niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn er eine falsche Entscheidung rechtzeitig korrigiert! Noch ist es Zeit, die beispiellose Aufsplitterung der Zuständigkeiten zu stoppen. Berufliche Schulen und allgemeinbildende Schulen gehören in ein Ministerium. Alles andere führt zu unnötigem Mehraufwand und sehr aufwendigem Koordinierungsbedarf zwischen den Ministerien.“ 
Bürokratieabbau sieht anders aus
Aus Sicht der Gewerkschafterin ist die Liste lang, über die sich Wirtschaftsministerium und Bildungsministerium dann im Alltag verständigen müssten: personalrechtliche Fragen, Fachanforderungen, schulaufsichtliche Vorgaben, Regelungen für zu vergebende Schulabschlüsse, sämtliche Erlasse des Bildungsministeriums zu pädagogischen und schulorganisatorischen Fragen, die allgemein- und berufsbildende Schulen gleichermaßen betreffen. „Bürokratieabbau sieht anders aus“, betonte Astrid Henke. Sie machte außerdem noch darauf aufmerksam, dass eine umfassende Änderung des Schulgesetzes unabdingbar sei. Zur Untermauerung ihrer Kritik erinnerte die GEW-Landesvorsitzende an das Gutachten „Berufsbildende Schulen steuern“ (www.gew-sh.de/shibb) des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Wrase (Hildesheim/Berlin) für die GEW. Der Jurist habe zahlreiche verfassungsrechtliche, verwaltungsrechtliche, organisatorische und fachliche Probleme benannt.
Verfassungsrechtlich bedenklich
Ein Kernpunkt seiner Expertise: „Es ist auch aus Sicht des Verfassungsrechts bedenklich, dass die Landesregierung den historisch einmaligen und bislang im Schulgesetz nicht vorgesehenen Schritt zur Aufspaltung der Zuständigkeiten der Schulaufsicht über die allgemeinbildenden und die berufsbildenden Schulen ohne eine vorherige unabhängige und ergebnisoffene bildungs- und organisationswissenschaftliche Begutachtung vornehmen möchte“, heißt es u.a. in dem Gutachten.

 

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Berufliche Bildung Privatisierung & Lobbyismus Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14965 Mon, 24 Sep 2018 16:39:26 +0200 GEW-Studie: Schulen für digitale Welt schlecht aufgestellt https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-studie-schulen-fuer-digitale-welt-schlecht-aufgestellt/ Für die Bildung in der digitalen Welt sind die Schulen in Deutschland schlecht aufgestellt. Ihren Auftrag, Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorzubereiten, können sie nur unzureichend erfüllen. Generell sehen die Lehrerinnen und Lehrer einen dringenden Modernisierungs- und Sanierungsbedarf an den Schulen. Das geht aus einer repräsentativen Mitgliederbefragung der Bildungsgewerkschaft GEW hervor. 

82 Prozent der befragten GEW-Mitglieder mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig bzw. wichtig an. 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung zusätzlicher Gelder dafür höchste bzw. hohe Priorität haben muss.

Obwohl es sich um bundesweite Ergebnisse handelt, hegt die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke keine Zweifel, dass sich die Resultate auf Schleswig-Holstein übertragen lassen. „Die bisherigen Bemühungen der Politik, Schulen an die digitale Entwicklung anzukoppeln, strotzen vor Erfolglosigkeit. Bund, Land und Kommunen müssen sich endlich auf substanzielle Verbesserungen an den Schulen verständigen. Um sich nicht in unterschiedlichen Kompetenzen zu verheddern, halten wir eine nationale Bildungsstrategie für notwendig“,  sagte die Gewerkschafterin am Montag, 24. September 2018 in Kiel.

Offensichtlich sei es, dass die bundesweit vorgesehenen fünf Milliarden Euro aus dem Digitalpakt und die im Koalitionsvertrag für die Schulsanierung vorgesehenen 3,5 Milliarden bei weitem nicht ausreichten. So bezifferte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Sanierungsstau an Schulen in Deutschland auf 47,7 Milliarden Euro. Grob geschätzt dürfte das für Schleswig-Holstein einer Summe von mehr als 1,5 Milliarden Euro entsprechen. 

Als drängendste Anforderungen benannten die Lehrkräfte in der Umfrage: technische Wartung und Betreuung der digitalen Ausstattung (94 Prozent), die Bereitstellung von Hardware für die Lehrkräfte (90 Prozent) und die Lernenden (84 Prozent) sowie eine umfassende Fortbildung (85 Prozent). Auch der Infrastruktur, der Verfügbarkeit (87 Prozent) und Leistungsfähigkeit (89 Prozent) eines W-LAN-Netzes, messen die Lehrerinnen und Lehrer hohe Bedeutung bei. Die Lehrerinnen und Lehrer setzen zudem darauf, dass der Staat bei der Digitalisierung die Verantwortung behält und nicht großen Medienkonzernen Tür und Tor öffnet (85 Prozent). Den Datenschutz halten 89 Prozent der Befragten für sehr wichtig bzw. wichtig.


Info:
Im Sommer sind 15.000 GEW-Mitglieder zur „Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen“ befragt worden. Die Rücklaufquote lag bei knapp 20 Prozent. Die Ergebnisse der Studie sind für die Mitglieder der Bildungsgewerkschaft repräsentativ. Die Untersuchung liefert beispielsweise auch Daten für Kitas und Hochschulen. Die Agentur „Mauss Research“ hat die Untersuchung erstellt.

Wenn im Text nicht anders angegeben ziehen die genannten Prozentzahlen die Antworten der Befragten der Kategorien „sehr wichtig“ und „wichtig“ zusammen. Die Daten sind den Übersichtstabellen für die Tätigkeitsbereiche entnommen.

Die Studie finden Sie auf der GEW-Website unter: www.gew.de/Studie-Gebaeude

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Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14941 Fri, 21 Sep 2018 14:54:51 +0200 Da bleibt noch viel zu tun https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/da-bleibt-noch-viel-zu-tun/ Mit einer erheblichen Portion Skepsis betrachtet die Bildungsgewerkschaft GEW den Zwischenbericht des Sozialministeriums zur Neuordnung der Kita-Gesetzgebung. Zu vage bleiben ihr viele Maßnahmen und Ankündigungen. „Besser mag es wohl werden, aber noch nicht gut. Die sinnvolle Festschreibung einer zweiten Kraft pro Gruppe ist ein wichtiger Zwischenschritt hin zu guten Bedingungen in den Kindertagesstätten. Daneben bleibt vieles zu unbestimmt. Anderes genügt nicht den Erfordernissen, wie zum Beispiel die Ausweitung von Vor- und Nachbereitungszeiten und Leitungszeiten“, äußerte sich GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Freitag, 21. September 2018 in Kiel. 

Für die personelle Ausgestaltung der Standards in der fiktiven Standard-Kita legte der GEW-Landesgeschäftsführer der Politik Empfehlungen von Fachleuten aus Pädagogik und Wissenschaft ans Herz. Für den Krippenbereich ist das ein Betreuungsverhältnis von 1:3 (Ist-Stand in Schleswig-Holstein: 1:3,7), für den Elementarbereich 1:7,5 (Ist-Stand: 1:8,4). Die Zahlen stammen aus der jüngsten Studie der Bertelsmann-Studie zur frühkindlichen Bildung. Unter Einbeziehung der Ausfallzeiten des Personals stellt sich die gegenwärtige Situation noch düsterer dar.

„Sollte die Landesregierung eine fiktive Standard-Kita bei der Finanzierung zur Referenzgröße machen, kommt es entscheidend darauf an, welche Maßstäbe zugrunde gelegt werden. Wir werden ganz genau darauf achten, dass bessere Arbeitsbedingungen Einzug in die fiktive Standard-Kita erhalten“, so Bernd Schauer. „Unzureichende Arbeitsbedingungen müssen ein Ende haben. Denn sie führen ständig zu krankheitsbedingten Personalausfällen und treiben die Erzieherinnen aus dem Beruf.“

Bei der fiktiven Standard-Kita sei auch zu bedenken, dass hier nicht Unterschiede zwischen reichen und armen Gemeinden in der Ausstattung zementiert würden. Schon aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit müssten einheitlich gute Verhältnisse für alle Kitas im Lande zum Standard gemacht werden, sagte Bernd Schauer.

 

 

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Bildungsbereiche Kita Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14936 Thu, 20 Sep 2018 16:31:40 +0200 Landesregierung bleibt politisch in der Pflicht https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/landesregierung-bleibt-politisch-in-der-pflicht/ Für die verbeamteten LehrerInnen in Schleswig-Holstein hat sich das lange Warten auf ein positives „Weihnachtsgeld-Urteil“ nicht gelohnt. Am Donnerstag, den 20.09.18 wies das Verwaltungsgericht in Schleswig entsprechende Klagen ab. Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte Musterklagen von Lehrkräften unterstützt.

„Trotz des Urteils bleibt die Landesregierung in der Pflicht. Schließlich spart das Land seit über zehn Jahren viel Geld auf Kosten der Beschäftigten. Bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sind notwendig, um gute und engagierte Lehrerinnen und Lehrer für die Schulen zu gewinnen. Die Landeskassen sind gut gefüllt. Da ist es nur recht und billig, dass das Weihnachtsgeld wieder gezahlt wird“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zu dem Urteil. 

Schleswig-Holstein hatte das Weihnachtsgeld 2007 trotz heftiger Proteste der Gewerkschaften weitestgehend gestrichen. Zur Begründung hatte die Landesregierung seinerzeit auf die „finanzielle Notlage des Landes“ verwiesen. Wieder und wieder hatte die GEW gemeinsam mit DGB, GdP und ver.di gegenüber den jeweiligen Landesregierungen die Zahlung des Weihnachtsgeldes thematisiert.

 

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Wissenschaft Berufliche Bildung Schule Gute Arbeit Mitbestimmung Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-14835 Thu, 13 Sep 2018 13:14:09 +0200 Kinderschutzbund und GEW: Es ist Zeit für mehr Bildungsgerechtigkeit! https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kinderschutzbund-und-gew-es-ist-zeit-fuer-mehr-bildungsgerechtigkeit/ „Mehr Bildungsgerechtigkeit für ALLE Kinder durch tatsächliche Lernmittelfreiheit“ – mit dieser anhaltenden Forderung trat der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) heute gemeinsam mit der GEW vor die Landespressekonferenz in Kiel. „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass viele Kinder und Jugendliche immer noch langfristig auf ihrem Bildungsweg benachteiligt werden, weil ihre Eltern sich die Ausgaben rund um den Schulbesuch schlichtweg nicht leisten können“ kritisierte die DKSB SH Landesvorsitzende Irene Johns. Bereits 2013 hätten der DKSB SH und die GEW SH gemeinsam auf die belastende Kostensituation von Eltern schulpflichtiger Kinder in Schleswig-Holstein hingewiesen. Eine vor drei Jahren vom Landtag in Auftrag gegebene Studie habe längst bestätigt, dass die Kosten zu hoch seien, so Johns weiter. „Allein die Ausgaben für die zur Teilnahme am Schulunterricht notwendige Grundausstattung, die alle Eltern leisten müssen, liegen mit durchschnittlich 400 Euro weit über den dafür vorgesehenen Leistungen des Bildungs-und Teilhabepakets (BuT) von 100 Euro. Und rechnen wir die hier nicht einbezogenen, aber ebenso anfallenden Kosten für Sportschuhe, Taschenrechner, Schulausflüge oder Nachhilfeunterricht dazu, sind wir schnell beim Zehnfachen des BuT Basissatzes – ernüchternde Erkenntnisse, denen jetzt endlich Handeln auf allen Ebenen folgen muss“, mahnte Johns. 

Die sogenannte Lernmittelfreiheit, wie sie in Schleswig‐Holstein und sieben weiteren Bundesländern besteht, reicht nach Ansicht des Kinderschutzbundes bei weitem nicht aus. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September setzt sich der Verband daher jetzt auch bundesweit für die tatsächliche Lernmittelfreiheit ein.Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass Bildungs- und Teilhabeleistungen bei allen Kindern ankommen, die einen Anspruch darauf haben“, forderte DKSB-Präsident Heinz Hilgers und führte aus, dass aktuell mehr als 4,4 Millionen in Armut lebten, aber nur ein Bruchteil von Ihnen das Bildungs- und Teilhabepaket bekomme. „Das liegt vor allem an der unglaublichen Bürokratie. Zudem sind einzelne Leistungen viel zu niedrig und willkürlich festgesetzt, so wie der Schulbedarf von 100 Euro. Der wurde seit 2011 nicht mehr erhöht und die Studie aus Schleswig-Holstein zeigt ja, dass das viel zu niedrig ist“, so Hilgers weiter. „Dabei hat das Bundesverfassungsgericht mehrfach entschieden, dass alle Leistungen, auch der Schulbedarf, transparent und nachvollziehbar ermittelt werden und sich an den tatsächlichen Bedarfen von Kindern orientieren müssen“, so der Präsident des Bundesverbands.

Ein starker Kooperationspartner des DKSB SH im Kampf für mehr Bildungsgerechtigkeit im nördlichsten Bundesland ist seit mehr als fünf Jahren die GEW SH. Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW machte deutlich: „Eine echte Lernmittelfreiheit muss endlich auf den Weg gebracht werden. Arbeitsheft, Lektüre, Taschenrechner oder Tuschkasten sind notwendige Lernmittel um erfolgreich in der Schule mitzuarbeiten. Es muss Schluss damit sein, Kinder und Jugendliche zu beschämen, die das nötige Geld nicht oder erst am nächsten 1. haben. Es muss Schluss damit sein, dass Lehrkräfte mit dem Abkassieren von Kopier- oder Zeichengeld beschäftigt sind statt mit den Unterrichtsinhalten.“

Nach Ansicht von DKSB und GEW ist die aktuelle Ausgestaltung von Lernmittelfreiheit und Bildungs- und Teilhabepaket kein geeignetes Instrument, um wirkliche Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. „Es sind grundlegende Maßnahmen und eine Sensibilisierung der Beteiligten notwendig, um allen Kindern gute Bildungschancen zu bieten“, betont die Landesvorsitzende Irene Johns.
Bis zur angestrebten Umsetzung der bundesweiten DKSB Forderung der Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepaketes und Einführung einer Kindergrundsicherung, werde die Landesregierung SH daher aufgefordert:

  1. einen umfassenden Maßnahmenplan zur Senkung der Schulkosten für Eltern vorzulegen und so zu verabschieden, dass die darin beschlossenen Maßnahmen ab Unterrichtsbeginn des Schuljahres 2019/2020 umgesetzt werden können.
  2. tatsächliche Lernmittelfreiheit zu schaffen. Es müssen ALLE Materialien, die für den Schulalltag notwendig sind kostenfrei zur Verfügung stehen. Lernmittelfreiheit darf keine Mogelpackung bleiben. Es muss eine Anpassung des Schulgesetzes erfolgen.
  3. eine erneute Erhebung der Schulkosten entsprechend der Studie des IPN zur Evaluation des Erfolgs des Maßnahmenplans künftig alle fünf Jahre durchzuführen, beginnend mit dem Schuljahr 2020/2021.
  4. Schulen für die hohen Bildungskosten von Eltern zu sensibilisieren.

Unterstützt wird das Anliegen durch die Landesschülervertreter und den Landeselternbeirat.

„Wir erachten es als wichtig, dass Konzepte entwickelt werden, in denen alle finanziellen Situationen der Erziehungsberechtigten berücksichtigt werden, wenn es darum geht, welche Kosten innerhalb eines Schuljahres anfallen. Soziale Unterschiede dürfen keinen Einfluss auf den Bildungsweg der Kinder haben“, bekräftigte Leon, Mitglied der Landesschülervertretung der Gemeinschaftsschulen SH. Und Christin von der LSV Gymnasien SH fügte hinzu: „Tag täglich erleben wir als Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein, was an Kosten für Schule anfallen. Das heißt, dass wir im Dialog zum Thema Schulkosten unbedingt angehört werden müssen, da wir konkrete Beispiele und somit Verbesserungsvorschläge nennen können. Zum Beispiel müssen oftmals in den Kernfächern sogenannte Arbeitshefte angeschafft werden. Das Problem jedoch ist, dass diese mindestens zehn Euro kosten und in den meisten Fällen kaum beziehungsweise gar nicht genutzt werden“, so die 16jährige.

„Eltern stehen mit langen Listen, die ihnen von den Schulen ausgehändigt worden sind, oft ratlos vor der zahlreichen Auswahl an Schreibutensilien“, bestätigt auch der Vorsitzende des Landeselternbeirats Gymnasien SH Thomas Wulff. „Damit aber noch nicht genug: Teure Fachbücher und Übungshefte, Klassenfahrten und Exkursionen, Taschenrechner, sowie die durch Wachstum bedingte ständig neu anzuschaffende Sportbekleidung für Hallen- und Außensport -  So etwas kann und darf nicht zu finanziellen Lasten der Eltern gehen“, kritisiert Wulff.

„Die Dringlichkeit der Lage ist längst klar – Der Änderungsbedarf ist deutlich formuliert und bereits seit 2017 liegen dem Bildungsausschuss entsprechende Empfehlungen vor. Es ist jetzt also an der Landesregierung, diese Ergebnisse und Empfehlungen auch endlich umzusetzen“, betonte die Landesvorsitzende Johns.

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Schulsozialarbeit Berufliche Bildung Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14792 Fri, 07 Sep 2018 11:05:34 +0200 GEW: „Kein SHIBB ins Wirtschaftsministerium - beispiellose Aufspaltung der Zuständigkeiten!“ https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-kein-shibb-ins-wirtschaftsministerium-beispiellose-aufspaltung-der-zustaendigkeiten/ Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch ein Gutachten. Bildungsgewerkschaft zu den Plänen der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung, die Zuständigkeit für Berufsbildende Schulen mit einem Institut ins Wirtschaftsministerium zu verlagern

Frankfurt a. M./Kiel – Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch das Gutachten „Berufsbildende Schulen steuern“ (www.gew-sh.de/shibb) des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Wrase (Hildesheim/Berlin).

Folglich hat die GEW Schleswig-Holstein die Landesregierung aufgefordert, die Zuständigkeit weiterhin beim Bildungsministerium zu belassen. „Es ist auch aus Sicht des Verfassungsrechts bedenklich, dass die Landesregierung den historisch einmaligen und bislang im Schulgesetz nicht vorgesehenen Schritt zur Aufspaltung der Zuständigkeiten der Schulaufsicht über die allgemeinbildenden und die berufsbildenden Schulen ohne eine vorherige unabhängige und ergebnisoffene bildungs- und organisationswissenschaftliche Begutachtung vornehmen möchte“, heißt es u.a. in dem Gutachten.

„Wir haben genug von politischen Experimenten à la G8/G9 auf dem Rücken von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Die Landesregierung soll es bei den bewährten Strukturen im Bildungsministerium belassen. Berufliche Schulen und allgemeinbildende Schulen gehören in ein Ministerium“, fordert Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein.  Wolle die schleswig-holsteinische Landesregierung die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen, so komme als Rechtsform die eines Landesamts infrage, so der Befund des Gutachtens.

„Die proklamierten Ziele des SHIBBs -  die Bündelung der Fragen beruflicher Bildung sowie die effiziente Aufgabenwahrnehmung – können höchstens im Zuständigkeitsbereich des MBWK erreicht werden“, zitiert die Gewerkschafterin aus dem Gutachten. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass für die Errichtung kein reiner Organisationsakt der Landesregierung ausreiche, sondern es eines Parlamentsgesetzes durch den Schleswig-Holsteinischen Landtag bedürfe.

„Die beabsichtigte Verlagerung der Zuständigkeit für die berufsbildenden Schulen vom Bildungs- ins Wirtschaftsministerium wäre bundesweit einzigartig“, so Ansgar Klinger, im GEW Hauptvorstand für Berufliche Bildung zuständig. „Sie widerspricht in gewisser Weise dem Gedanken der klassischen Dualität beruflicher Bildung, wonach die Schule der betrieblichen Ausbildung in dem Sinne komplementär gegenübertritt, dass sie neben der betrieblichen Ausbildung gerade eine berufsübergreifende und allgemeine Bildung vermittelt, welche sie gegenüber den Verwertungsinteressen der Wirtschaft absichert“, zieht  er das Gutachten heran. Diese beispiellose Aufspaltung führe für Schleswig-Holstein auf Bundesebene  zu  einem erheblichen Repräsentationsproblem in der Kultusministerkonferenz.

Ansgar Klinger: „Bildungsministerin Karin Prien und Wirtschaftsminister Buchholz dürfen dann in Zukunft immer gemeinsam zur Kultusministerkonferenz reisen. Der Wirtschaftsminister vertritt das Land bei Fragen der berufsbildenden Schulen, während die Bildungsministerin weiterhin Repräsentantin für die Angelegenheiten der allgemeinbildenden Schulen bleibt. Und bei Fragen, die alle Schulen betreffen, dürfen sich beide für das Land zu Wort melden.  Selbst wenn man Vertretungs- und Koordinationsmöglichkeiten findet, ist dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden und damit völlig unverhältnismäßig.“

An den  aufwendigen Koordinierungsbedarf zwischen den Ministerien knüpft auch Astrid Henke bei ihrer Kritik an: „Alle reden von Bürokratieabbau. Hier wird nun aber gezielt Bürokratieaufbau betrieben. Koordinierungsbedarf, Mehraufwand, inhaltliche Probleme sind vorprogrammiert. Dies betrifft Fachanforderungen und schulaufsichtliche Vorgaben für die zu vergebenden Schulabschlüsse genauso wie sämtliche Erlasse des Bildungsministeriums MBWK zu pädagogischen und schulorganisatorischen Fragen, die allgemein- und berufsbildende Schulen gleichermaßen betreffen.“

 

Info:
Die schleswig-holsteinische Landesregierung will die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen und die Zuständigkeit für die Gründung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufsbildung (SHIBB) in den Verantwortungsbereich des Wirtschaftsministeriums übertragen. Die GEW hat heute die Vorabfassung des von der Max-Traeger-Stiftung in Auftrag gegebenen Gutachtens „Berufsbildende Schulen steuern. Verfassungs- und organisationsrechtliche Vorgaben für die Ausgestaltung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB)“ (www.gew-sh.de/shibb) vorgestellt. Es gibt klare Auskunft auf die Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der infrage kommenden Rechtsformen eines SHIBBs und dessen organisatorische Ausgestaltung. Außerdem bewertet es mögliche, letztlich mit dem SHIBB verbundene Zielsetzungen durch den Wechsel der Zuständigkeit vom Bildungs- in das Wirtschaftsressort der Landesregierung.

 

Veranstaltungshinweis der Fachgruppe Berufliche Bildung:

Goldene Zeiten für die berufliche Bildung? Was bringt der Wechsel der Beruflichen Bildung ins Wirtschaftsministerium?

Diskussion mit: Ansgar Klinger (GEW-Hauptvorstand) Astrid Henke (GEW-Landesvorsitzende) Ingo Schlüter (stellv. Vorsitzender DGB Nord)

Termin: 13.09.2018, 16:00 - 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: DGB-Haus Neumünster (Carlstr. 7)

 

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Berufliche Bildung Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14744 Mon, 03 Sep 2018 14:17:19 +0200 GEW: Ohne bessere Bedingungen wird das nichts https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-ohne-bessere-bedingungen-wird-das-nichts/ Die GEW erwartet vom Land mehr Anstrengungen bei der Umsetzung der Inklusion. Im bundesweiten Vergleich legt Schleswig-Holstein zwar gut, aber die Belastungen für die LehrerInnen sind zu hoch, worunter auch die SchülerInnen leiden. Kein Grund zum Jubel
Obwohl Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich gut dasteht, besteht aus Sicht der Gewerkschaft kein Anlass zum Jubel. Die Arbeitsbelastungen für die Lehrkräfte sind aus Sicht der Gewerkschaft viel zu hoch. Die sonderpädagogische Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler reicht nicht aus für eine gute Inklusion.

LehrerInnen brauchen mehr Zeit
„Wir finden es gut, dass in Schleswig-Holstein vielen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf das gemeinsame Lernen in der Regelschule ermöglicht wird. Aber ohne ausreichende personelle Ausstattung, wird das nichts mit der Inklusion. Für eine erfolgreiche Inklusion brauchen die Lehrkräfte einfach mehr Zeit“, forderte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 3. September 2018 in Kiel mit Blick auf die heute veröffentlichte Studie „Unterwegs zur inklusiven Schule“ der Bertelsmann Stiftung. Nach Berechnungen der GEW fehlen in Schleswig-Holstein etwa 1.000 Stellen für die Inklusion.

Gute Ergebnisse auf dem Rücken der Lehrkräfte
„Die Ergebnisse der Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zeigen für Schleswig-Holstein einen Fortschritt bei der Inklusion. Das ist gut. Noch besser wäre es, wenn dieser Fortschritt nicht zum großen Teil auf dem Rücken der Lehrkräfte erreicht worden wäre. Die Landesregierung muss für die Lehrkräfte endlich bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Wir brauchen mehr Personal sowie Zeit für Austausch und Fortbildung. Das würde die Lehrkräfte entlasten, aber auch den Schülerinnen und Schülern helfen“, betonte die GEW-Landesvorsitzende.

Ein Zurück bei der Inklusion ist keine Antwort
Sie hob jedoch auch hervor, dass gute Inklusion in einer demokratischen Gesellschaft nicht einfach beiseite gewischt werde dürfe. Astrid Henke: „Ein Zurück ist keine Antwort. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist anerkannt und gilt auch für Deutschland. Gerade in Zeiten, in denen Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten zunehmen, wird gute Inklusion in den Bildungseinrichtungen wichtiger denn je. Sie wird aber nur mit guten Rahmenbedingungen erfolgreich sein.“


Verantwortlich: Bernd Schauer, 03.09.2018

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Inklusion Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14721 Fri, 31 Aug 2018 09:59:38 +0200 GEW fordert Stundenreduzierung für Lehrkräfte https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fordert-stundenreduzierung-fuer-lehrkraefte/ Vage Ankündigungen des Bildungsministeriums von zusätzlichen Ressourcen fürs kommende Jahr reichen für die Schulen mit besonderen Heraussforderungen nicht aus. Die GEW fordert für die betroffenen Lehrkräfte eine Reduzierung der Pflichtstunden. Neues Schuljahr – keine Verbesserungen
Ein neues Schuljahr hat begonnen. Für die Schulen mit besonderen Herausforderungen hat sich nichts zum Besseren gewendet.Damit sie ihren schwierigen Aufgaben besser gerecht werden können, fordert die Bildungsgewerkschaft GEW nun für die Lehrkräfte an den entsprechenden Schulen eine Reduzierung der Pflichtstunden.

Lehrkräfte arbeiten am Limit
„Die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen in den von sozialen Problemen besonders betroffenen Stadtteilen arbeiten am Limit – oft auch darüber hinaus. Tag für Tag sehen sie sich mit wachsenden Aufgaben konfrontiert, wie zum Beispiel zahlreichen Gesprächen mit Eltern sowie dem Jugendamt. Um die Lehrkräfte zu entlasten, fordern wir für sie eine Pflichtstundenreduzierung, und zwar umgehend im ersten Schritt für die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 31. August 2018 in Kiel. 

Zu viele SchülerInnen werden scheitern
Ohne mehr Ressourcen befürchtet sie für die Schülerinnen und Schülern schlechtere Bildungschancen. „Viel mehr junge Menschen als nötig werden dann auf dem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss scheitern, weil die Bedingungen für gute Schulleistungen nur sehr mühsam herzustellen sind.“

Soziale Spaltung in Kiel besonders krass
Bestätigt sieht sich die GEW in ihrer Forderung nach besseren Bedingungen für die Schulen mit besonderen Herausforderungen durch den Soziologen Professor Marcel Helbig. Der kommt in seiner Studie zur sozialen Segregation in 74 deutschen Städten zu dem für die Landeshauptstadt Kiel traurigen Resultat, dass die soziale Spaltung in Kiel überdurchschnittlich stark angestiegen ist.

Handeln ist angesagt
„Mag es in Kiel auch besonders krass sein, so stellt die Landeshauptstadt beileibe keinen Einzelfall dar. In anderen schleswig-holsteinischen Orten beobachten wir ebenfalls ein immer stärkeres Auseinanderdriften der Gesellschaft mit den daraus resultierenden Problemen für die Schulen und übrigens auch Kindertagesstätten. Daher reicht es seitens des Bildungsministeriums nicht aus, den Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen anzuerkennen. Handeln ist angesagt“, so die GEW-Landesvorsitzende.

Bildungsbonus darf nicht zu weiteren Belastungen führen
In Hinblick auf die Tagung des Bildungsministeriums am 12. September zur Umsetzung vom Bildungsbonus ergänzte Astrid Henke:  „Die Tagung ist wichtig, ebenso die vage Ankündigung von Unterstützung durch das Bildungsministerium für das kommende Jahr. In ihrer gegenwärtigen Not hilft das den Schulen aber nicht, genauso wenig wie die Erarbeitung von einem Sozialatlas.“ Bei der Tagung dürfe auf keinen Fall herauskommen, dass die betroffenen Kollegien erst selbst umfangreiche Konzepte schreiben müssten, um in den Genuss von zusätzlichen Ressourcen für ihre Schule zu kommen. Das würde in den Schulen nur zu noch mehr Frust führen. 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 31. August 2018

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Bildungsbereiche Schule Thema Migration Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Presse Schleswig-Holstein
news-14704 Tue, 28 Aug 2018 14:07:45 +0200 Bertelsmann-Studie: In Schleswig-Holsteins Kitas fehlen 1.600 Stellen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bertelsmann-studie-in-schleswig-holsteins-kitas-fehlen-1600-stellen/ Knapp 1.600 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte fehlen in den schleswig-holsteinischen Kindertagesstätten, um wissenschaftlichen Standards in der frühkindlichen Bildung zu genügen. Diese Zahlen stammen aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung.  Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte die Landesregierung auf, im geplanten neuen Kita-Gesetz einen besseren Personalschlüssel festzuschreiben.

„Trotz leichter Verbesserungen ist der Unterschied zwischen wissenschaftlich empfohlenem und tatsächlichem Personalschlüssel nach wie vor riesig groß. Weil sie den Kindern wegen der unzureichenden Bedingungen für die pädagogische Arbeit nicht wirklich gerecht werden können, befinden sich viele Erzieherinnen und Erzieher in einer ständigen Überforderungssituation. Viele kehren deshalb ihrem Beruf den Rücken. Wir erwarten von der Landesregierung und den sie tragenden Parteien, dass sie in den Kitas endlich für bessere Bedingungen sorgen, und zwar im Interesse von Kindern und Beschäftigten“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Dienstag, 28. August 2018 in Kiel. „Bei der gegenwärtigen Diskussion über ein neues Kita-Gesetz haben wir allerdings den Eindruck, dass die Arbeitsbedingungen der sozialpädagogischen Fachkräfte keine allzu große Rolle spielen. Das muss sich dringend ändern, wenn in den Kitas weiterhin gute Arbeit geleistet werden soll.“ 

Wie weit Schleswig-Holstein immer noch von pädagogisch vertretbaren Betreuungsverhältnissen entfernt ist, illustrieren die Bertelsmann-Zahlen. Im Krippenbereich kommen, statistisch betrachtet, auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft nach wie vor 3,7 ganztags betreute Kinder. Fachleute aus Pädagogik und Wissenschaft  empfehlen hingegen einen Schlüssel von 1:3.

Bei der Betreuung der Kinder zwischen drei und sechs Jahren gibt es eine leichte Verbesserung. Die Empfehlung der Wissenschaft für den Personalschlüssel lautet 1:7,5, während  die Realität in den schleswig-holsteinischen Kitas bei 1:8,4 liegt. Zieht man den noch aussagekräftigeren Fachkraft-Kind-Schlüssel  heran, der zum Beispiel auch Ausfallzeiten des Personals miteinbezieht, so sieht die Wirklichkeit eher noch schlechter aus.

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Kita Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14715 Thu, 16 Aug 2018 10:55:00 +0200 Kein Wort der Ministerin zur Arbeitsbelastung der Lehrkräfte https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kein-wort-der-ministerin-zur-arbeitsbelastung-der-lehrkraefte/ Dass für Bildungministerin Karin Prien auf ihrer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn die belastenden Arbeitsbedingungen in den Schulen scheinbar kein Thema sind, stieß bei der GEW besonders auf. Mehr Soll als Haben
Auf der Habenseite der Ministerin verbuchte die Gewerkschaft die Schaffung neuer Lehrerstellen sowie die geplante Stärkung der politischen Bildung. Im teilweise krassen Soll sieht die GEW die CDU-Politikerin bei den Themen: Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, mangelhafte Unterstützung für Schulen mit besonderen Herausforderungen, A13 für Grundschullehrkräfte, Lehrkräftemangel und rückwärtsgewandte Grundschulpädagogik.

Reduzierung der Arbeitsbelastung überfällig
„Es überrascht schon sehr, dass für die Ministerin die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in allen Schularten anscheinend kein Thema ist. Dabei ist eine Reduzierung der Arbeitsbelastung überfällig, zum Beispiel durch die Senkung der Pflichtstunden und Entlastung für die Wahrnehmung von besonderen Aufgaben wie Klassenlehrertätigkeit“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel.

Lehrkräftemangel nimmt bedenkliche Ausmaße an
Mehr Nachdruck wünscht sie sich von der Bildungsministerin bei der Bewältigung des Lehrkräftemangels: „Von 320 neuen Grundschulstellen können 40 nicht besetzt werden, von den 192 an Förderzentren zu besetzenden Stellen über ein Viertel nicht. Das nimmt bedenkliche Ausmaße an.“ Schleswig-Holstein habe es wie die anderen Bundesländer in den vergangenen Jahren versäumt, rechtszeitig auf die steigende Schülerzahlen durch Geburtenanstieg und Einwanderung zu reagieren. Nun sei der Mangel da und die Politik müsse sich von Notmaßnahme zu Notmaßnahme hangeln.

Beruf muss attraktiver werden
Mit der Einstellung von Quer- und Seiteneinsteigern ist es für Astrid Henke aber nicht getan. „Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers muss attraktiver werden. Das Anschalten einer neuen Homepages mit dem schönen Titel „Traumjob Lehrer/-in“ reicht da nicht. Eine schnellere Einführung von A13 für Grundschullehrkräfte scheint da viel erfolgversprechender.“ Die Lehrkräfte an den Schulen, die Nicht-Lehrkräften hilfreich zur Seite stünden, müssten dafür wie bei Lehramtsanwärterinnen und –anwärtern Mentorenstunden erhalten. 

Jahr der politischen Bildung gute Idee
Die Ausrufung eines Jahres der politischen Bildung hält die Gewerkschafterin für eine gute Idee. „Damit die Schulen sie auch erfolgreich umsetzen können, brauchen sie genügend Zeit, um neue Ideen aufzugreifen, zu entwickeln und mit Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Schülerinnen und Schüler dabei voll mit einbezogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass das Ganze auf eine Alibiveranstaltung hinausläuft.“

 

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Berufliche Bildung Schule Bildungsqualität Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein