GEW Schleswig-Holstein - Website https://www.gew-sh.de GEW Schleswig-Holstein - Website de-DE GEW Schleswig-Holstein - Website Mon, 28 May 2018 01:35:18 +0200 Mon, 28 May 2018 01:35:18 +0200 TYPO3 EXT:news news-14160 Wed, 09 May 2018 16:46:54 +0200 Lehrkräftemangel: Die Not wird größer https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrkraeftemangel-die-not-wird-groesser/ Bald dürfte die Zahl 1.000 erreicht sein. Im Moment sind es 882 Stellen, die das Bildungsministerium mit Lehrkräften ohne vollständige Ausbildung als Lehrerin oder Lehrer besetzt. Drei Viertel ohne jegliche Lehramtsausbildung
Auf mehr als drei Viertel dieser Stellen befinden sich sogar Personen, denen jegliche Lehramtsausbildung fehlt. (Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Habersaat.) Da die meisten Aushilfslehrkräfte in Teilzeit arbeiten, liegt die Zahl der Personen insgesamt wahrscheinlich bei knapp 2.000.

Überstunden durch Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst
„Die Not wird größer. Das lässt sich auch daran ablesen, dass das Bildungsministerium zunehmend Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zum Vertretungsunterricht heranzieht. Immerhin leisten jetzt schon 111 junge Lehrkräfte bezahlte Überstunden, um an ihren Schulen die Unterrichtsversorgung aufrecht zu erhalten“, erläuterte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 9. Mai 2018 die sich zuspitzende Situation.

Ausbildung statt Überstunden
Für die Gewerkschafterin ist das eine sehr bedenkliche Entwicklung: „Die jungen Lehrerinnen und Lehrer befinden sich noch in der zweiten Phase ihrer Ausbildung. Sie sollten sich auf einen erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung konzentrieren und ihn nicht durch Überstunden gefährden. Die Mehrarbeit dürfte höchstens nach der Prüfung zugelassen werden. Generell sollte das Land Lehramtsanwärterinnen und –anwärter so gut bezahlen, dass sie nicht auf bezahlte Überstunden angewiesen sind.“

Mentorenstunde“ und attraktivere Arbeitsbedingungen
Der Lehrkräftemangel zeigt sich besonders krass  im Süden des Landes sowie in Neumünster und Kiel, und zwar vor allem an Grund- und Gemeinschaftsschulen. Um  diejenigen Lehrkräfte zu unterstützen, die Vertretungslehrkräfte in den Schulen beraten, plädierte die GEW-Landesvorsitzende für die Einführung einer Art „Mentorenstunde“. Auf Dauer müsse aber der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers attraktiver gemacht werden. „A13 für Grundschullehrerinnen und –lehrer ist ein gutes Signal, muss aber von der Landesregierung viel schneller umgesetzt werden.“ Die Anzahl der Ausbildungsstellen, auch für Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen an Grundschulen, sollte ebenfalls weiter angehoben werden.

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Schule Bildungsqualität LehrerInnenbildung Gute Arbeit Artikel Schleswig-Holstein
news-14109 Wed, 02 May 2018 11:06:26 +0200 Beihilfe - Kein Buch mit sieben Siegeln! https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/beihilfe-kein-buch-mit-sieben-siegeln/ Immer wieder erreichen uns in der Rechtsschutzstelle Fragen rund um das Thema Beihilfe. Wie ihr euch direkt beim „Dienstleistungszentrum Personal des Landes Schleswig-Holstein“ (DLZP) über verschiedene Fragestellungen kundig macht: Habe ich während einer Beurlaubung ohne Dienstbezüge einen Anspruch auf Beihilfe? Wie sieht es in der Elternzeit aus? Welche Fristen muss ich beachten? Wie lange dauert die Bearbeitung von Beihilfeanträgen? Unter welchen Bedingungen kann ich bei hohen Rechnungsbeträgen eine Abschlagzahlung erhalten?  

Auf alle diese Fragen findet man ohne größeren Aufwand Antworten auf der Homepageseite des DLZP.

 

Wie finde ich im Internet die offiziellen Informationen des DLZP?
Alle relevanten Informationen zum Beihilferecht in Schleswig-Holstein sind hier nachzulesen: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/DLZP/Themen/Beihilfebearbeitung/box_table_Beihilfe.html

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das DLZP beantwortet dort zu den Oberbegriffen „Anspruch auf Beihilfe“, „Antragstellung“, „Zahnbehandlungen“, „Seh- und Hörhilfen“, „Krankenhaus und Kur“, „Pflege“, „Psychotherapie“, „Heilpraktiker“ und „Ausland“ die am häufigsten gestellten Fragen. Hier einige Beispiele:

 

„Habe ich während einer Beurlaubung ohne Dienstbezüge einen Beihilfeanspruch?

Nein.
Das gilt auch für berücksichtigungsfähige Angehörige.
Ausnahmen gelten gemäß
§ 2 BhVO:
• während einer Elternzeit,
• für alleinerziehende Beamte, die aus Anlass der Betreuung mindestens eines Kindes unter 18 Jahren ohne Bezüge beurlaubt sind,
• aus Anlass der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger ohne Bezüge beurlaubte Beamte für die Dauer von drei Jahren sowie
• bei einer sonstigen Freistellung vom Dienst unter Fortfall der Bezüge bis zu einer Dauer von einem Monat.

 

Habe ich während meiner Elternzeit Anspruch auf Beihilfe?

Ja. Siehe hierzu auch „Habe ich während einer Beurlaubung ohne Dienstbezüge einen Beihilfeanspruch?“.
Hinweis! Sollten Sie sich nach der Elternzeit weiter beurlauben lassen, entfällt in der Regel der Anspruch für Sie und Ihre Kinder.

 

Muss ich beim Beantragen von Beihilfe Fristen beachten?

Beihilfe gewähren wir gemäß § 5 Abs. 3 BhVO nur für Aufwendungen, die weniger als ein Jahr zurückliegen. Der Beihilfeanspruch für ältere Aufwendungen erlischt.
Die Ausschlussfrist beginnt mit dem Datum der Rechnung bzw. mit dem Kaufdatum des Medikaments. Entscheidend ist das Eingangsdatum Ihres Antrags.

 

Sind Abschlagszahlungen möglich?

Abschlagszahlungen auf eine zu erwartende Beihilfe sind gemäß § 5 Abs. 7 BhVO unter bestimmten Voraussetzungen und nur für bestimmte Aufwendungen möglich. Beispielsweise müssen Ihre Aufwendungen über 2.600 Euro liegen. Oder Sie müssen uns nachweisen, dass Ihr Arzt Ihre Behandlung nicht ohne Voraus- oder Abschlagzahlung vornimmt.
Abschlagszahlungen beantragen Sie schriftlich per Vordruck. Diesen können Sie
hier ("Service/Formulare) herunterladen.
Tipp! Wir bearbeiten Ihren Antrag zeitlich bevorzugt, wenn Sie aktuelle Aufwendungen über 3.500 Euro haben. Macht das vielleicht einen Abschlag entbehrlich?“

 

(zitiert von der Homepage des DLZP, Stand: 30.04.2018)

 

Beihilfe-Hotline

Das DLZP hat eine Hotline geschaltet, die von Montag bis Freitag unter 0431-988 9555 jeweils von 09.00 Uhr bis 11:30 Uhr und von 13:30 Uhr bis 15:00 Uhr angerufen werden kann. Dort werden allgemeine Fragen und Fragen zum Bearbeitungsstand des eingereichten Beihilfeantrages beantwortet.

 

Einführung der eBeihilfe

Das DLZP hat seine Beihilfebearbeitung umgestellt: intern erfolgt die Bearbeitung elektronisch. Noch können die Beihilfeanträge aber nicht digital eingereicht werden. Wichtige Hinweise dazu sind hier nachzulesen: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/DLZP/Kurzmeldungen/richtigeAntragseinreichungBeihilfe.html

 

Bearbeitungsstand

Mit Datum 26.04.2018 informiert das DLZP, dass die Regelbearbeitungszeit aktuell in der Regel sechs Kalendertage beträgt.

 

Beihilfevordrucke

Alle notwendigen Vordrucke lassen sich unter „Antragsvordrucke und Formulare“ bzw. bei den FAQs bei den Fragen zur „Antragstellung“ finden. Zur Antragstellung selbst werden darüber hinaus sachdienliche Hinweise gegeben.

 

Rechtsgrundlage

Ebenso findet man auf dieser Homepage generelle Hinweise zum Beihilferecht sowie im Wortlaut die für alle Beihilfeentscheidungen zugrunde liegende „Landesverordnung über die Gewährung von Beihilfen an Beamtinnen und Beamte in Schleswig-Holstein (Beihilfeverordnung - BhVO) vom 15. November 2016“.

 

Die Beihilfe-Homepage des DLZP ist sehr hilfreich, um sich allgemein und umfassend zu Fragen der Gewährung von Beihilfe zu informieren. Für die Beantwortung von Fragestellungen im Einzelfall steht die Landesrechtsschutzstelle gerne zur Verfügung.

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Schule Recht Beamte Artikel Schleswig-Holstein
news-14081 Thu, 26 Apr 2018 14:27:19 +0200 Raus zum 1. Mai https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/raus-zum-1-mai/ Am 1. Mai demonstrieren die Gewerkschaften wieder für eine solidarische, vielfältige und gerechte Gesellschaft in Deutschland und Europa. Die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke wird auf der Mai-Kundgebung in Neumünster sprechen. Unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“ rufen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Mitgliedsgewerkschaften auf, an den Kundgebungen und Demonstrationen zum 1. Mai 2018, dem „Tag der Arbeit“, teilzunehmen Auch in Schleswig-Holstein finden an vielen Orten Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfeste statt.

In seinem Aufruf zum 1. Mai fordert der DGB von der Großen Koalition mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik und mehr Förderung der Vielfalt. Wörtlich heißt es: „Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.“

Konkret verlangen die Gewerkschaften außerdem:

  • die Abschaffung von Niedriglöhnen, Mini- und Midijobs
  • die Abschaffung von Überstunden und Überlastung im öffentlichen Dienst durch die Einstellung von mehr Personal
  • mehr Mitbestimmung der Beschäftigten bei ihrer Arbeitszeitplanung
  • mehr Investitionen in bessere Bildung und Infrastruktur
  • die Schließung der Lohnlücke von 21 Prozent bei der Bezahlung von Frauen
  • ein Verbot für Arbeitgeber, aus der Tarifbindung auszusteigen
  • ein gerechtes Steuersystem, in dem Reiche mehr übernehmen als Arme
  • die Stärkung eines sozialen und solidarischen Europas

Der 1. Mai wird als Internationaler Tag der Arbeiterbewegung gefeiert. Seine Anfänge gehen zurück auf das Jahr 1890. Damals begingen erstmals Millionen arbeitender Menschen in Europa und in den USA gleichzeitig den „Weltfeiertag der Arbeit“.

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Thema Bildung weiter denken GEW Gute Arbeit Mitbestimmung Artikel Schleswig-Holstein
news-13956 Wed, 18 Apr 2018 09:07:53 +0200 Tarifabschluss: Im Schnitt rund 7,5 Prozent mehr - Laufzeit von 30 Monaten https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tarifabschluss-im-schnitt-rund-75-prozent-mehr-laufzeit-von-30-monaten/ Bis zuletzt hatten die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen. Am Ende verständigten sich die Tarifparteien auf neue Tabellen. Im Durchschnitt bedeutet das rund 7,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Das zentrale Thema der Tarifrunde war die Forderung, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst in Zeiten von Wirtschaftswachstum, Fachkräftemangel und Rekordsteuereinnahmen deutlicher steigen sollen als in den Jahren zuvor. Das ist im Kern gelungen.

„Mit dem Abschluss wird der öffentliche Dienst gestärkt und attraktiver.“ (Marlis Tepe)

„Im Schnitt werden die Kolleginnen und Kollegen rund 7,5 Prozent mehr Gehalt in der Tasche haben, bei einer Laufzeit von 30 Monaten des Tarifvertrages. Zugleich haben die Gewerkschaften einen Mindestbetrag von 178 Euro durchgesetzt“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe nach Abschluss der Verhandlungen am Mittwoch in Potsdam. „Mit dem Abschluss wird der öffentliche Dienst gestärkt und attraktiver. Es ist gelungen die Funktions- und Konkurrenzfähigkeit zu verbessern“, sagte Tepe. Auch GEW-Tarifexperte Daniel Merbitz kommentierte das Verhandlungsergebnis in Potsdam: „Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht, aber das ist unter dem Strich die höchste Steigerung seit Jahren und ein richtig gutes Ergebnis“.

Damit alle Beschäftigten in einem ausgewogenen Verhältnis von der Tariferhöhung profitieren, haben sich die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern darauf geeinigt, in dieser Runde alle Tabellenwerte einzeln anzuheben.

Auch bei der Jahressonderzahlung gab es einen Erfolg. Diese werden für die Beschäftigten in den östlichen Bundesländern schrittweise auf das Westniveau angehoben. „30 Jahre nach der deutschen Einheit wird damit endlich eine unfaire Benachteiligung der Beschäftigen in Ostdeutschland beendet“, kommentierte Tepe das Verhandlungsergebnis.

Wie zuvor beim Bund und im Tarifvertrag der Länder (TV-L) wird die Jahressonderzahlung in vier Schritten über den Zeitraum von vier Jahren angehoben, bis sie 2022 vollständig an das Westniveau angeglichen ist. Der erste Schritt erfolgt 2019 mit einer Anhebung auf 82 Prozent des Westniveaus, 2020 auf 88 Prozent, 2021 auf 94 Prozent und 2022 schließlich 100 Prozent.

GEW-Chefin Tepe wies außerdem darauf hin, dass die GEW einen weiteren Erfolg verbucht habe. „Wir haben die Zusage, dass die GEW mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern über eine tarifliche Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte an den kommunalen Schulen verhandeln wird.“ Auf Druck der Bildungsgewerkschaft habe die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den Weg für Tarifverhandlungen frei gemacht.

Der Tarifabschluss zusammengefasst:

  • Insgesamt 7,5 Prozent bei 30 Monaten Vertragslaufzeit.
  • Mindestens 7,3 Prozent mehr für den Sozial- und Erziehungsdienst.
  • Bis zu 12 Prozent mehr für Einsteigerinnen und Einsteiger (Stufe 1 aller Entgeltgruppen).
  • Deutliche Steigerung für die Entgeltgruppen EG 9 bis EG 13.
  • Rückwirkend zum 1. März 2018: Im Schnitt 3,19 Prozent mehr.
  • Ab 1. April 2019: Im Schnitt 3,09 Prozent mehr.
  • Ab 1. März 2020: Im Schnitt 1,06 Prozent mehr.
  • Zusätzlich gibt es zum 1. März 2018 für die Entgeltgruppen E 1 bis E 6 eine Einmalzahlung in Höhe von 250,- Euro.
  • Angleichung der Jahressonderzahlung Ost in vier Schritten.
  • Zusage für Verhandlungen zur Eingruppierung kommunaler Lehrkräfte.

Die Erhöhungen im ausgehandelten Tarifabschluss können in den Entgelttabellen sehr unterschiedlich ausfallen. Die GEW gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Tarifabschluss. Dort gibt es auch die Möglichkeit, zu kommentieren.

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Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13826 Tue, 27 Mar 2018 14:56:44 +0200 Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Demonstration in Itzehoe https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/warnstreiks-im-oeffentlichen-dienst-demonstration-in-itzehoe/ Die Beschäftigten von Bund und Kommunen machen weiter Druck. Heute beteiligten sich rund 350 Kolleginnen und Kollegen an einem Warnstreik in den Kreisen Pinneberg und Steinburg zu dem die GEW gemeinsam mit ver.di aufgerufen hat. Nachdem letzte Woche schon in verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein die Beschäftigten ihrem Unmut über die Arbeitgeber Luft verliehen haben, beteiligten sich auch heute (27.03.2017) mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen an dem gemeinsamen Warnstreik von ver.di und GEW – darunter auch Beschäftigte aus Kindertagesstätten, der Schulsozialarbeit und der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Die GEW fordert gemeinsam mit ver.di und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. Die Arbeitgeber legten auch in der zweiten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes kein Angebot vor.  Sie bezeichneten die Forderungen der Gewerkschaften erneut als unbezahlbar und sperrten sich gegen den Mindestbetrag von 200 Euro. Ab Ostern will die GEW flächendeckend streiken. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. April in Potsdam statt.

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Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13802 Wed, 21 Mar 2018 17:31:49 +0100 GEW-Erfolg: 60 Euro mehr für LehramtsanwärterInnen https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-erfolg-60-euro-mehr-fuer-lehramtsanwaerterinnen/ 1,500 LehramtsanwärterInnen in Schleswig-Holstein können sich freuen. Ab Januar 2019 sollen sie vom Land Schleswig-Holstein monatlich 60 Euro mehr bekommen. Zähes Ringen
Mit den LehramtsanwärterInnen freut sich die GEW. Denn die GEW hat der Finanzministerin diesen Erfolg in einem langen und zähen Ringen abgerungen.  

Erhöhung reicht nicht
Es ist aber nicht mehr als eine wichtige Etappe. Denn reichen tut diese Erhöhung aus Sicht der GEW noch nicht. Schließlich haben LehramtsanwärterInnen ein fünfjähriges Universitätsstudium (Bachelor plus Master) hinter sich. Da ist ein monatliches Einkommen von knapp 1.400 € bis 1.470 € eher dürftig. Allemal, wenn man die Lebenshaltungskosten inklusive hoher Fahrtkosten mit berücksichtigt.  

Größere finanzielle Wertschätzung erforderlich
Ganz klar: LehramtsanwärterInnen verdienen eine größere finanzielle Wertschätzung. Wir erwarten daher mindestens eine Verdoppelung der Steigerung auf 120 €. So ließe sich auch dem Lehrkräftemangel entgegen wirken, der sich an den Schulen immer mehr bemerkbar macht. Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers scheint zunehmend für viele junge Leute nicht mehr ausreichend attraktiv zu sein. Bei Mangelfächern und im Bereich der Beruflichen Bildung kommt noch hinzu, dass viele AbsolventInnen eines Lehramtsstudiums auch für andere Berufszweige von Interesse sind.

Jetzt aktiv werden in der GEW!
Grundsätzlich strebt die GEW übrigens eine Erhöhung der Bezüge für LehramtsanwärterInnen an auf eine Höhe zwischen 1.750 € und 1.992 € (Hälfte der Eingangsbesoldung für fertig ausgebildete Lehrkräfte).Damit die Finanzministerin sich in diese Richtung bewegt, müssen wir uns weiter intensiv einsetzen – mit euch LehramtsanwärterInnen!
Deshalb: Jetzt aktiv werden in der GEW!

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Bildungsbereiche Studium Berufliche Bildung Schule Bildungsfinanzierung LehrerInnenbildung Gute Arbeit Beamte Artikel Schleswig-Holstein
news-13787 Tue, 20 Mar 2018 08:35:47 +0100 Tarifrunde Bund und Kommunen: GEW ruft zu Warnstreiks auf https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tarifrunde-bund-und-kommunen-gew-ruft-zu-warnstreiks-auf/ Kiel – Für den morgigen Dienstag, 20. März 2018 ruft auch die Bildungsgewerkschaft GEW ihre Mitglieder in Kiel, Flensburg und Neumünster zum Warnstreik auf. Der Schwerpunkt liegt bei den städtischen Kindertagesstätten. Bisher kein Angebot der Arbeitgeber
In der bundesweiten Tarifrunde verhandeln die Gewerkschaften ver.di und GEW mit dem Bund und den kommunalen Arbeitgebern über eine gerechtere Bezahlung. In der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Deshalb weiten die Gewerkschaften nun die Warnstreiks aus.

Steigende Einkommen auch im Sozial- und Erziehungsdienst wichtig
„Auch die Einkommen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst müssen kräftig steigen. Wann, wenn nicht jetzt? Die öffentliche Hand hat im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss von 38,4 Milliarden Euro eingefahren. Die Beschäftigten haben dafür mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen. Da ist es nur recht und billig, dass sie nun auch an dieser Entwicklung beteiligt werden“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 19. März 2018 in Kiel. Sie betonte, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst seit 2000 weniger stark gestiegen seien als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke von rund vier Prozent gelte es jetzt zu schließen. Steigende Reallöhne seien wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln.

Info:
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. Zudem erwarten sie, dass die Jahressonderzahlung für das Tarifgebiet Ost auch für den kommunalen Bereich an das West-Niveau angeglichen wird. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West.

 

 

 

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Bildungsbereiche Kita Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13746 Wed, 14 Mar 2018 15:32:28 +0100 Tarifrunde: Wieder kein Angebot – Warnstreiks in Schleswig-Holstein https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tarifrunde-wieder-kein-angebot-warnstreiks-in-schleswig-holstein/ Auch in der zweiten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes Bund und Kommunen provozierten die Arbeitgeber, indem sie erneut kein Angebot vorlegten. Auch in Schleswig-Holstein kommt es deshalb ab nächster Woche zu Warnstreiks. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde zum TVöD, die am Dienstag in Potsdam zu Ende ging, haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Erneut bezeichneten sie die Forderungen der Gewerkschaften als unbezahlbar und sperrten sich vehement gegen den Mindestbetrag von 200 Euro. Die GEW kündigte an, auf diese Provokation mit Warnstreiks zu antworten. „Jetzt geht es richtig los“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Potsdam.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten noch einmal ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro bekräftigt. Zudem erwarten sie, dass die Jahressonderzahlung für das Tarifgebiet Ost auch für den kommunalen Bereich an das West-Niveau angeglichen wird. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West.

Tepe erklärte, dass „die Gehälter im öffentlichen Dienst seit 2000 weniger stark gestiegen sind als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke beträgt rund vier Prozent und muss schrittweise geschlossen werden“. Steigende Reallöhne seien wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln.“ Zudem habe die öffentliche Hand im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss von 38,4 Milliarden Euro eingefahren. „Dafür haben die Beschäftigten mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, nun müssen sie an dieser Entwicklung beteiligt werden“, so Tepe.

Nun muss eine deutliche Antwort von den Kolleginnen und Kollegen kommen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die GEW wird die Tarifbeschäftigten in den städtischen Kitas, an den kommunalen Schulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen zu ganztägigen Warnstreiks aufrufen.

Auch in Schleswig-Holstein ruft die GEW ab kommender Woche gemeinsam mit ver.di zu Warnstreiks auf. Informationen zu den Warnstreiks gibt es hier.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. April in Potsdam statt. Es wird für rund 2,3 Millionen bei Bund und Kommunen Beschäftigte verhandelt.

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Schulsozialarbeit Kita Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13652 Fri, 02 Mar 2018 13:34:00 +0100 GEW fordert Verbesserungen bei der Entgeltordnung für Lehrkräfte https://www.gew-sh.de/rss-news/?juHash=76a95da4d5b13c466f811983fb2282dc825f3c57&jumpurl=https%3A%2F%2Fwww.gew.de%2Faktuelles%2Fdetailseite%2Fneuigkeiten%2Fgew-fordert-verbesserungen-bei-der-entgeltordnung-fuer-lehrkraefte%2F Seit 2017 gilt der Tarifvertrag Entgeltordnung für Lehrkräfte auch für GEW-Mitglieder. Damit wurde vieles besser, aber nicht alles gut. Die GEW fordert jetzt Verbesserungen. Artikel Schleswig-Holstein news-13612 Tue, 27 Feb 2018 15:40:01 +0100 Jetzt bestellen: Dein GEW-Kalender 2018/2019 https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/jetzt-bestellen-dein-gew-kalender-20182019/ Kleiner Lehrer*innenkalender oder großer Schuljahresplaner - egal welchen Kalender du bevorzugst, du kannst ihn jetzt vorbestellen! Schule GEW Artikel Schleswig-Holstein news-13608 Tue, 27 Feb 2018 14:29:04 +0100 Tarifrunde Bund und Kommunen - Kein verhandlungsfähiges Angebot https://www.gew-sh.de/rss-news/?juHash=e553ce7e4b3c84607c964a956164bd824684a448&jumpurl=https%3A%2F%2Fwww.gew.de%2Faktuelles%2Fdetailseite%2Fneuigkeiten%2Fkein-verhandlungsfaehiges-angebot%2F Die erste Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mit Bund und Kommunen endete am 26. Februar ohne verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber. Die GEW bereitet erste Warnstreiks vor. Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein news-13461 Mon, 26 Feb 2018 14:11:00 +0100 Entlastung bei der Korrektur von Abi-Arbeiten https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/entlastung-bei-der-korrektur-von-abi-arbeiten/ Eine Entlastung der KollegInnen bei der Korrektur von Abi-Arbeiten war überfällig. Das Bildungsministerium setzt jetzt auf das „Staffelmodell zur Sicherung der Abiturkorrektur bei kurzer Korrekturfrist“. Ein Anfang - mehr nicht. Nachdem in den vergangenen Jahren in den Oberstufen im Land immer häufiger der Ruf nach Entlastung der KollegInnen bei der Korrektur von Abiturarbeiten laut geworden war, die Schulen aber immer nur individuelle Lösungen – ohne Unterrichtsausfall – finden durften, wird nun in diesem Jahr zum ersten Mal vom Ministerium per Erlass ein Modell versucht, das für alle Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe gleich gelten soll.

Anlass ist die Erkenntnis, dass die Korrekturzeiten in den folgenden Jahren immer kürzer werden, da einerseits die Termine für die zentral gestellten Abiturklausuren bundesweit festgelegt sind, andererseits die Sommerferien in Schleswig-Holstein bis einschließlich 2021 immer früher beginnen werden.

Das sogenannte „Staffelmodell“ sieht eine Entlastung durch Korrekturtage in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Korrekturzeit sowie von der Anzahl der zu korrigierenden Klausuren vor.

Die Korrekturfrist umfasst den Zeitraum zwischen der Prüfung und dem Abgabetermin der fertig korrigierten Abiturarbeiten.

Die im Erlass vom Ministerium vorgegebenen Richtwerte für Korrekturtage sehen vor:

Korrekturfrist Zahl der Abiturarbeiten, für die ein Korrekturtag gewährt wird
3 Wochen 5 Abiturarbeiten
4 Wochen 7 Abiturarbeiten
5 Wochen 10 Abiturarbeiten
6 Wochen 15 Abiturarbeiten

Der Erlass rechnet hier beispielhaft vor, dass bei der Erstkorrektur von 18 Abiturarbeiten und einer Korrekturfrist von vier Wochen eine Freistellung von der Unterrichtsverpflichtung im Umfang von 2,5 Tagen gewährt werden soll. Diese Freistellung entspricht rechnerisch einer Unterrichtsverpflichtung von 12-13 Unterrichtsstunden. Das heißt auch, dass beispielsweise eine Teilzeitkraft, die an vier Tagen in der Woche jeweils vier Stunden unterrichtet, für mindestens drei Tage freigestellt werden soll.

Die ausfallenden Unterrichtsstunden durch die Abwesenheit des Abiturjahrganges werden gemäß Erlass verrechnet.  Wichtig ist hier der auch im Erlass gegebene Hinweis, dass die durch die Freistellung zur Verfügung stehende Zeit „planbar für die Abiturkorrektur genutzt werden kann“ – es kann also nicht darum gehen, den KollegInnen einzelne Stunden zur Korrektur zur Verfügung zu stellen, sondern es muss um einen sinnvoll zu nutzenden zusammenhängenden Zeitraum gehen.

Den KollegInnen, die die Zweitkorrektur übernehmen, soll eine zusätzliche Freistellung von etwa dem halben Umfang der für die Erstkorrektur vorgesehenen Unterrichtsbefreiung gewährt werden.

Für die örtlichen Personalräte ist wichtig zu wissen, dass die Vergabe der Entlastungsstunden der Mitbestimmung unterliegt – Personalräte und Personalrätinnen sollten also gemeinsam mit den betroffenen KollegInnen darauf achten, dass die jeweiligen Freistellungen hinreichend und sinnvoll zur Korrektur einsetzbar sind.

Grundsätzlich ist das Staffelmodell sicher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – aber alle betroffenen KollegInnen wissen auch, dass der Zeitumfang für die Korrektur und Begutachtung von Abiturarbeiten ein Vielfaches dessen in Anspruch nimmt, was in diesem Erlass zur Entlastung vorgesehen ist.

Die Tatsache, dass der Umfang der Entlastung für Zweitkorrektoren sich an dem der Erstkorrektoren bemisst, ist schwer nachvollziehbar, da die Zweitkorrektoren naturgemäß viel weniger Zeit zur Verfügung haben. 

Zu befürchten ist darüber hinaus, dass der letzte Absatz des Erlasses, in dem die Entscheidungsgewalt der Schulleitung über die Handhabung des Staffelmodells unter Hinweis auf die „auf das Jahr bezogene Arbeitsleistung“ festgelegt wird,  zu unnötigen Diskussionen führen wird – zumal der Sinn dieses Hinweises nicht erkennbar ist, weil das Ziel des Erlasses doch die Sicherstellung der Qualität von Korrekturen und die Entlastung innerhalb eines eng bemessenen Zeitraums ist.

Ein weiterer Knackpunkt ist natürlich der zusätzliche Vertretungsaufwand, der bei den anderen KollegInnen entstehen wird. Auch hier werden die örtlichen Personalräte gefordert sein!

Nachzulesen ist der vollständige Erlass unter:
www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Presse/PI/PDF/2018/Abitur_Korrektur.pdf

 

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Bildungsbereiche Schule Gute Arbeit Recht Artikel Schleswig-Holstein
news-13455 Thu, 08 Feb 2018 15:55:32 +0100 Gewerkschaften fordern deutlich mehr Gehalt https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gewerkschaften-fordern-deutlich-mehr-gehalt-1/ Am 26. Februar beginnt in Potsdam die Tarifrunde beim Bund und den kommunalen Arbeitgebern. Die GEW hat am Donnerstag gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften die Forderungen bekannt gegeben. Es geht um mehr Geld für über zwei Millionen Beschäftigte. Bei der Tarifrunde geht um mehr Geld für über 2 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen – also auch für die Beschäftigten des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes. Das Geld für höhere Löhne ist da: Die Steuereinnahmen stiegen auch 2017 wieder stark –  beim Bund um 4,1 Prozent, bei den Gemeinden um 6,7 Prozent. Zum vierten Mal in Folge erzielte der Staat damit einen Überschuss, im vergangenen Jahr in Höhe von 38,4 Milliarden Euro. Der Arbeitskreis Steuerschätzungen rechnet für die kommenden Jahre mit einer ähnlich dynamischen Entwicklung. Die Beschäftigten profitieren vom Aufschwung jedoch nur bedingt, denn durch die nach oben geschnellte Inflation betrug die Reallohnsteigerung 2017 nur 0,7 Prozent. Der öffentliche Dienst hat ohnehin Nachholbedarf: Dort liegt die Gehaltsentwicklung seit dem Jahr 2000 noch etwa vier Prozent hinter der Entwicklung der Tariflöhne in der Gesamtwirtschaft. Eine bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst ist auch mit Blick auf den Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte notwendig.

Die GEW fordert außerdem, die Jahressonderzahlung im Tarifgebiet Ost des TVöD auf das Niveau der West- Kommunen anzuheben. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West. Bund und Länder vereinbarten für ihre Beschäftigten bereits eine schrittweise Angleichung bis 2020 beziehungsweise 2019. Darüber hinaus verlangt die Bildungsgewerkschaft die tarifliche Eingruppierung für angestellte kommunale Lehrkräfte im Geltungsbereich des TVöD, von denen die meisten an kommunalen Schulen in Bayern beschäftigt sind.

Die Beschäftigten wünschen sich den Gewerkschaften zufolge indes nicht nur eine faire Bezahlung, sondern gute Arbeitsbedingungen: eine aufgabengerechte Personalausstattung, wirksame Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und Entlastungen für ältere Beschäftigte. Nicht alle dieser berechtigten Anliegen können tariflich geregelt werden. Die Themen, die tariflich gelöst werden können, nehmen die Gewerkschaften in die Tarifverhandlungen mit. Einen Überblick über die Forderungen und darüber, was in der Tarifrunde möglich ist gibt es hier: Die Forderungen im Überblick.

Die Verhandlungen beginnen am 26. Februar. An dem Treffen nehmen der Bundesinnenminister, die Spitze der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sowie auf Arbeitnehmerseite die Verhandlungsführer von ver.di, GEW, GdP, IGBAU und dbb teil. Weitere Verhandlungsrunden sind für den 12./13. März und den 15./16. April geplant.

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Schulsozialarbeit Kita Bildungsfinanzierung Gute Arbeit Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13364 Wed, 31 Jan 2018 17:26:47 +0100 Friedhof der Kuschelpädagogik! GEW-Protest gegen Grundschulpädagogik von gestern https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/friedhof-der-kuschelpaedagogik-gew-protest-gegen-grundschulpaedagogik-von-gestern/ Vor dem Landeshaus machte die GEW ihrem Unmut über die bildungspolitischen Vorstellungen von Bildungsministerin Karin Prien zur Grundschule Luft. Anlass war das Grundschulforum der Bildungsministerin am Mittwoch, 31.01.2018. Interview-Äußerungen der Bildungsministerin verärgerten Grundschullehrerinnen und -lehrer
Die Requisiten waren: Kuscheltiere, Grabkerzen und ein Grabstein mit der Aufschrift: „Hier ruhen auf Geheiß von JAMAIKA: Schulfrieden, Vertrauen, Wertschätzung, Zuwendung, Miteinander, Kindorientierung". Das Motto lautete: „JAMAIKAS Friedhof der Kuschelpädagogik! Gegen Rückschritte in der Grundschulpädagogik“. Mit Interview-Äußerungen gegen die vermeintliche Kuschelpädagogik an Schleswig-Holsteins Grundschulen hatte die Bildungsministerin den Ärger von vielen Grundschullehrerinnen und -lehrern auf sich gezogen. Bezeichnenderweise war beim Grundschulforum im Landeshaus auf dem Podium auch nur Platz für Wissenschaftler, eine Schriftstellerin und einen Elternvertreter, aber nicht für Grundschullehrerinnen und –lehrer, die Tag für Tag Grundschulkinder unterrichten.

Signal für kindgerechte und empathische Grundschulpädagogik
„Mit unserer kleinen symbolischen Aktion wollen wir ein klares Signal setzen: für eine kindgerechte und empathische Grundschulpädagogik. Es geht  aber auch um mehr Wertschätzung für die Arbeit von Grundschullehrerinnen und –lehrern“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke bei der Aktion. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) wolle die Schalter in der Grundschulpädagogik offenbar auf „rückwärts“ umlegen. Das werde die GEW nicht akzeptieren.  

Wo bleibt A13?
„Die Ministerin mokiert sich über eine Lese-Lern-Methode, die von ausgebildeten Grundschullehrerinnen angewandt wird. Gleichzeitig ignoriert sie, dass mehrere hundert Stellen mit nicht ausgebildeten Personen besetzt sind. Die Ministerin mokiert sich über zu geringe Leistungen in den Grundschulen. Gleichzeitig nimmt sie es hin, dass Grundschullehrkräfte über ihr gesundheitliches Limit arbeiten. Die Ministerin mokiert sich über die Arbeit der Grundschullehrerinnen – vieles sei gut gemeint, aber nicht gut. Gleichzeitig nimmt sie es hin, dass Grundschulkräfte immer noch nicht nach A13 bezahlt werden. Wo bleibt die Einlösung des Wahlversprechens von CDU und FDP, die ungerechte Besoldung der Grundschullehrerinnen zu beenden?, fragte die GEW-Landesvorsitzende. 

Bei Leistungsvergleichen mit an der Spitze
Zum Abschluss wies die Gewerkschafterin darauf hin, dass beim letzten bundesweiten Leistungsvergleich die schleswig-holsteinischen Grundschulen mit an der Spitze gestanden hätten. Trotz schwierigerer Bedingungen. Insofern könne die Pädagogik an den schleswig-holsteinischen Grundschulen also nicht so schlecht sein, wie die Bildungsministerin sie sehe.     


Alle Fotos: Ulf Stephan. Arbeiterfotografie Kiel

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Schule Bildung weiter denken Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem LehrerInnenbildung Inklusion Artikel Schleswig-Holstein
news-13325 Mon, 29 Jan 2018 15:39:34 +0100 Studie belegt erneut: Arbeitszeit der Lehrkräfte ist zu hoch https://www.gew-sh.de/rss-news/?juHash=64e3f42fbb466fa2a2ceee44f5fa55c490f58d4f&jumpurl=https%3A%2F%2Fwww.gew.de%2Faktuelles%2Fdetailseite%2Fneuigkeiten%2Fstudie-zur-arbeitszeit-lehrkraefte-sind-hochmotiviert-aber-hochbelastet%2F Lehrkräfte sind hochmotiviert aber hochbelastet. Zu diesem Schluss kommt die heute in Hannover vorgestellte Studie der Georg-August-Universität. Deshalb fordert die GEW auch in Schleswig-Holstein umgehend Entlastung! Schule Gesundheit Gute Arbeit Recht Tarif Beamte Artikel Schleswig-Holstein news-13280 Mon, 22 Jan 2018 15:19:50 +0100 Ein Trip zum Bundesverfassungsgericht – ein subjektiver Eindruck https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-trip-zum-bundesverfassungsgericht-ein-subjektiver-eindruck/ Darf eine Beamtin sich mit einem Streik gegen Arbeitszeiterhöhungen wehren? Oder: Darf ein Beamter mit Streiks für Gehaltserhöhungen eintreten? Diese Fragen verhandelte das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch, den 17.01.2018 in Karlsruhe. Es ging dabei auch um „unseren“ Streik gegen die Pflichtstundenerhöhung im Jahr 2010.

Nach einem langen Weg durch die juristischen Instanzen hatten sechs KollegInnen aus Schleswig-Holstein mit Unterstützung der GEW Verfassungsbeschwerde eingelegt gegen die Verweise, die das Bildungsministerium gegen sie verhängt hatte. Einer dieser Fälle kam nun mit drei Fällen aus anderen Bundesländern zur Verhandlung. Grund genug sich auf den Weg zu machen in den Süden des Landes.

Eigentlich war allen Beteiligten – den Richtern des Bundesverfassungsgerichts, den beklagten Ländern und den KlägerInnen – nach den diversen Urteilen zur nicht Amtsangemessenheit der Besoldung in den vergangen Jahren mehr oder weniger klar:  Es funktioniert nicht mehr so recht mit der Alimentation und der Fürsorge des Staates für die Beamtinnen und Beamten.

Soll es wirklich bei der einzigen Lösung bleiben, dass Beamte ihre Besoldung einklagen? Welche Konsequenzen sind für die Beamtenrechte in Deutschland aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu ziehen? Klar und deutlich hat der EGMR im Jahr 2009 festgestellt: Auch BeamtInnen kann das Streikrecht und das Recht auf kollektive Vereinbarung der Arbeitsbedingungen als Menschenrecht nicht einfach aberkannt werden.

Beeindruckend wie da gerungen wurde auf Seiten des Bundes und der Länder. Bundesminister de Maiziere, die Bildungsministerin Prien und die VertreterInnen der andern Bundesländer legten sich mächtig ins Zeug. Dank des Streikverbots stünde das öffentliche Schulwesen auf solidem Fundament. Ministerin Prien bemühte sogar den Deichgrafen von Theodor Storm. So wie er die Deiche schütze, so bildeten der Beamtenstatus und das Streikverbot einen ideellen Schutzwall gegen Erosion. Die Schulpflicht und das Recht auf Bildung seien nur durch ein Streikverbot zu gewährleisten.

Ganz so einfach wollten die Richter es sich nicht machen. Der Vorsitzende Richter Voßkuhle befragte die Vertreterin der sächsischen Landesregierung ganz genau. Denn in Sachsen streiken die Lehrkräfte regelmäßig in Tarifrunden, da sie tarifbeschäftigt sind. Von Erosion keine Spur. Trotz der Teilnahme von ca. 50 Prozent der Lehrkräfte an den Streiks sind weder Prüfungen noch die Bildung gefährdet. Die Streiks stehen dem Spitzenplatz bei PISA nicht entgegen.

Gegen eine Differenzierung von BeamtInnen mit unstrittig hoheitlichen Aufgaben, wie zum Beispiel  bei Polizei und Militär und solchen, bei denen die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben wirklich und wahrhaftig angezweifelt werden darf, wie zum Beispiel   Lehrkräfte, sprach sich nachdrücklich Bundesinnenminister de Maiziere aus. Für ihn sei eine derartige Differenzierung kein Weg. Wer die Vorteile des Beamtenstatus in Anspruch nehmen wolle, müsse dafür auf das Streikrecht verzichten. Man könne ja selbst entscheiden, ob man sich verbeamten lassen wolle. Da stellt sich dann die Frage: Kann das Menschenrecht auf Streik wirklich abgekauft werden? Die VertreterInnen der Gewerkschaften sagten: „Nein, das Streikrecht ist ein Menschenrecht und man kann es sich nicht abkaufen lassen!“

Sowohl die Arbeitgeberseite als auch die Gewerkschaftsseite mit GEW , DGB und verdi hatten ProfessorenInnen, Sachverständige und JuristInnen bemüht um ihre Positionen und Sichtweisen deutlich zu machen.

Ist ein Streik eine versuchte Nötigung? Oder ist es ein demokratisches Mittel um die verschiedenen Interessen von Beschäftigten und Arbeitgebern auszugleichen? Hat die Rechtsprechung des EGMR Bedeutung für unsere Verfassung und unser Beamtenrecht? Wie kann es sein, dass 15 – 20 Prozent der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein als Tarifbeschäftigten ein Streikrecht zuerkannt wird, während den anderen dieses Menschenrecht verwehrt wird?

Auch der Beamtenbund legte sich ins Zeug, und zwar nicht für die Rechte der Beamtinnen und Beamten, sondern um das Streikrecht abzuwenden.

Der Trip Kiel – Karlsruhe und zurück in 33 Stunden war anstrengend, aber sehr spannend. Die Spannung bleibt: Das hohe Gericht berät intern weiter. In einigen Monaten gibt es dann voraussichtlich bekannt, ob es der Auffassung ist, dass das Beamtenrecht weiterentwickelt werden muss oder nicht. Die Richter entscheiden damit auch darüber, ob verbeamtete Lehrkräfte sich gegen Pflichtstundenerhöhungen mit einem Streik zur Wehr setzen dürfen oder ob sie sich die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes erstreiken dürfen. Sie entscheiden aber auch darüber, ob der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sich noch einmal mit dem Recht der Beamtinnen und Beamten in Schleswig-Holstein befassen muss. Ich wage keine Prognose! Ein Trip nach Straßburg? Ich hoffe nicht, aber sicher auch sehr interessant!

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Schule GEW Gesellschaftspolitik Recht Mitbestimmung Artikel Schleswig-Holstein
news-13180 Thu, 11 Jan 2018 11:19:21 +0100 Tarifrunde bei Bund und Kommunen 2018 https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/tarifrunde-bei-bund-und-kommunen-2018/ Im März 2018 beginnen die Tarifverhandlungen für Beschäftigten bei Bund und Kommunen. Wir wollen von den Beschäftigten wissen: Mit welchen Forderungen sollen wir in die Auseinandersetzung mit den Arbeitegebern gehen? WAS IST UNSERE ARBEIT WERT?

GEW-Forderungsdiskussion zur Tarifrunde 2018
24. Januar, 18 Uhr im Kieler Gewerkschaftshaus

Im März 2018 beginnen die Tarifverhandlungen für Beschäftigten bei Bund und Kommunen. Wir wollen  von den Beschäftigten wissen: Welche Forderungen sind ihnen wichtig?

Bei der diesjährigen Tarifrunde handelt es sich um eine „normale“ Lohnrunde. Sie steht unter dem Eindruck sprudelnder Steuereinnahmen auf der einen Seite und eines gravierenden Fachkräftemangels auf der anderen Seite. Wir wollen dafür sorgen, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von der guten wirtschaftlichen Entwicklung profitieren.

Da die derzeitigen Entgelttabellen zum Ende Februar 2018 kündbar sind, geht es in den Tarifverhandlungen ab März vor allem auch um eine deutliche Gehaltssteigerung. Die Diskussion der Forderungen zur Tarifrunde hat schon begonnen. Auch in Schleswig-Holstein wollen wir mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam über die Forderungen diskutieren und überlegen, wie wir diese dann auch in der Tarifrunde durchsetzen können.

Im Februar werden die Forderungen für die Tarifrunde auf Bundesebene beschlossen. Vorher möchten wir alle betroffenen GEW-Mitglieder herzlich zu einer Diskussion über die Forderungen einladen:

GEW-Forderungsdikussion zur Tarifrunde 2018
24.01., 18 Uhr, Gewerkschaftshaus Kiel.

Für Verpflegung ist gesorgt. Bitte melde dich an unter:
info@gew-sh.de.

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Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Artikel Schleswig-Holstein
news-13174 Tue, 09 Jan 2018 11:45:52 +0100 Das ändert sich 2018 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer http://www.dgb.de/gesetze-steuern-sozialversicherung-rente-das-aendert-sich-2018-fuer-arbeitnehmer-und-versicherte Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Was ändert sich dadurch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Der DGB hat auf seiner Website eine Übersicht erstellt. Gute Arbeit Gleichstellung Recht Mitbestimmung Tarif Beamte Artikel Schleswig-Holstein news-13130 Fri, 08 Dec 2017 12:30:00 +0100 Neue Aufgaben für die Berufsfachschule I https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neue-aufgaben-fuer-die-berufsfachschule-i/ Was ist die Rolle der Berufsfachschule I (BFS I) nach der Schulstrukturreform in Schleswig-Holstein? Dieser Frage geht unser Kollege Sven Lange von der Fachgruppe Berufliche Schulen in seinem Artikel nach. Welche Rolle für die Berufsfachschule I (BFS I)?
In der Diskussion um die Verschlankung des Übergangssystems von der Schule in die Berufswelt ist auch viel über die BFS I geredet und geschrieben worden. Für die einen ist sie Teil dieses Übergangssystems, zu dessen Hauptaufgaben es gehört, Jugendliche nach dem ersten allgemeinen Schulabschluss in Berufsausbildungsverhältnisse zu vermitteln. Für andere ist die BFS I eine Chance, die Perspektiven für junge Menschen mit Startschwierigkeiten zu verbessern, indem man ihnen Gelegenheit gibt, sich über zwei Jahre berufliche und allgemeinbildende Kompetenzen anzueignen, den heutzutage so wichtigen Mittleren Schulabschluss zu erlangen und so ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt und an weiterführenden Schulen zu verbessern.

Unterricht muss individuell auf Jugendliche eingehen
Als diese Schulform vor der Schulstrukturreform in Schleswig-Holstein ausschließlich von Absolventen der Hauptschulen besucht wurde, waren die Klassen leistungsheterogen aus Hauptschulabsolventen mit unterschiedlichem Leistungsvermögen zusammengesetzt. Heute besuchen in erster Linie Jugendliche die BFS I, die aus verschiedensten Gründen nicht den Übergang in die zehnte Klasse ihrer allgemeinbildenden Schule geschafft haben. Schülerinnen und Schüler mit einem guten ESA sind in den Klassen der BFS I selten geworden, da diese an ihren allgemeinbildenden Schulen höhere Abschlüsse anstreben. Dadurch sind die Klassen der BFS I vor allem heterogen bezüglich der Gründe, die zur Beendigung der Karrieren dieser Jugendlichen an den allgemeinbildenden Schulen geführt haben: Krankheiten, soziale Probleme im Freundes- oder Familienkreis, Migrationshintergrund, Flüchtlingsschicksal, physische oder psychische Beeinträchtigungen u.a. Diese Situation hat Konsequenzen für das pädagogische Handeln. Die Jugendliche benötigen viel und intensive Aufmerksamkeit und Zuwendung. Der Unterricht muss individuell auf den einzelnen Jugendlichen eingehen können um jedem gerecht zu werden. Meine Erfahrung als zuständiger Abteilungsleiter für Berufsfachschulen ist es, dass die Kolleginnen und Kollegen, die diese Aufgaben erfüllen, hoch motiviert sind. Gleichzeitig sind sie sehr stark pädagogisch gefordert (worin für viele der Reiz an dieser Arbeit besteht) und ihr Alltag verlangt ihnen ein hohes Maß an Flexibilität ab.

Klassenteiler muss gesenkt werden
Insbesondere der Klassenteiler muss gesenkt werden, wenn man in diesen anspruchsvollen Klassen die Zielsetzung der Vergangenheit (berufliche Grundbildung, Erwerb eines höheren Schulabschlusses, Erwerb von Kompetenzen zur allgemeinen Lebensbewältigung) weiterhin auf hohem Niveau erfüllen will. Es muss die Aufgabe dieser Schulform sein, diesen Jugendlichen einen Abschluss zu ermöglichen, der den Einstieg in eine berufliche Ausbildung und weitere höhere Abschlüsse möglich macht. Diese Abschlüsse werden sie brauchen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, um vorbereitet zu sein auf die Veränderungen, die sich durch technisch/soziale Entwicklungen ergeben (Stichwort: Industrie 4.0) und um flexibel zu sein, wenn sich die gegenwärtig positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt einmal wieder verändern wird.

Gründe für Abbrüche müssten erforscht werden
Immer wieder wird auch die Statistik bemüht, um den Erfolg dieser Schulform zu messen, wie zuletzt im Gutachten des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen für das Land Schleswig-Holstein, das eine Erfolgsquote von 52 % feststellte und diese Quote als „bescheidene Bilanz“ bewertete[1].  Derartige Analysen müssten m.E. viel genauer nach den Gründen für die Abbrüche forschen und Bildungspolitik müsste daraus Schlüsse ziehen und präventive Maßnahmen ergreifen, die wahrscheinlich die Zeit vor dem ESA beträfen. Aber auch wenn  52 % (an unserer Schule liegt die Quote in dem Bereich deutlich höher) der Schülerinnen und Schüler den mittleren Bildungsabschluss erreichen und ihnen sich eine Perspektive auf eine Berufsausbildung oder eine weiterführende Schule eröffnet, ist das bei der schwierigen Ausgangslage für jeden Jugendlichen ein persönlicher Erfolg.

Fazit
Die BFS I ist in erster Linie eine Schule die, - auch wenn es Schnittmengen gibt -  nicht zum Übergangssystem gehört, sondern über die Integration in den Arbeitsmarkt hinaus auch einen höheren Bildungsabschluss ermöglicht und die Vermittlung von allgemeinen Kompetenzen leistet, die zu einer selbstbestimmten Lebensführung ermächtigen. Richtig aufgestellt löst diese Schulform gesellschaftliche Probleme durch Bildung und berufliche Grundbildung. Hierfür bedarf es gut ausgebildeter Lehrkräfte, sozialpädagogischer Experten, kleinerer Klassen und gesellschaftlicher Anerkennung.

Sven Lange
GEW Fachgruppe Berufliche Bildung


[1]Vgl.  M. Baethge, Klaus-Peter Buss, Maria Richter: Gutachten zum Übergang Schule-Beruf für das Land Schleswig-Holstein – unter besonderer Berücksichtigung der Inklusion von Menschen mit Benachteiligungen und Behinderungen; Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen an der Ernst-August-Universität; Seiten 31 ff.

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Bildungsbereiche Berufliche Bildung Bildungssystem Artikel Schleswig-Holstein
news-12984 Tue, 05 Dec 2017 08:45:15 +0100 GEW-Aktion gegen Lehrkräftemangel in Itzehoe https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-aktion-gegen-lehrkraeftemangel-in-itzehoe/ Auch in Itzehoe hat die GEW mit Pappkameradinnen und -kameraden in der Innenstadt auf den in Schleswig-Holstein herrschenden Mangel an qualifizierten Lehrkräften aufmerksam gemacht. Mit einer erfolgreichen Aktion hat der GEW-Kreisverband Steinburg in Itzehoe am 1. Dezember darauf aufmerksam gemacht, dass auch in den Schulen in Steinburg ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer fehlen.

Vor diesem Hintergrund fordert die GEW bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und A13 in den Grundschulen. Der LehrerInnenberuf muss wieder attraktiver werden, damit mehr junge Menschen als bisher Lehrerin oder Lehrer werden wollen.

Mit den Pappkameradinnen und -kameraden und beschrifteten Laternen war die Aktion ein Blickfang und es kamen viele interessante Gespräche zustande. Die Positionen und Forderungen der GEW stießen dabei auf breite Zustimmung.

Weitere Informationen und Hintergründe gibt es bei dem Bericht zu der GEW-Aktion vor dem Kieler Bildungsministerium.

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Schule Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem LehrerInnenbildung Gute Arbeit Artikel Schleswig-Holstein
news-13134 Fri, 01 Dec 2017 14:22:00 +0100 Gegen Rückschritte in der Grundschulbildung https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gegen-rueckschritte-in-der-grundschulbildung/ „Eine gute Grundschule ist von entscheidender Bedeutung für die gesamte Lernentwicklung und die Bildungskarriere ...“ In diesem Punkt folgt die GEW-Landesfachgruppe Grundschulen Bildungsministerin Karin Prien. Ansonsten gibt es deutliche Kritik. Schreiben der Bildungsministerin wird zum Teil sehr kritisch gesehen
Das Schreiben der Bildungsministerin an die Schulleitungen des Landes ist uns als Kolleginnen und Kollegen an den Grundschulen und als Mitglieder der Fachgruppe Grundschulen der GEW zugegangen. Wir freuen uns, dass sie unsere Arbeit an den Schulen als „engagiert und kompetent“[1] einstuft, wenn auch an mehreren Textstellen ein starkes Misstrauen in unsere Kompetenz erkennbar ist. Auch wir sind der Auffassung, dass „eine gute Grundschule … von entscheidender Bedeutung für die gesamte Lernentwicklung und die Bildungskarriere unserer Schülerinnen und Schüler“ ist. Erfreulich also, dass „die Verbesserung der Grundschulbildung in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt“ in der bildungspolitischen Arbeit sein soll – hoffentlich mit der entsprechenden Berücksichtigung im zuständigen Ministerium. Wir sehen einige Punkte in den ministeriellen Ausführungen kritisch:

Gute Wissens- und Kompetenzbasis
So bedauern wir es, dass die bereits erschienenen und in Fortbildungen eingeführten Fachanforderungen zurückgezogen wurden. Darin steckte viel Kompetenz und Arbeit, die nun wenig wertgeschätzt wurde. In einigen Schulen und im Bereich der Lehrkräfte-ausbildung wurde bereits seit einem Jahr damit gearbeitet. Wir erwarten, dass die Arbeit an den nochmals neuen Fachanforderungen nun zügig, verlässlich und auch in Absprache mit kompetenten Lehrkräften des Landes fortgesetzt wird.

Kinder haben auch bisher das „richtige“ Schreiben gelernt
Die Kinder an unseren Grundschulen haben auch bisher von Anfang an das „richtige“ Schreiben gelernt. Dabei wurden selbstverständlich Grundsätze eines zeitgemäßen Anfangsunterrichtes berücksichtigt und Lesen und Schreiben als individuell bedeutsam und als sich ergänzend erfahrbar gemacht. In einem fachdidaktisch zeitgemäßen Deutschunterricht werden dafür auch Lauttabellen genutzt, die heute zu jedem Lehrwerk gehören. Arbeit mit einer Lauttabelle heißt nicht, willkürlich zu schreiben. Der Kompetenzbereich Schreiben ist sehr komplex und umfasst mehr als nur den Bereich „Richtig schreiben“. Wir erwarten, dass dieser Aspekt in den neuen Fachanforderungen unbedingt Berücksichtigung findet.

Arbeit mit Grundwortschätzen wird kontrovers diskutiert
Es „wird unter anderem ein Grundwortschatz von rund 800 Wörtern eingeführt, den jedes Kind am Ende der Grundschulzeit beherrschen soll.“ Die Arbeit mit Grundwortschätzen wird in der Fachdidaktik kontrovers diskutiert. Wir fragen uns, wie er aussehen soll, wer ihn festlegen wird und welche Unterstützungsangebote es zur Grundwortschatzarbeit für Lehrerinnen und Lehrer geben wird. Außerdem merken wir sehr kritisch an, wie in einer inklusiven Schule jedes Kind diesen Wortschatz am Ende von Klasse 4 beherrschen soll.

Was versteht die Bildungsministerin unter verpflichtendem Erlernen der verbundenen Schreibschrift?
„Das Erlernen der verbundenen Schreibschrift soll verpflichtend sein.“ Was versteht die Ministerin darunter? Auch bisher lernten Grundschulkinder eine verbundene Handschrift, die fehlende digitale Ausstattung ließ den Schulen gar nicht die Wahl. Auch bei besserer technischer Ausstattung der Grundschulen wird Handschrift nicht abgeschafft werden. In den weiteren Ausführungen wird auf die Vereinfachte Ausgangsschrift verwiesen. Auch die Grundschrift, die mittlerweile an sehr vielen Grundschulen des Landes verwendet wird, führt zu einer verbundenen individuellen Handschrift. Wir gehen davon aus, dass auch die Grundschrift in den neuen Fachanforderungen ihre Berechtigung finden wird.

Mehr Unterricht
In Bezug auf Arbeit am Grundwortschatz und Arbeit an der Schrift weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass dafür den Schulen, den Lehrkräften und vor allem den Kindern Zeit zur Verfügung gestellt werden muss, und zwar mehr Zeit, als die angekündigte Stunde für die Klassenstufen der Eingangsphase. Wenn wirklich die Unterrichtsqualität erhöht werden soll, braucht man mindestens eine Stunde pro Klassenstufe sofort, außerdem Zeit zum Besprechen und Fortbilden für Lehrkräfte.

Gute Werbung für den Beruf und A13 sind notwendig
Und gute Werbung für den Beruf der Grundschullehrerin, damit wir künftig ausreichend Menschen an den Schulen haben, die wirklich dafür qualifiziert sind. Dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung nach A13! Aktuell ist die Zeit der Kinder in der Schule nicht automatisch auch Unterricht. Und die jetzt zunehmend eingesetzten Gymnasiallehrkräfte werden wohl korrekt bezahlt und haben sicher auch eine gute Handschrift. Mit Fächern wie Latein und Geschichte hilft man uns aber wenig zur Unterrichtsqualität beim Schreibenlehren oder Üben und Festigen in Mathematik.

Notenzeugnisse und Übergänge
Die Einführung von Notenzeugnissen ist rückschrittig für eine inklusive Grundschule mit pädagogischer Leistungskultur. Auch der Sinn einer Übergangsempfehlung in der genannten Form erschließt sich uns nicht.

Hoffen auf Dialog
Wir freuen uns auf den angekündigten Grundschulkongress im Frühjahr und hoffen, mit der Ministerin ins Gespräch zu kommen für eine kind- und zeitgemäße gute Grundschulbildung, denn „eine gute Grundschule ist von entscheidender Bedeutung für die gesamte Lernentwicklung und die Bildungskarriere unserer Schülerinnen und Schüler.“

GEW- Landesfachgruppe Grundschulen


[1] Alle zitierten Stellen entstammen dem Grundschulbrief der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien an die Schulleitungen vom Oktober 2017.

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Artikel Schleswig-Holstein
news-12779 Tue, 21 Nov 2017 16:23:00 +0100 GEW: Forderung nach Weihnachtsgeld für Beamtinnen und Beamte bekräftigt https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-forderung-nach-weihnachtsgeld-fuer-beamtinnen-und-beamte-bekraeftigt/ Angesichts der aktuellen Diskussion bekräftigt die GEW ihre Forderung nach Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes für alle Beamtinnen und Beamte in Schleswig-Holstein. Der Staatsdienst muss gute Einkommen bieten, inklusive Weihnachtsgeld. Schlichtweg ungerecht
Es ist nach wie vor ungerecht, Lehrerinnen und Lehrer (auch Lehrkräfte an Hochschulen) durch eine beliebig gezogene Einkommensgrenze vom Bezug von Weihnachtsgeld auszuschließen (Ausnahme: Sonderbetrag für Kinder). Mag diese Kürzung im Jahre 2006 noch mit der schlechten finanziellen Lage des Landes vielleicht zu begründen gewesen sein, so ist die Nichtzahlung des Weihnachtsgeldes jetzt angesichts gut gefüllter Landeskassen nicht mehr zu vertreten.
      
Weihnachtsgeld bei Finanzministerin Heinold angesprochen
Wieder und wieder hatte die GEW gemeinsam mit DGB, ver.di, GdP und IG Bau gegenüber den jeweiligen Landesregierungen die Sonderzuwendungen thematisiert. Zuletzt im Oktober bei einem Gespräch mit Finanzministerin Monika Heinold zu Verbesserungen bei der Besoldung.

GEW führt Musterprozesse
Außerdem führt die GEW seit nunmehr rund zehn Jahren für einige Mitglieder Musterprozesse vor dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht betreffend die Zahlung von Sonderzuwendungen nach der „alten“ Rechtslage von 2006. Ausgang ungewiss.

Info
Bis zum Jahre 2006 zahlte das Land den Beamtinnen und Beamten eine jährliche Sonderzahlung, gemeinhin „Weihnachtsgeld“ genannt. Trotz heftiger gewerkschaftlicher Proteste strich die damalige Große Koalition aus CDU und SPD den meisten Beamtinnen und Beamten diese Sonderzuwendung. Die GEW hatte daraufhin ihre Mitglieder aufgefordert, Anträge auf Zahlung/Weiterzahlung zu stellen.

Weitere Informationen dazu und das aktuelle Antragsformular für die Sonderzuwendung 2017 gibt es hier.

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Wissenschaft Berufliche Bildung Schule Recht Beamte Artikel Schleswig-Holstein
news-12849 Fri, 17 Nov 2017 13:44:12 +0100 Frischer Wind für die LehrerInnenbildung https://www.gew-sh.de/rss-news/?juHash=cc3b5937644978cd5c60bea851cbc964d5b9efde&jumpurl=https%3A%2F%2Fwww.gew.de%2Faktuelles%2Fdetailseite%2Fneuigkeiten%2Falles-auf-los%2F Mit einer Fachtagung endet die Arbeit des Zukunftsforums Lehrer_innenbildung der GEW. Jetzt geht es an die Umsetzung der Ideen. Und das vor dem Hintergrund des Lehrerkräftemangels. Wissenschaft Schule LehrerInnenbildung Inklusion Artikel Schleswig-Holstein news-12794 Wed, 08 Nov 2017 16:13:00 +0100 Vorlesetag: AfDler haben in Kitas und Schulen nichts zu suchen https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vorlesetag-afdler-haben-in-kitas-und-schulen-nichts-zu-suchen/ Geht 's noch? Die Stiftung Lesen lädt AfD-Abgeordnete zur Teilnahme am Vorlesetag in Kindertagesstätten und Schulen ein. Da scheint diese verdienstvolle Stiftung die politische Orientierung verlassen zu haben. Stiftung Lesen tut Gutes
Die Stiftung Lesen tut viel Gutes. Ihr Ziel ist laut Satzung „die umfassende Förderung des Lesens in allen Bevölkerungskreisen sowie die Pflege und Erhaltung einer zeitgemäßen Lese- und Sprachkultur“. Das ist sehr zu begrüßen. Wer weiß das mehr zu schätzen als ein Vater von zwei erwachsenen Söhnen, die Bücher für kontaminierte Gegenstände halten, die man auf keinen Fall anfassen sollte.

AfDler zum Mitmachen eingeladen
Nun hat sich die Stiftung aber selbst ins Knie geschossen, wenn uns dieser etwas brutale Ausdruck ausnahmsweise einmal gestattet wird. Die Stiftung für ihren bundesweiten Vorlesetag am 17. November auch alle AfD-Landtagsabgeordneten persönlich zur Teilnahme eingeladen. Sie sollen beim „größten Vorlesefest zwischen der Nordseeküste und den Alpen“ mitzumachen und in Kitas, Schulen und Bibliotheken vorlesen.

Vorlesetipps für AfD-Abgeordnete
Wir empfehlen den AfD-Abgeordneten hier ein paar passende Buchtitel:
für Alice Weidel: Der kleine Rassist
für Björn Höcke: Das Geheimnis des Mahnmals der Schande in Berlin
für Beatrix von Storch: Der dunkle Grenzbezirk – Mit der Waffe auf der Pirsch gegen Flüchtlinge
für Jörg Nobis: Auf Kaperfahrt gegen Flüchtlinge

Gute Nachtricht: Niemand muss AfDler einladen
fBevor wir uns nun weiter in Brass schreiben, zum Schluss die gute Nachricht: Glücklicherweise ist keine Kita und keine Schule gezwungen, AfD-VertreterInnen mit ihren rassistischen Vorstellungen zum Vorlesetag einzuladen. Wer partout niemanden zum Vorlesen findet, kann auch gerne beim GEW-Landesgeschäftsführer anrufen.

 

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Kita Schule GEW Migration Bildungssystem Artikel Schleswig-Holstein
news-12738 Mon, 06 Nov 2017 13:24:35 +0100 Die Exodus-Affäre - Jüdisches Museum in Rendsburg mit Programm für Schulklassen https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-exodus-affaere-juedisches-museum-in-rendsburg-mit-programm-fuer-schulklassen/ Die Ausstellung zur "Exodus-Affäre" im Jüdischen Museum Rendsburg führt 70 Jahre zurück in die Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg: 4.500 jüdische Überlebende des Holocaust versuchten an Bord eines schrottreifen Schiffes nach Palästina zu kommen. Große internationale Empörung
Auf hoher See wurden sie von der britischen Armee abgefangen und zwangsweise nach Deutschland verschifft. In der Nähe von Lübeck landeten sie in Internierungslagern hinter Stacheldraht. Die internationale Empörung darüber war groß – und die Gründung eines jüdischen Staates rückte auf die Tagesordnung der Weltpolitik. Die einheimische Bevölkerung Schleswig-Holsteins hatte damals allerdings kaum wahrgenommen, dass sich vor ihrer Haustür Ereignisse mit weltgeschichtlichen Konsequenzen abspielten.
Im Jüdischen Museum Rendsburg ist die bundesweit einmalige Ausstellung noch bis zum 3. Juni 2018 zu sehen. Sie greift ein Kapitel unserer Landesgeschichte auf, das bei der Gründung des Staates Israel vor nahezu 70 Jahren eine bedeutende Rolle gespielt hat.

Kinder und Jugendliche wissen zu wenig über den Holocaust
Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung wissen nur 59 Prozent der befragten SchülerInnen, dass Auschwitz-Birkenau ein Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis im Zweiten Weltkrieg war. Bei den 14- bis 16-Jährigen sind es sogar nur 47 Prozent – und das obwohl die Schülerinnen in der der Umfrage mehrheitlich ein ausgeprägtes Interesse an geschichtlichen Themen für sich beanspruchten. Um Kinder und Jugendliche anzusprechen und ihre Offenheit für historische Zusammenhänge zu nutzen, hat das Jüdische Museum Rendsburg für seine aktuelle Sonderausstellung „Die Exodus-Affäre“ Lernwerkstätten entwickelt, die den Unterricht interdisziplinär ergänzen. Die Angebote eignen sich nicht nur für den Geschichtsunterricht, sondern bieten auch Ansätze für die Fächer Kunst, Deutsch, Wirtschaft/Politik.

Lernwerkstatt - Ein Bild schreibt Geschichte
Das Schiff mit dem Namen „Exodus 1947“ kaum noch seetüchtig, mit mehr als 4.500 Menschen an Bord, die nicht an Land gelassen werden: Dieses Bild geht damals um die Welt und empört die internationale Öffentlichkeit. Heute ist dasselbe Bild überall in Schleswig-Holstein auf Plakaten, Flyern und in den Medien zu sehen. Doch, was zeigt es eigentlich? Worauf lenkt es den Blick und was bleibt unsichtbar?
Die zweistündige Lernwerkstatt richtet sich an Neun- und Zehntklässler und beschäftigt sich am Beispiel der historischen Ereignisse rund um die Exodus mit zentralen Fragen der Berichterstattung und der Entstehung von Bildikonen. Die Schüler lernen Sachverhalte und deren Darstellung kritisch zu hinterfragen.

Lernwerkstatt - Geschichte kontrovers
Die Exodus war eines von mehr als 140 Schiffen, die seit 1934 jüdische Emigranten nach Palästina brachten. Die Odyssee der mehr als 4.500 Passagiere wird dokumentiert von hunderten Fotos, die Eingang in eine breite Erinnerungskultur gefunden haben. Die Fahrten der anderen Auswandererschiffe sind in der Öffentlichkeit dagegen wenig bekannt. Wieso ist das so? Wovon ist abhängig, welche Geschichten erzählt werden und ins kollektive Gedächtnis eingehen? Wer erinnert mit welcher Intention? Die zweistündige Lernwerkstatt ist für die Klassenstufe 11 bis 13 geeignet.

Interessantes Begleitprogramm
Das Museum hat daneben ein interessantes Begleitprogramm aufgelegt sowie einen Katalog zur Ausstellung herausgegeben. Für Schulen wichtig zu wissen: Die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten fördert Schulexkursionen zu Gedenkstätten wie dem Jüdischen Museum Rendsburg und zeitgeschichtlichen Erinnerungsorten. Details zur Antragstellung und die Unterlagen gibt es im Internet unter: www.gedenkstaetten-sh.de.
Weitere Informationen zur Ausstellung: www.schloss-gottorf.de/juedisches-museum

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Schule Artikel Schleswig-Holstein
news-12741 Mon, 06 Nov 2017 11:48:25 +0100 Jamaika und Kita: Kommen jetzt auch bessere Arbeitsbedingungen? https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/jamaika-und-kita-kommen-jetzt-auch-bessere-arbeitsbedingungen/ Die Jamaika-Koalition benennt die Frühkindliche Bildung als einen wichtigen zukünftigen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Was erwartet also die Beschäftigten? Die GEW wirft einen kritischen Blick auf die Vorhaben der Jamaika-Koalition. Dauerbaustelle Kita

Seit Jahren erscheint den Beschäftigten der sozialpädagogischen Arbeit in Kindertagesstätten ihr Arbeitsplatz als Dauerbaustelle. Real werden Gruppengebäude geplant und gebaut, alte Gebäude werden saniert und energetisch renoviert, es wird abgerissen und aufgebaut, gestrichen und tapeziert. Als Ausweichalternativen entstehen Wald-, Strand und Wiesengruppen, um mit Hilfe von Bauwagen z.B. die Rechtsansprüche der Eltern auf einen Kindertagesstättenplatz zu erfüllen und dadurch den Eltern die Berufstätigkeit und den Kindern den Bildungsanspruch zu ermöglichen.

Diese Baustellen sind Ausdruck der realen Bedarfe an Plätzen  und die KiTa–Träger schauen mit gemischten Gefühlen auf diese Lage: Es wird Beton – Gold generiert und es entstehen Gebäude, die multifunktional sind und vielfache Nutzungsmöglichkeiten beinhalten. Allerdings nutzen die besten Häuser nichts, wenn die Aufgaben, die darin erfüllt werden sollen, nicht gewährleistet werden können: die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern ab dem ersten Lebensjahr.

Der Fachkräftemangel nimmt stetig zu

Die Anzahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren aber bei weitem nicht in dem Maße angestiegen wie die tatsächlichen Bedarfe sich gegenwärtig abzeichnen. Der Fachkräftemangel nimmt stetig zu. Vielerorts finden die Kita-Träger keine sozialpädagogischen Fachkräfte mehr. Stellen bleiben unbesetzt, Krankheitsvertretungen sind nicht zu organisieren, was wiederum zu einem erhöhten Krankenstand führt. Dies zeigt unter anderem die im letzten Jahr vom Kita-Aktionsbündnis in Auftrag gegebene Studie zu Personalausfällen in Kindertagesstätten. Danach arbeiten viele Kindertagesstätten unterhalb der gesetzlichen Mindeststandards, der Krankenstand ist mit durchschnittlich 17,2 Tagen / Jahr überproportional hoch.  Die Beschäftigten in den Kitas arbeiten am Limit.

Und die Anforderungen steigen

Zudem haben die Veränderungen in der Arbeitswelt für ErzieherInnen die Tätigkeit nicht einfacher gemacht. Im Gegenteil.  In den letzten Jahren sind neben der  generellen Erfüllung der qualitativer Standards von Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen auf die Beschäftigten hinzugekommen, so z.B.  verschiedenste Formen der Dokumentation des pädagogischen Alltags, verpflichtende Begleitung der Eltern, Wahrnehmung des Wächteramts in Fragen des Kindeswohls, gezielte Sprachförderung.  

Diese Baustellen sind lange bekannt. Seit Juni  2017 steht nun die Jamaika-Koalition (CDU, FDP, Grüne) vor der Aufgabe, diese Baustellen zu Schlaustellen zu machen. Schlaustelle meint hier, dass das Handeln der neuen Regierung von dem Streben geprägt sein soll, dass die o.g. Herausforderungen schlau zu Gunsten der Kinder, ihrer Eltern und der Beschäftigten gelöst werden müssen.

Deswegen soll an dieser Stelle einige Punkte aus dem Koalitionsvertrag näher beleuchtet werden.

Bereich der Kindertagesstätten bleibt im Sozialministerium und soll finanziell besser ausgestattet werden

Zunächst einmal positiv bewertet die GEW, dass der Bereich der Kindertagesstätten auch in Zukunft im Sozialministerium verbleibt, geführt vom Freien Demokraten Dr. Heiner Garg. Im Koalitionsvertrag und in der Regierungserklärung sind viele  wichtige Felder der zukünftigen Sozialpolitik benannt worden. Die GEW begrüßt die Bereitstellung von insgesamt 170 Millionen Euro für den Bereich der frühkindlichen Bildung. Laut Landesregierung sollen dabei bis zum 2022 jeweils 50 Millionen Euro zur Entlastung der Eltern und Kommunen eingesetzt werden, die Investitionen in die Qualität sollen um 70 Millionen steigen. Das hört sich zunächst einmal gut an. Dabei beschreibt die neue Landesregierung  eine Reihe von Maßnahmen, die sie in den nächsten fünf Jahren  umsetzen möchte. Allerdings bleiben viele Dinge aus unserer Sicht noch zu unklar und müssen in nächster Zeit inhaltlich konkretisiert werden.

Verbesserungen der Arbeitsbedingungen noch nicht konkret

Den größten Handlungsbedarf sieht die GEW an erster Stelle bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Kindertagesstätten. Kindertagesstätten müssen endlich grundlegend auskömmlich finanziert werden, der Fachkraft-Kind-Schlüssel muss deutlich verbessert werden. Nur bei einem fachgerechten Fachkraft-Kind-Schlüssel können die Beschäftigten die an sie gestellten Aufgaben auch erfüllen. Deswegen reicht die im Koalitionsvertrag angestrebte Festschreibung der zweiten Fachkraft für die Nachmittagsbetreuung bei weitem nicht aus. Aus Sicht der GEW sollten generell zwei ständige Fachkräfte ganztägig in den Elementargruppen eingesetzt werden.

Gerade in Zeiten des immer stärker werdenden Fachkräftemangels benötigen wir deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, und zwar damit sich mehr Personen für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers entscheiden, aber auch  damit die Beschäftigten länger im Beruf bleiben. Zu besseren Arbeitsbedingungen gehören neben der verbesserten Personalbemessung vor allem auch angemessene Leitungsfreistellungen, eine ausreichende Zahl an Fort- und Weiterbildungstagen sowie eine Berücksichtigung der Vor- und Nachbereitungszeiten. Die GEW begrüßt daher ausdrücklich die Ankündigung der Landesregierung, die Vor- und Nachbereitungszeiten sowie die Leitungszeiten verbindlich zu verbessern. Allerdings fehlt uns hier noch die Konkretisierung. Aus Sicht der GEW sind 25  Prozent der Arbeitszeit als mittelbare Arbeitszeit anzurechnen.

Die Ankündigung der Landesregierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und für die Eltern die Angebote vor Ort passgenau organisieren  und ausreichend Ganztags- und Randzeitenangebote schaffen zu wollen, erachten wir zunächst einmal als positiv. Denn bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hapert es mancherorts, gerade in ländlichen Gebieten, doch noch sehr. Doch auch „Randzeiten“ müssen personell abgedeckt werden und entsprechend  im Stellenplan mit ausgebildetem Personal berücksichtigt werden.  

Kritisch betrachtet wird das Vorhaben der Landesregierung, das letzte Kita-Jahr zu einem „Startchancenjahr“ zu entwickeln, in dem eine Vorbereitung auf den Schulalltag enthalten soll. Schon jetzt werden Kinder in Kitas „auf Schule vorbereitet“ (nicht nur im letzten Jahr des Kita-Besuchs), dazu braucht es kein neues Programm. Vorschule war gestern.

Die Qualität der Ausbildung darf nicht abgesenkt werden

Auf Ablehnung stößt bei der GEW die geplante Einführung einer dualen Ausbildung. Die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Anforderungen an die Beschäftigten in Kindertagesstätten  müssen sich auch in der Qualität der Ausbildung widerspiegeln. Dieses sehen wir in der bewährten ErzieherInnen-Ausbildung am ehesten gewährleistet. Darüber hinaus würde ein duales Ausbildungssystem de facto auch das Ende der Einstufung im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) Stufe 6 bedeuten (duale Ausbildungen werden in DQR 4 eingestuft). Auch besteht die Gefahr, dass eine duale Ausbildung bei einem Anstellungsträger mit nur einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld (z.B. ausschließlich Kita) für die Beschäftigten zu einem Sackgassenberuf wird.  Auf mittlere Sicht sollte die Ausbildung der Kita-Fachkräfte sogar auf Hochschulniveau stattfinden, um den pädagogischen Anforderungen auf Dauer gerecht werden zu können. 

Am 4. Juli 2017 brachten die drei Regierungsparteien einen „Antrag zur Neuordnung der Kitagesetzgebung“ in den Landtag ein. In diesem wird die Landesregierung aufgefordert, bis April 2018 Eckpunkte für eine Reform des Kita-Systems zu entwickeln. Diese betrifft sowohl  die Finanzierung als auch qualitative Standards. Zur Frage, wer an der Erarbeitung der  Reform beteiligt sein soll, heißt es in dem Antrag: „Dies kann nur im Gespräch mit allen beteiligten Akteuren geschehen“. Da es bei der Reform neben der reinen Finanzierung eben auch um die Qualität der Kindertagesstätten geht, gehen wir davon aus, dass auch die GEW an diesem Prozess aktiv beteiligt wird. Denn es sind die Beschäftigten, deren Arbeit hauptsächlich die Qualität von Einrichtungen prägen.

Aus Sicht der GEW liegen viele Schwierigkeiten im Detail, die von den Verantwortlichen gelöst werden müssen. Die GEW wird die nächsten Schritte genau beobachten.

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Schulsozialarbeit Kita Bildung weiter denken Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Gute Arbeit Artikel Schleswig-Holstein
news-12724 Fri, 03 Nov 2017 11:08:00 +0100 Besoldung: JA 13 – Gleichwertigkeit der Lehrkräftearbeit anerkennen! https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/besoldung-ja-13-gleichwertigkeit-der-lehrkraeftearbeit-anerkennen/ JA13 kommt an! Der Kampf der GEW um die Aufwertung der Tätigkeit an Grundschulen und in der Sekundarstufe I ist eine Erfolgsgeschichte. Die Arbeit einer Lehrkraft, egal an welcher Schulform, ist gleichwertig und muss gleich bezahlt werden. Den aktiven Kolleginnen und Kollegen in Fachgruppen und Landesvorständen ist es zu verdanken, dass sich in immer mehr Ländern ein Konsens herauskristallisiert: Wenn der Zusammenhalt der Gesellschaft nicht zerbrechen soll, muss in Bildung investiert werden – von der frühen Kindheit bis zum Schulabschluss und darüber hinaus. Gefordert ist nicht nur fachliche Exzellenz in der höheren Bildung. Gefordert ist vor allem pädagogisches Handeln, das die Basis legt für ein selbstbestimmtes Leben und eine demokratische Grundhaltung. Das fordert Lehrkräften viel pädagogische Kompetenz ab. Ihre Arbeit, egal an welcher Schulform, ist gleichwertig und muss gleich bezahlt werden.

Auf dem Weg zu JA 13 hat die GEW schon viel erreicht. In Berlin ist inzwischen A13/E13 an Grundschulen erreicht, mit einigen Einschränkungen. In Brandenburg wurden zunächst 6.000 Lehrkräfte auf A 13 angehoben. In Nordrhein-Westfalen hat die Kultusministerin A 13 für alle angekündigt. In Schleswig-Holstein geht die Auseinandersetzung um JA 13 auch nach dem Regierungswechsel weiter. In Baden-Württemberg können sich 5.000 Lehrkräfte an Hauptschulen weiterqualifizieren, um nach A13 höhergruppiert zu werden. In Rheinland-Pfalz wird ein solches Angebot insgesamt 1.200 Hauptschullehrkräften gemacht. In einigen Ländern wurden die Arbeitsbedingungen von Schulleitungen, vor allem die Freistellung und die Bezahlung verbessert. In vielen Ländern wurden Stellenstreichungen zurückgenommen oder neue Stellen ausgewiesen. Nicht zuletzt wurde das Tarifergebnis weitgehend ohne Einschränkung in die Beamtenbesoldung übernommen. Und diese Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Mit einem zweiten bundesweiten Aktionszeitraum JA 13 macht die GEW nun weiter Druck. Denn es wäre naiv zu hoffen, dass jede Landesregierung mit einem Strich alle betroffenen Lehrkräfte auf A13/E13 anhebt. Dafür ist der Primat der Schuldenbremse in den Landeshaushalten zu mächtig. Allerorten suchen Finanzpolitiker*innen Schlupflöcher, um doch nicht alle gleich bezahlen zu müssen.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Beamtenrecht Bezugspunkt der Forderung JA13 ist, auch wenn es in einigen Ländern nur wenige beamtete Lehrkräfte gibt. Das Beamtenrecht ist von Hierarchien, von Laufbahnen mit dem Nachweis formaler Abschlüsse und Prüfungen und von strengen Regularien geprägt. Wer in diesem Rahmen Erfolge erzielen will, muss sich auf diese Spielregeln einlassen. Auch deswegen benötigen wir einen langen Atem.

Als Gewerkschaft stehen wir für Entgeltgleichheit, dafür, dass Grundschullehrkräfte nicht deshalb schlechter bezahlt werden als andere, weil in diesem Feld ganz überwiegend Frauen arbeiten. Und wir stehen dafür, dass gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt wird, deshalb streiten wir nicht nur mit Grundschullehrkräften, sondern auch mit den Kolleg*innen in der Sekundarstufe 1.Das Berufsfeld Schule ist sehr heterogen. Ausbildung und Zusammensetzung der Kollegien sind, historisch bedingt, sehr unterschiedlich. Im Osten gibt es unter den Älteren noch Diplomlehrkräfte mit nur einem Schulfach, Lehrkräfte unterer Klassen, Erzieher*innen mit Lehrbefähigung in der Primarstufe. Doch auch im Westen ist die Ausbildung nicht überall gleich, vor allem dort, wo angehende Lehrkräfte noch nicht nach einem Bachelor- und Master-Abschluss ins Referendariat gehen, gibt es Unterschiede bei der Studiendauer. Es ist ein Unding, dass sie für die Arbeit an denselben Schulen unterschiedlich bezahlt werden. Für sie alle müssen Wege nach JA 13 eröffnet werden, die einerseits die Fähigkeiten und Berufserfahrung anerkennen, andererseits aber auch die beamtenrechtlichen Spielregeln beachten. Das ist bisweilen eine Gratwanderung.

In einigen Ländern kämpft die GEW noch um den Grundkonsens: die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Arbeit in allen Schulformen. Doch in anderen stehen die Mühen der Ebene an: das vermeintliche und doch so wichtige Kleinklein, Lösungen für alle Lehrkräftegruppen zu finden. Wichtig ist, die symbolträchtigen Pflöcke einzuschlagen. Vor allem in Berlin und Brandenburg ist das gelungen und in Nordrhein-Westfalen steht es nun an. Das ist ein Anfang der zeigt: Dranbleiben lohnt sich. Deshalb gehen wir zuversichtlich in den zweiten Aktionszeitraum JA 13 der GEW-Initiative „Bildung. Weiter denken!“

 

Frauke Gützkow
Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands der GEW

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Schule Bildung weiter denken Bildung & Geschlecht Gleichstellung Artikel Schleswig-Holstein
news-12749 Tue, 31 Oct 2017 15:47:00 +0100 Was hat die Jamaika-Koalition mit den Grundschulen im Sinn? https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-hat-die-jamaika-koalition-mit-den-grundschulen-im-sinn/ Nach dem ausgehandelten Koalitionsvertrag der Jamaika-Koalition, wird sich auch an den schleswig-holsteinischen Grundschulen einiges ändern. Wir werfen einen kritischen Blick auf die Vorhaben der neuen Landesregierung. Was bedeutet das im Einzelnen?

Die erste und die zweite Klasse sollen schrittweise jeweils eine Stunde mehr Unterricht bekommen. Dazu werden dann auch jeweils 40 neue Planstellen geschaffen. 40 Stellen reichen jeweils rein rechnerisch aus, bedacht wurde dabei aber offensichtlich nicht, dass in der Eingangsstufe mehr Kinder sind, weil ja ein Teil der Kinder ein drittes Jahr in der Eingangsstufe verbleibt. Das würde dann zu größeren Klassen führen. Wenn man davon ausgeht, dass auch diese Stunden unter die Verlässlichkeit fallen, so ist keine Vertretungsreserve berücksichtigt, um diese Stunden auch vertreten zu können. Mehr Unterricht in der Eingangsstufe ist zu begrüßen, aber dieser muss auch im Vertretungsfall als Unterricht gegeben werden können und nicht zu noch mehr Stunden führen, in denen die Kinder mit einer Aufgabe im Gruppenraum sitzen oder eine Kollegin zwei Klassen beaufsichtigt. Dann nützt auch die eine Stunde mehr nichts. Ob dieses Vorhaben überhaupt umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten, da ja auch Grundschullehrkräfte in vielen Kreisen schon Mangelware sind. Die Unterrichtsversorgung soll im Laufe der Wahlperiode auf 100 % angehoben werden. Das ist in den Grundschulen fast erreicht, geht aber in einigen Kreisen auch nur mit nicht ausgebildeten Lehrkräften. Als Anreiz, mehr ausgebildete Lehrkräfte zu gewinnen, hätte vielleicht die Einlösung des Wahlversprechens der CDU zur Anhebung der Grundschulgehälter auf A13 geholfen, so wie es Berlin und Brandenburg jetzt vormachen. In Schleswig-Holstein hat man sich aber darauf geeinigt, sich für eine „bundesweite einheitliche Regelung“ einzusetzen. Wahlversprechen vertagt auf unbestimmte Zeit!

Kleine Grundschulstandorte sollen erhalten bleiben, notfalls soll es einen „Sicherstellungszuschlag“ geben. Angaben zu Schulgrößen finden sich nicht. Die GEW sieht aber zu kleine Standorte unter 60-80 SchülerInnen sehr kritisch, da die Belastung der dort tätigen Lehrkräfte durch Aufsichten, Vertretung, Aufrechterhaltung der Verlässlichkeit enorm ist.

Zurückstellung vom Schulbesuch – bisher fast unmöglich, soll wieder möglich werden. Das sollen Eltern, Kinder- und Jugendärzte mit den Kitas zusammen dann befürworten. In Einzelfällen kann das richtig sein, zu befürchten ist aber, dass das häufigen Zurückstellungen Tür und Tor öffnet. Sinnvoller wäre eine bessere Ausstattung der Grundschulen, damit die „nicht schulreifen“ Kinder besser betreut und gefördert werden können.

Die Grundschulempfehlung (entweder Gemeinschaftsschule/Gymnasium oder Gymnasium) soll wieder (nach baden-württembergischen Modell) schriftlich erfolgen, sie ist bei der Anmeldung vorzulegen, aber das Entscheidungsrecht der Eltern bleibt.  Die Auswirkungen könnten sich also auch lediglich auf die Mehrarbeit für die Grundschullehrkräfte beschränken.

Sehr vage bleibt der Absatz über das richtige Schreiben: „Grundschülerinnen und -schüler werden zukünftig wieder verpflichtend eine verbundene Schreibschrift erlernen. Richtig zu schreiben, werden wir an den Grundschulen wieder von Anfang an vermitteln.“ Was damit gemeint ist, bleibt abzuwarten. Hier werden wir auf die dann kommenden Erlasse achten und dafür eintreten, dass die Freiheit der Methode für die einzelne Lehrkraft erhalten bleibt.

Zukünftig will man nur Lehrkräfte an Grundschulen einstellen, die entweder Deutsch oder Mathematik studiert haben. Die MINT- Fächer sollen dadurch gestärkt und fachfremder Unterricht reduziert werden. Besonders Mädchen will man für die MINT- Fächer begeistern. Das finden wir richtig und erstrebenswert. Wie dieses Vorhaben erreicht werden soll, bleibt ebenfalls abzuwarten, da man ja im Moment froh sein muss, wenn man überhaupt genügend ausgebildete Lehrkräfte für Grundschulen findet.

Und auch hier: Rückwärtsgang

„In allen Grund- und Gemeinschaftsschulen werden ab der dritten Klasse wieder standardisierte Notenzeugnisse mit einem Kompetenzraster eingeführt. Die Schulkonferenzen dieser Schulen können im bisher zulässigen Rahmen entscheiden, ob sie statt oder ergänzend zu den Notenzeugnissen erweiterte Kompetenzraster und/oder Entwicklungsberichte erteilen wollen.“

Das bedeutet, dass es auch zulässig wäre, durch einen Schulkonferenzbeschluss (bei dem die Mehrheit der Lehrkräfte auf jeden Fall dafür sein müsste!) auf Noten zu verzichten und stattdessen erweiterte Kompetenzraster zu erteilen. Aber ohne Schulkonferenzbeschluss gäbe es dann wieder Ziffernnoten. Es wäre also genau umgekehrt wie zurzeit. Die Schulen, die sich in ihrem Konzept für Notenfreiheit entschieden haben, könnten das auch weiterhin tun. Diese Möglichkeit begrüßt die GEW. Im Ergebnis könnte also das Gleiche dabei herauskommen wie bisher.

Eine Klassenwiederholung soll wieder möglich sein. Das „Sitzenbleiben“, und darum handelt es sich hier, hat nachgewiesenermaßen nur wenig Erfolg, stigmatisiert Kinder aber unnötig und hat deshalb in der Grundschule nichts zu suchen. Wir werden darauf achten, wie sich das dann in der Grundschulordnung niederschlägt. Eine verlängerte Eingangsphase bei jahrgangsgemischten Klassen verhindert eine frühzeitige Entmutigung von leistungsschwächeren SchülerInnen.

Alle diese Vorhaben, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden, müssen in Erlassen, Verordnungen und im Schulgesetz umgesetzt werden. Die GEW wird zu den geplanten Änderungen entsprechende Stellungnahmen abgeben.

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Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem Artikel Schleswig-Holstein
news-12554 Tue, 10 Oct 2017 15:32:09 +0200 HPR(W) legt Rahmenkodex „Gute Beschäftigungsbedingungen“ vor https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/hprw-legt-rahmenkodex-gute-beschaeftigungsbedingungen-vor/ Der Rahmenkodex „Gute Beschäftigungsbedingungen“ enthält wichtige Bausteine und Rahmenthemen, um die einzelnen Hochschulen in der Erstellung ihrer Kodizes als umfassender Leitfaden zu dienen. Er wurde im Juli 2017 vom HPR-W beschlossen. Wissenschaft Bildungssystem Gute Arbeit Recht Mitbestimmung Artikel Schleswig-Holstein news-12515 Wed, 04 Oct 2017 13:21:31 +0200 Neu: GEW-Broschüre zu Mehrarbeit https://www.gew-sh.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neu-gew-broschuere-zu-mehrarbeit/ Bei kaum einem anderen Thema gibt es mehr Unklarheiten, Halbwahrheiten und Märchen. Bei kaum einer anderen Rechtsvorschrift gibt es in den Schulen so viele unterschiedliche Umsetzungen und Anwendungen. Diese Broschüre bringt Klarheit. Schule Gute Arbeit Recht Artikel Schleswig-Holstein