GEW Schleswig-Holstein
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Vielstimmige Kritik aus den SchulenVoller Präsenzunterricht in Abschlussklassen erhöht Infektionsrisiko

Angefressene Lehrkräfte, ratlose Schulleitungen, irritierte Schüler*innen: Der vom Bildungsministerium angeordnete vollumfängliche Präsenzunterricht für Abschlussklassen hat an vielen Schulen für Ärger und Durcheinander gesorgt.

11.01.2021

Kiel – Angefressene Lehrkräfte, ratlose Schulleitungen und irritierte Schülerinnen und Schüler: Der vom Bildungsministerium angeordnete vollumfänglicher Präsenzunterricht für die Abschlussklassen hat am heutigen Montag (11. Januar 2021) an vielen Schulen für Ärger und Durcheinander gesorgt.
„Es ist mehr als bedauerlich, dass das Bildungsministerium weiter an seinem unsinnigen Kurs festhält. Je weniger Schülerinnen und Schüler in Pandemiezeiten die Schule besuchen, desto besser. Mit Präsenzunterricht nur in den Prüfungsfächern und in kleinen Gruppen haben  die Schulen ihre Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr schließlich auch gut auf die Prüfungen vorbereitet.“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel. „Der Bildungsministerin würde kein Zacken aus der Krone brechen, wenn sie die vielstimmige Kritik von GEW, Personalräten und Schulleitungen beherzigen würde. Schließlich sind die mit der Situation an der Schulen viele besser vertraut als die ministerielle Bürokratie in Kiel.“
Die GEW-Landesvorsitzende verwies darauf, dass die entsprechende Landesverordnung ein flexibles Vorgehen beim Unterricht in den Abschlussklassen ermögliche. Es gebe daher keinen Grund, alle Schülerinnen und Schüler aus den Abschlussklassen gleichzeitig in allen Fächern in den Präsenzunterricht zu zwingen. „Ein solches Vorgehen ignoriert die Bedeutung der hohen Inzidenzwerte, den Lockdown und die Unwägbarkeiten durch die Virusvariante B.1.1.7“, so Astrid Henke wörtlich.