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WechselunterrichtSo nicht! Pläne kommen bei Lehrkräften nicht gut an

Geplant ist, die Klassen in zwei Gruppen aufzuteilen. Diese sollen dann im wöchentlichen Wechsel am Präsenzunterricht oder Distanzlernen teilnehmen. Die Umstellung auf Wechselunterricht findet Zustimmung bei der GEW, nicht aber die Konkretisierung.

04.02.2021

„Wie soll das gehen?“, fragte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes am Donnerstag, 4. Februar 2021 in Kiel: „Präsenzunterricht nach Stundenplan und die Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Distanzlernen können unsere Kolleginnen und Kollegen nicht gleichzeitig stemmen, zumal sie sich auch noch um die Notbetreuung für die Klassen 1 bis 6 kümmern müssen. Wenn der Wechselunterricht klappen soll, muss der Stundenplan ausgedünnt und zusätzliches Betreuungspersonal bereitgestellt werden. Mancherorts fehlen auch die notwendigen Räume.“

Aus pädagogischen Gründen favorisiert die GEW ein anderes Wechselmodell als das Bildungsministerium. Sie befürchtet, dass vor allem das Lernen von Grundschülerinnen und -schülern beim ministeriellen Modell auf der Strecke bleiben könnte. Katja Coordes: „Was uns das Bildungsministerium präsentiert, erscheint uns wieder einmal ziemlich realitätsfern. Wir plädieren dafür, einen schnelleren Wechsel zuzulassen.“ Spätestens am dritten Tag bräuchten viele Kinder Unterstützung durch ihre Lehrerinnen und Lehrer. Sonst drohe neu Gelerntes schnell in Vergessenheit zu geraten. Es sei nämlich kaum davon auszugehen, „dass alle Schülerinnen und Schüler – insbesondere an den Grundschulen und Schulen mit besonderen Herausforderungen – eine Woche lang allein vor Arbeitsplänen sitzen und diese selbstständig bearbeiten können“. Einzelne Zeitfenster am Nachmittag reichten nicht, um den Kindern gerecht zu werden.

Für manche weiterführende Schulen kann sich die Gewerkschafterin durchaus das wöchentliche Modell vorstellen. Schulen wüssten in der Regel sehr genau, welches Wechselmodell am besten zu ihren Schülerinnen und Schülern passe. „Das Bildungsministerium sollte ihnen die Freiheit geben, über die Umsetzung des Wechselunterrichts selbst zu entscheiden.“