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LehrkräftebildungsgesetzRückwärtsgang

Zurückdrehen will JAMAIKA die Reform bei der Ausbildung von LehrerInnen. „Weder gekonnt noch zeitgemäß“, findet die GEW.

 

24.10.2018


Wo bisher Lehrkräfte für Schulstufen ausgebildet wurden, soll es in Zukunft jeweils ein Lehramt für Gemeinschaftsschulen und ein Lehramt für Gymnasien geben. Morgen (25.10.2018) gibt es dazu im Bildungsausschuss des Landtages eine Anhörung.

„CDU und FDP fahren damit eine Trophäe ein in ihrem Kampf gegen den vermeintlichen Einheitslehrer. Leidtragende sind vor allem die Gemeinschaftsschulen. Aber auch den zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und -lehrern tut die JAMAIKA-Koalition keinen Gefallen. Viele von ihnen werden nämlich an einer Gemeinschaftsschule landen und sind dann auf den Unterricht dort schlechter vorbereitet“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 24. Oktober 2018 in Kiel.

Sie wies darauf hin, dass die notwendige pädagogische Qualifikation für den Unterricht an der Gemeinschaftsschule ebenso am Gymnasium benötigt werde. Parallel müssten auch Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen fachlich inhaltlich, didaktisch und pädagogisch hoch qualifiziert sein, um junge Menschen zur Hochschulreife oder zum Übergang in die Sekundarstufe II zu führen. „Beides lässt sich am besten in einem Lehramt erreichen.“

Astrid Henke: „Die Ausrichtung des neuen Lehramts auf eine Unterrichtstätigkeit in der Sekundarstufe I reicht im Regelfall nicht aus. Schließlich wird auch an Gemeinschaftsschulen gymnasiale Bildung vermittelt, obwohl Teile von CDU und FDP immer wieder einen anderen Eindruck vermitteln wollen.“

Zukünftige  Gymnasiallehrerinnen und -lehrer werden in beträchtlicher Zahl an Gemeinschaftsschulen unterrichten. Denn die Zahl der ausgebildeten Gymnasiallehrkräfte übersteigt den Bedarf an den Gymnasien. Das hat sogar das Bildungsministerium erkannt. Paragraf 3 des Gesetzes regelt nämlich, dass aufgrund der Erfordernisse des Schulsystems Lehrkräfte für das Lehramt an Gymnasien die Berechtigung zum Unterricht in Gemeinschaftsschulen erhalten und umgekehrt. Umso unsinniger erscheint der GEW die geplante Aufspaltung der Ausbildung der Lehrkräfte für die Sekundarstufe II.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 24.10.2018

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