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Inklusion: Landesrechnungshof stützt GEW-Forderung nach mehr Stellen

Um an den Schulen in Schleswig-Holstein die sonderpädagogische Förderung sicherzustellen, fehlen 1568 Stellen. Das sagt der Landesrechnungshof und stützt damit jahrelange Forderungen der GEW.

 

08.12.2017

1568 Stellen fehlen
Seit vielen Jahren setzt sich die Bildungsgewerkschaft GEW für eine bessere personelle Ausstattung der Inklusion an den Schulen in Schleswig-Holstein ein. Jetzt erhält sie Unterstützung von unerwarteter Seite. Der Landesrechnungshof hat nämlich festgestellt, dass 1568 Lehrerstellen fehlen, um an den Schulen die sonderpädagogische Förderung sicherzustellen. „Landesrechnungshof und GEW liegen bei Berechnungen ja nicht oft auf einer Linie. Deshalb erfüllt es uns natürlich mit einer gewissen Genugtuung, dass der Landesrechnungshof unsere jahrelange Forderung nach zusätzlichen Stellen für Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen mit seinem Bericht untermauert“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zum Rechnungshofbericht. 

Schlappe Zielmarken von Jamaika
Die bisherigen Pläne der schwarz-grün-gelben Regierungskoalition reichen aus ihrer Sicht nicht aus, um die sonderpädagogische Förderung in Regelschulen und Förderzentren zu stärken. „Die Jamaika-Koalitionäre wollen innerhalb von sieben Jahren nur rund ein Drittel der benötigten Sonderschullehrerinnen und –lehrer einstellen. Das ist einfach zu wenig. Mit dieser schlappen Zielmarke dürfen wir uns nicht zufrieden geben. Schließlich geht es um Kinder und Jugendliche, die Anspruch auf sonderpädagogische Förderung haben“, so Astrid Henke wörtlich.

Schaffung neuer Stellen reicht nicht
Mit der Schaffung von Stellen allein sei es aber nicht getan, denn Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen fehlten an allen Ecken und Kanten, sagte die GEW-Landesvorsitzende. Um dem Mangel abzuhelfen, plädierte sie für:

  • die Bereitstellung von höheren Ausbildungskapazitäten,
  • die Etablierung eines qualifizierenden weiterbildenden Studiums während der Arbeitszeit für Lehrkräfte anderer Schularten,
  • die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen, zum Beispiel durch die Einführung von Kooperationsstunden für Grundschulen und Gemeinschaftsschulen.

Bessere Arbeitsbedingungen müssen obenan stehen
„Wir müssen die Arbeitsbedingungen in Schleswig-Holstein für Sonderpädagoginnen und –pädagogen so attraktiv gestalten, dass alle Lust haben, in Schleswig-Holstein zu bleiben oder nach Schleswig-Holstein zu kommen.“

Zustimmung findet bei der GEW-Landesvorsitzenden der Vorschlag des Landesrechnungshofs die Prävention in den Grundschulen unabhängig vom festgestellten Förderbedarf zu stärken. Das sei ein guter Ansatz, dürfe aber nicht zu Lasten der Kinder in den Förderzentren oder in den Gemeinschaftsschulen gehen. Interessant sei auch die Anregung des Rechnungshofs, Modelle für Schulbegleitung und Schulassistenz zu entwickeln.

 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 08.12.2017

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