GEW Schleswig-Holstein
Du bist hier:

Rahmenkonzept Schuljahr 2021/22Gezielte Unterstützung statt Gießkannenprinzip!

Das heute vorgestellte Rahmenkonzept für das neue Schuljahr enthält eine Fülle von Versprechen und Ankündigungen. Konkrete Aussagen, wie es nach den Ferien weitergehen soll, fehlen allerdings.

15.06.2021

Kiel –  Jetzt muss der Fokus auf den Kindern und Jugendlichen liegen, die besonders unter der Pandemie gelitten haben, fordert die GEW. „Versprechungen und Ankündigungen helfen nicht, um planen zu können. Viele Verträge laufen jetzt aus. Um Personal einstellen zu können, brauchen die Schulen konkrete Hinweise, wie die angekündigten Mittel verteilt werden“, kritisierte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. Die GEW erwartet, dass die Schulen für die Förderung zusätzliches Personal bekommen. Vor allem die Förderung der Schülerinnen und Schüler, die Nachteile durch die Pandemie erleiden mussten, muss dabei im Vordergrund stehen. „Wir brauchen eine Verteilung nach Sozialfaktoren, in erster Linie für DaZ und für die Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler. Die Mittel dürfen nicht mit der Gießkanne verteilt werden“, betonte die Gewerkschafterin.

Ein Dorn im Auge ist der GEW die Ankündigung, bei der Erhebung der Lernrückstände vermehrt auf Tests und Leistungsbewertungen zu setzen. Viele Testmöglichkeiten tragen den besonderen Umständen der Corona-Pandemie nicht Rechnung und gehen von einem normalen Schuljahr aus. Das übt unnötig Druck aus und verstärkt den Blick auf vermeintliche Defizite, was die Lernmotivation Einzelner stark beeinträchtigt. „Der Schwerpunkt der ersten Wochen muss auf sozialen und gemeinschaftlichen Projekten liegen. Wenn es die Pandemielage zulässt, sollten Ausflüge und Fahrten stattfinden“, schlägt Astrid Henke vor.

Obwohl die aktuelle Corona-Lage sich sehr positiv entwickelt, müssen in diesen Sommerferien auch Vorkehrungen für den Herbst getroffen werden. Die Kultusministerinnen und Kultusminister dürfen sich nicht wie im letzten Sommer in Sicherheit wiegen, um dann von steigenden Zahlen überrumpelt zu werden. Daher sei es richtig, gerade auch nach den Ferien darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler zum Schulstart getestet würden.