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GEW macht mobil für A13 an Grundschulen

"Schluss mit der Diskriminierung von Grundschullehrerinnen! A13 jetzt!" Das war die Botschaft auf einer Veranstaltung der GEW-Landesfachgruppe Grundschulen am 20.11.2017 im Neumünsteraner Gewerkschafthaus.

20.11.2017

91 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen in Schleswig-Holstein sind Frauen. Im Gegensatz zu den Lehrkräften in den anderen Schularten erhalten die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen keine Besoldung nach der Gruppe A13, sondern nur nach A12. Monatlich macht das einen Unterschied von rund 400 bis 500 Euro aus. 

Für die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Astrid Henke ist die Sache klar: „Die Besoldungsunterschiede stellen nicht nur eine gravierende Ungerechtigkeit dar. Frauen werden auch durch die schlechtere Bezahlung mittelbar wegen ihres Geschlechts diskriminiert. CDU und FDP sollten sich an ihre Ankündigungen von vor der Landtagswahl erinnern und diesen untragbaren Zustand endlich beenden“, sagte sie auf einer GEW-Veranstaltung im Neumünsteraner Gewerkschaftshaus am Montag, 20.11.2017. „Die Pleite-Stadt Berlin und Brandenburg haben einen Anfang mit A13 gemacht. Da darf Schleswig-Holstein nicht mit einem Hinweis auf die finanzielle Lage zurückbleiben.“       

Unterstützung erhielte die Gewerkschaft von der Jura-Professorin Dr. Eva Kocher von der Europa-Universität Frankfurt/Oder. „Die Voraussetzung einer mittelbaren Diskriminierung des Geschlechts sind erfüllt, weil Frauen durch die Besoldungsregelungen in besonderer Weise nachteilig betroffen sind: der Frauenanteil unter den Grundschullehrkräften ist wesentlich größer als der Frauenanteil bei den Gymnasiallehrkräften. Und die beiden Tätigkeiten sind hinreichend vergleichbar. Die sich daraus ergebende Vermutung einer Geschlechtsbezogenheit der niedrigen Besoldung wird noch dadurch gestützt, dass sowohl die unterschiedlichen Frauenanteile als auch die unterschiedlichen Besoldungen mit Geschlechterstereotypen erklärt werden können“, führte die Juristin aus.

Astrid Henke ergänzte: „Die Zeiten, in denen der Spruch ‚Kleine Kinder – kleines Gehalt, große Kinder – großes Gehalt‘ galt, sind historisch längst überholt. An unseren Schulen wird zwar nicht überall die gleiche Arbeit gemacht, aber es wird gleichwertige Arbeit geleistet - und die muss gleich bezahlt werden!“ Es sei nicht akzeptabel, dass die Politik pädagogische Arbeit an Grundschulen geringer wertschätze als an den anderen Schularten. Das seien „Ansichten von vorgestern“, die es endlich zu überwinden gelte.

Unter dem Motto „JA13“ setzt sich die GEW gegenwärtig bundesweit für eine Anhebung der Besoldung von Grundschullehrkräften auf die Besoldungsgruppe A13 (Entgeltgruppe E13 für Angestellte) ein.

 

 

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