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Schulen mit besonderen HerausforderungenGEW fordert Stundenreduzierung für Lehrkräfte

Vage Ankündigungen des Bildungsministeriums von zusätzlichen Ressourcen fürs kommende Jahr reichen für die Schulen mit besonderen Heraussforderungen nicht aus. Die GEW fordert für die betroffenen Lehrkräfte eine Reduzierung der Pflichtstunden.

31.08.2018

Neues Schuljahr – keine Verbesserungen
Ein neues Schuljahr hat begonnen. Für die Schulen mit besonderen Herausforderungen hat sich nichts zum Besseren gewendet.Damit sie ihren schwierigen Aufgaben besser gerecht werden können, fordert die Bildungsgewerkschaft GEW nun für die Lehrkräfte an den entsprechenden Schulen eine Reduzierung der Pflichtstunden.

Lehrkräfte arbeiten am Limit
„Die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen in den von sozialen Problemen besonders betroffenen Stadtteilen arbeiten am Limit – oft auch darüber hinaus. Tag für Tag sehen sie sich mit wachsenden Aufgaben konfrontiert, wie zum Beispiel zahlreichen Gesprächen mit Eltern sowie dem Jugendamt. Um die Lehrkräfte zu entlasten, fordern wir für sie eine Pflichtstundenreduzierung, und zwar umgehend im ersten Schritt für die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 31. August 2018 in Kiel. 

Zu viele SchülerInnen werden scheitern
Ohne mehr Ressourcen befürchtet sie für die Schülerinnen und Schülern schlechtere Bildungschancen. „Viel mehr junge Menschen als nötig werden dann auf dem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss scheitern, weil die Bedingungen für gute Schulleistungen nur sehr mühsam herzustellen sind.“

Soziale Spaltung in Kiel besonders krass
Bestätigt sieht sich die GEW in ihrer Forderung nach besseren Bedingungen für die Schulen mit besonderen Herausforderungen durch den Soziologen Professor Marcel Helbig. Der kommt in seiner Studie zur sozialen Segregation in 74 deutschen Städten zu dem für die Landeshauptstadt Kiel traurigen Resultat, dass die soziale Spaltung in Kiel überdurchschnittlich stark angestiegen ist.

Handeln ist angesagt
„Mag es in Kiel auch besonders krass sein, so stellt die Landeshauptstadt beileibe keinen Einzelfall dar. In anderen schleswig-holsteinischen Orten beobachten wir ebenfalls ein immer stärkeres Auseinanderdriften der Gesellschaft mit den daraus resultierenden Problemen für die Schulen und übrigens auch Kindertagesstätten. Daher reicht es seitens des Bildungsministeriums nicht aus, den Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen anzuerkennen. Handeln ist angesagt“, so die GEW-Landesvorsitzende.

Bildungsbonus darf nicht zu weiteren Belastungen führen
In Hinblick auf die Tagung des Bildungsministeriums am 12. September zur Umsetzung vom Bildungsbonus ergänzte Astrid Henke:  „Die Tagung ist wichtig, ebenso die vage Ankündigung von Unterstützung durch das Bildungsministerium für das kommende Jahr. In ihrer gegenwärtigen Not hilft das den Schulen aber nicht, genauso wenig wie die Erarbeitung von einem Sozialatlas.“ Bei der Tagung dürfe auf keinen Fall herauskommen, dass die betroffenen Kollegien erst selbst umfangreiche Konzepte schreiben müssten, um in den Genuss von zusätzlichen Ressourcen für ihre Schule zu kommen. Das würde in den Schulen nur zu noch mehr Frust führen. 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 31. August 2018

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