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Gespenst der "Einheitsschule" wieder da

Kiel – „Das Bild, das Oppositionsführer Daniel Günther (CDU) heute im Landtag von den Schulen in Schleswig-Holstein gezeichnet hat, entspricht nicht der Realität“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 23. März 2017 in Kiel. „Tag für Tag mühen sich Lehrerinnen und Lehrer unter oft schwierigen Umständen durch engagierten Unterricht Schülerinnen und Schülern etwas beizubringen. Da haben sie es nicht verdient, dass der Oppositionsführer behauptet, an den schleswig-holsteinischen Schulen sei in den vergangenen Jahren der Leistungsgedanke verbannt worden.“

23.03.2017 - Bernd Schauer

Günthers Behauptungen halten Fakten-Check nicht Stand
„Einem konkreten Fakten-Check halten Daniel Günthers Behauptungen einfach nicht Stand“, so die GEW-Landesvorsitzende. Der Anteil der Gymnasialschülerinnen und –schüler sei beispielsweise von 2011 bis 2015/16 langsam, aber kontinuierlich von 41,76 Prozent auf 42,26 Prozent gestiegen. Die Zahl der Lehrerstellen sei dort trotz einer über 3000 niedrigeren Zahl an Schülerinnen und Schüler gleich geblieben. Günthers Behauptung: „Die Gymnasien sind ausgehöhlt“, wirke da „reichlich daneben“.

Entgegen der Behauptung des Oppositionsführers werde auch die „Existenz von beruflichen Schulen“ nicht durch neue Oberstufen an Gemeinschaftsschulen gefährdet. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Gymnasien  sei im Zeitraum 2011 bis 2015 um rund 1.000 gestiegen.

GEW erwartet konkrete Verbesserungsvorschläge
„In der Bildungspolitik gibt es wirklich viel zu tun. Die amtierende Landesregierung hat sich ja keineswegs nur mit Ruhm bekleckert“, merkte Astrid Henke an. „Die Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte an allen Schularten ist viel zu hoch. Die Inklusion bedarf dringend einer besseren personellen Ausstattung. Zu viele Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss. Soziale Probleme spiegeln sich immer stärker in den Schulen wider. Zu diesen Themen sollte der Oppositionsführer konkrete Verbesserungsvorschläge machen, statt wieder einmal das Gespenst der „Einheitsschule“ zu bemühen.

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