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GEW zu Kita-EckpunktenFür gute Arbeitsbedingungen reicht das nicht

Trotz einiger guter Maßnahmen noch zu dürftig. Für wirklich nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Kitas noch nicht ausreichend. So fasst die GEW ihre Meinung zu den Eckpunkten von Sozialminister Garg zur Kita-Reform zusammen.

14.03.2019

„Die Interessen der Beschäftigten in den Kitas kommen in den Eckpunkten zur Kita-Reform von Sozialminister Garg zu kurz. Das reicht nicht, um in den Kitas für akzeptable Arbeitsbedingungen und gute Bildungsqualität zu sorgen. Das ist aber notwendig, um mehr Erzieherinnen im Beruf zu halten und junge Leute für den Beruf zu gewinnen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 14. März 2019  in Kiel.

Sie begründete ihre Kritik mit dem weiterhin zu schlechten Fachkraft-Kind-Schlüssel, unzureichenden Freistellungen für Kita-Leitungen und zu geringen Verfügungszeiten für das pädagogische Personal.  „Wer quasi den großen Wurf für die Kitas ankündigt, muss sich auch strenge Maßstäbe gefallen lassen“, so die Gewerkschafterin. „Fünf Stunden Verfügungszeit für eine Kita-Gruppe sind wirklich kümmerlich. Damit lassen sich gerade einmal die wöchentlichen Dienstbesprechungen abdecken. Für weitere Gespräche, wie zum Beispiel mit Eltern oder Heilpädagoginnen, bleibt da keine Zeit mehr.“ Bei der Leitungszeit drohten vielen Leiterinnen und Leitern sogar Verschlechterungen gegenüber dem gegenwärtigen Zustand.

Die GEW-Landesvorsitzende würdigte auch die nicht wenigen positiven Punkte im Konzept der Landesregierung: zwei Fachkräfte pro Gruppe, Ersatz von Ausfallzeiten von erkrankten Beschäftigten, Festlegung von landesweit gültigen Standards, wo es bislang nur vage Formulierungen gibt, Begrenzung der Elternbeiträge.

Eindringlich warnte Astrid Henke davor, bei der Inklusion in den Kitas die Fehler aus dem Schulbereich zu wiederholen. „Für die Inklusion in Kitas ist eine durchgehende Besetzung mit Heilpädagoginnen in den Gruppen mit Kindern mit Beeinträchtigungen dringend erforderlich. Keinesfalls dürfen die Erzieherinnen mit dieser Aufgabe allein gelassen werden. Die bisherige Arbeit in den Integrationsgruppen scheint sich doch bewährt zu haben.“

Info:
Rund 18.000 pädagogisch Tätige arbeiten in Schleswig-Holstein in den Kindertagesstätten. Der Nationale Bildungsbericht spricht bundesweit von einem Fehl von mehr als 300.000 Erzieherinnen bis zum Jahr 2025. Auf Schleswig-Holstein runtergebrochen wären das etwa 10.000.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 14.03.2019

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