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Kita-ReformDa bleibt noch viel zu tun

Mit einer erheblichen Portion Skepsis betrachtet die Bildungsgewerkschaft GEW den Zwischenbericht des Sozialministeriums zur Neuordnung der Kita-Gesetzgebung. Zu vage bleiben ihr viele Maßnahmen und Ankündigungen.

21.09.2018

„Besser mag es wohl werden, aber noch nicht gut. Die sinnvolle Festschreibung einer zweiten Kraft pro Gruppe ist ein wichtiger Zwischenschritt hin zu guten Bedingungen in den Kindertagesstätten. Daneben bleibt vieles zu unbestimmt. Anderes genügt nicht den Erfordernissen, wie zum Beispiel die Ausweitung von Vor- und Nachbereitungszeiten und Leitungszeiten“, äußerte sich GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Freitag, 21. September 2018 in Kiel. 

Für die personelle Ausgestaltung der Standards in der fiktiven Standard-Kita legte der GEW-Landesgeschäftsführer der Politik Empfehlungen von Fachleuten aus Pädagogik und Wissenschaft ans Herz. Für den Krippenbereich ist das ein Betreuungsverhältnis von 1:3 (Ist-Stand in Schleswig-Holstein: 1:3,7), für den Elementarbereich 1:7,5 (Ist-Stand: 1:8,4). Die Zahlen stammen aus der jüngsten Studie der Bertelsmann-Studie zur frühkindlichen Bildung. Unter Einbeziehung der Ausfallzeiten des Personals stellt sich die gegenwärtige Situation noch düsterer dar.

„Sollte die Landesregierung eine fiktive Standard-Kita bei der Finanzierung zur Referenzgröße machen, kommt es entscheidend darauf an, welche Maßstäbe zugrunde gelegt werden. Wir werden ganz genau darauf achten, dass bessere Arbeitsbedingungen Einzug in die fiktive Standard-Kita erhalten“, so Bernd Schauer. „Unzureichende Arbeitsbedingungen müssen ein Ende haben. Denn sie führen ständig zu krankheitsbedingten Personalausfällen und treiben die Erzieherinnen aus dem Beruf.“

Bei der fiktiven Standard-Kita sei auch zu bedenken, dass hier nicht Unterschiede zwischen reichen und armen Gemeinden in der Ausstattung zementiert würden. Schon aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit müssten einheitlich gute Verhältnisse für alle Kitas im Lande zum Standard gemacht werden, sagte Bernd Schauer.

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