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Bildungspaket: Gut für G9, zu spät für Schulen mit besonderen Herausforderungen

07.12.2017

Zu spät kommen für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die zusätzlichen Mittel für Schulen mit besonderen Herausforderungen. Für die GEW drohen hier verschenkte Jahre, die zu Lasten von SchülerInnen und LehrerInnen gehen.

Bildungschancen bleiben auf der Strecke
„Diese Schulen brauchen schon jetzt bessere Bedingungen. Bis zum Jahr 2020 können dort weder Schülerinnen und Schüler, noch Lehrerinnen und Lehrer warten. Das sind verschenkte Jahre. Bildungschancen werden weiterhin auf der Strecke bleiben, Überlastungen der Lehrkräfte an der Tagesordnung“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 7. Dezember 2017 in Kiel. Sie bezog sich dabei auf Ankündigungen der Regierungsfraktionen vom gestrigen Tage. 

Sofort mehr Stellen für Schulen mit besonderen Herausforderungen
Nach Auffassung der GEW-Landesvorsitzenden muss mit der zusätzlichen Unterstützung nicht bis zum Vorliegen eines detaillierten Gesamtkonzepts gewartet werden. „Fangen Sie mit der Förderung schon zum kommenden Schuljahr an!“, appellierte sie an die Jamaika-Koalitionäre. 

Konkret forderte Astrid Henke:

  • eine zusätzliche Lehrerstelle für jede Schule, an der mindestens 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben oder der Anteil von Kindern und Jugendlichen  mit sonderpädagogischem Förderbedarf mindestens 10 Prozent beträgt (Grundschulen  4 Prozent). An Schulen mit insgesamt weniger als 200 Schülerinnen und Schülern könnte mit einer halben Stelle begonnen werden.
  • eine zusätzliche halbe Stelle für Schulentwicklung an den Schulen, an denen der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund mehr als 30 Prozent beträgt

Positiv: Stellen für Umstellungsprozess von G8 auf G9
Positiv bewertete die GEW-Landesvorsitzende, dass die Jamaika-Koalition den Gymnasien zusätzliche Stunden für den Umstellungsprozess von G8 auf G9 bereitstellen will. „Wir finden es richtig, den Gymnasien für neue Aufgaben im Zuge der Umstellung zusätzliche Stunden zu geben“, so Astrid Henke. Das müsse jedoch für alle Schulen gelten, die sich mit neuen Aufgaben konfrontiert sähen. Aktuell im Auge hat die Gewerkschafterin dabei vor allem die Schulen, die in besonderem Maße den Unterricht für geflüchtete und zugewanderte Kinder und Jugendliche zu gestalten haben. Ebenso seien die Schulen zu entlasten, die gegenwärtig von einem Augenblick auf den anderen den Unterricht in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes für Geflüchtete konzipieren müssen.

Sechste Differenzierungsstunde an Gemeinschaftsschullassen zurückgeben
Aus Sicht der GEW wird die Rückkehr von G8 zu G9 den Andrang von Schülerinnen und Schülern auf die Gymnasien weiter forcieren. „Um dem entgegen zu wirken, halten wir es für dringend erforderlich, für die Gemeinschaftsschulen wieder bessere Startbedingungen zu schaffen“, so Astrid Henke.  Konkret fordert sie die Wiedereinführung der sechsten Differenzierungsstunde für jede Gemeinschaftsschulklasse. Diese Anzahl gab es auch beim Start der Gemeinschaftsschulen, um Schülerinnen und Schüler besser fördern zu können.

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