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Corona-SelbsttestsBildungsministerium stürzt Schulen ins Testchaos

Pünktlich zum Start der Osterferien hat heute das Bildungsministerium Pläne zur Einführung einer Testpflicht an den Schulen veröffentlicht. In der ersten Stunde nach den Ferien soll es losgehen! Wieder hat das Ministerium nichts dazu gelernt.

31.03.2021

Wieder einmal stürzt das Bildungsministerium die Schulen in ein Organisationschaos und legt den Schulleitungen und Lehrkräften statt Wertschätzung für die geleistete Arbeit der letzten Monate ein paar  faule Ostereier in den Korb. Gut zwei Wochen nach dem „Macht mal“ kommt jetzt das „Macht Mal – aber bitte verpflichtend!“ Unterstützung? Fehlanzeige!“, kommentierte  die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke die Pressekonferenz der Bildungsministerin.

Grundsätzlich begrüßt die GEW, dass neben dem Personal an Schulen nun auch die Schüler*innen zwei Mal pro Woche ein Testangebot vom Land bekommen sollen. Und auch eine Testpflicht kann aus Sicht der GEW ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit an Schulen sein.

„Dass die Umsetzung nun voll und ganz den Schulen aufgeladen werden soll, ist ein Unding! Die Lehrkräfte haben mit Unterricht, Wechsel- oder Hybridunterricht und Prüfungen hinlänglich zu tun, nun sollen sie noch Testzentren für alle aus dem Boden stampfen.“ Während es in Bürgertestzentren gesondertes Personal und zusätzliche Räume gebe, sollen Lehrkräfte dies ungeschult und ungeschützt nebenbei erledigen, kritisiert die Gewerkschafterin die Ankündigungen der Bildungsministerin. „Zwei Wochen nach der Einführung freiwilliger Tests an Schulen mit ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern, sollen die Pläne wieder über den Haufen geworfen werden.  Jetzt heißt es: Klassenräume werden zu Testzentren, Lehrer*innen zu Testpersonal. Das geht so nicht!“

Aus Sicht der GEW brauchen Schulen dringend Unterstützung: in erster Linie Personal für die externe professionelle Durchführung der Test, aber auch geeignete Räume zum Testen – z.B. Zelte vor den Schulen. Hier sind auch die Schulträger gefordert für ihre Schulen Testmöglichkeiten zu schaffen oder zumindest zu unterstützen.

„Außer Ankündigungen und Erwartungen wird nichts seitens des Ministeriums organisiert. Viele Fragen sind weiter offen. Ungeklärt ist sowohl  das Vorgehen, wenn Kinder sich nicht testen lassen wollen, aber auch das Testangebot für Kinder mit Förderbedarf, die sich nicht selber testen können.“

Deutliche Kritik kommt von der GEW auch zur verpflichtenden Beaufsichtigung der Selbsttests durch Lehrkräfte. „Aus den Schulen kommen viele Rückmeldungen, dass die Selbsttestung durch Schüler*innen vielerorts nicht gut funktioniert oder sie zumindest sehr aufwändig betreut werden müssen. Solange es keine externe Unterstützung für Schulen gibt, sollten Schüler*innen mit einem größeren Unterstützungsbedarf – z.B. Grundschüler*innen – zuhause von den Eltern getestet werden. Das scheint uns auch pädagogisch am sinnvollsten!“, so Astrid Henke.