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Berufliche Bildung: Schlechte Chancen für Schleswig-Holsteins Jugendliche

19.12.2017

Ausbildungsplatzsuche ist für Jugendliche in Schleswig-Holstein schwerer als woanders. Das zeigt der Ländermonitor Berufliche Bildung der Bertelsmann-Stiftung. Die GEW appelliert an Arbeitgeber ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

2.000 Ausbildungsplätze seit 2008 abgebaut
Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche haben in Schleswig-Holstein schlechtere Karten als in anderen Bundesländern. 2.000 Ausbildungsplätze haben die Arbeitgeber im nördlichsten Bundesland seit dem Jahre 2008 abgebaut. Obwohl die Wirtschaft boomt, stieg der Anteil erfolgloser Ausbildungsplatznachfragen bei uns im Norden von 14 Prozent auf 17 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank er im Bundesdurchschnitt von 17 Prozent auf 13 Prozent.

GEW für mehr Ausbildungsplätze in Zukunftsberufen
„Die jungen Menschen in Schleswig-Holstein brauchen mehr Ausbildungsplätze, am besten in Zukunftsberufen. Unsere Gesellschaft ist auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Weder aus sozialen noch aus ökonomischen Gründen können wir es uns erlauben, jungen Leuten die Chance auf eine Ausbildung zu verwehren“, nahm Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, am Dienstag, 19. Dezember 2017 zu den Ergebnissen des Ländermonitor Berufliche Bildung von der Bertelsmann-Stiftung Stellung.  

Arbeitgeber müssen ihrer Verantwortung stärker gerecht werden
„Die Arbeitgeber müssen endlich ihrer Verantwortung in stärkerem Maße gerecht werden. Obwohl sie stets den Eindruck eines „Ausbildungsparadieses“ erwecken und vor Fachkräftemangel warnen, nutzten sie die gute wirtschaftliche Lage nicht, um ein deutliches Plus an Ausbildungsplätzen zu schaffen. Das geht gar nicht“, so die Gewerkschafterin. „Stattdessen dürfen wir uns immer wieder die Litanei von angeblich nicht ausbildungsreifen und ausbildungswilligen Jugendlichen anhören. Dabei wird doch niemand im Ernst behaupten, dass die Jugendliche in Schleswig-Holstein dümmer und desinteressierter als in anderen Bundesländern sind.“

Politik mit sich selbst beschäftigt
Nach Auffassung der GEW-Landesvorsitzenden strandeten immer noch zu viele Jugendliche im sogenannten Übergangssystem. „Statt aber dieses Problem energisch anzugehen, reißt die Landesregierung  die Verantwortung für die Berufliche Bildung auseinander. Weder der Transfer der Beruflichen Bildung vom Bildungs-  ins Wirtschaftsministerium noch die nicht zu Ende gedachte Gründung des sogenannten SHIBBs (Schleswig-Holsteinisches Institut für Berufliche Bildung) bringt Jugendliche in Ausbildung.“

 

    

 

 

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