GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen https://www.gew-sh.de GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen de-DE GEW Schleswig-Holstein - Medieninformationen Sun, 17 Feb 2019 17:21:07 +0100 Sun, 17 Feb 2019 17:21:07 +0100 TYPO3 EXT:news news-15995 Thu, 14 Feb 2019 13:29:46 +0100 Notenverbot ist unnötig – Pragmatische Lösungen sind gefragt https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/notenverbot-ist-unnoetig-pragmatische-loesungen-sind-gefragt/ Die GEW Schleswig-Holstein hält ein pauschales Notenverbot für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf für unnötig und falsch. GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke drängt auf eine pragmatische Lösung. Anlässlich der Landtagsdiskussion zur Beurteilungsform der Unterrichtsleistungen von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf appelliert die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Astrid Henke an die Bildungsministerin: „Lassen Sie pragmatische Lösungen zu. Ein pauschales Notenverbot für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist unnötig, bevormundet die Schulen und trägt zur Diskriminierung dieser Kinder bei.“ Die GEW setzt sich seit langem für eine notenfreie Grundschule ein, um Kinder nicht zu beschämen und individuelle Leistungen aller Kinder bestmöglich zu beurteilen. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, müsse im gemeinsamen Unterricht aber eine vergleichbare Beurteilungsform für alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse möglich sein.

„Einerseits das Hohelied der Beurteilung durch Noten zu singen und gleichzeitig, zwei oder drei Kindern, deren Lernziele sich nicht an den Fachanforderungen sondern an einem individuellen sonderpädagogischen Förderplan orientieren, pauschal zu sagen „Für Noten reicht‘s nicht“, das halten wir für falsch.“, kritisiert die Gewerkschafterin. Wenn eine Schule sich für Ziffernnoten ausgesprochen hat, dann sollte es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ermöglicht werden eine an den individuellen Anforderungen orientierte verbale Beurteilung oder ein Kompetenzraster durch eine Ziffernbeurteilung zu ergänzen.

Es sei bedauerlich, dass im letzten Jahr eine bewährte und allseits akzeptierte Praxis aufgehoben wurde. Die GEW schlägt daher vor, eine pragmatische Lösung zu finden. Die Schulkonferenzen sollten entscheiden dürfen, dass auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in zieldifferent unterrichteten Fächern eine ergänzende Ziffernbeurteilung erhalten können, wenn die gesamte Klasse Notenzeugnisse erhält.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 14.02.2019

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Schule Bildungssystem Inklusion Presse Schleswig-Holstein
news-15953 Fri, 08 Feb 2019 12:51:03 +0100 Engagement für Klimaschutz nicht mit Schulstrafen belegen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/engagement-fuer-klimaschutz-nicht-mit-schulstrafen-belegen/ Für Gelassenheit im Umgang mit den streikenden SchülerInnen hat sich die GEW Schleswig-Holstein ausgesprochen. Engagement für besseren Klimaschutz dürfe nicht mit Sanktionen aus dem Katalog der Schulstrafen belegt werden. Das sei völlig unangebracht. Einsatz für besseren Klimaschutz gut
Es ist gut, dass Schülerinnen und Schüler sich für einen besseren Klimaschutz einsetzen. Aus unserer Sicht ist es auch gut nachvollziehbar, dass sie dies während der Unterrichtszeit tun. Denn nur so erreichen sie eine breite öffentliche Aufmerksamkeit mit ihren Protest“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 8. Februar 2019 in Kiel zu den Protesten in verschiedenen schleswig-holsteinischen Städten.

Absage an schulische Sanktionen
Kein  Verständnis zeigte die Gewerkschafterin zu der Forderung nach schulischen Sanktionen für die streikenden Schülerinnen und Schüler: „Natürlich ist es etwas anderes, wenn Schülerinnen und Schüler sich öffentlich gegen den Raubbau an unserem Planeten engagieren, als wenn sie eine sechsten Stunde wegen akuter Schulunlust schwänzen.“ 

Schulen können in Zwickmühle kommen
Blieben allerdings Freitag für Freitag immer wieder dieselben Schülerinnen und Schüler Freitag dem Unterricht fern, komme eine Schule in die Zwickmühle zwischen ihrem Bildungsauftrag und der Durchsetzung der Schulpflicht, so Astrid Henke. „Aber das ist ja bisher nicht der Fall und es sieht ja auch so aus, als hätten die Schülerinnen und Schüler so eine Art rollierendes System entwickelt.“

Klimaschutz stärker in Unterricht einbeziehen
Den Lehrerinnen und Lehrern legte die GEW-Landesvorsitzende ans Herz die Demonstrationen positiv aufgreifen. „Das ist ein guter Anlass Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker in den Unterricht einzubeziehen. Wie können konkrete Forderungen nach einem besseren Klimaschutz an Politik und Wirtschaft aussehen? Wie kann ich mein eigenes Konsumverhalten nachhaltiger gestalten? Welche Materialien verwenden wir im Unterricht? Sind diese sozial verträglich und nachhaltig produziert? Werden Fairtrade-Prinzipien und Stromsparmaßnahmen ernst genommen?“

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 08.02.2019

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken Gesellschaftspolitik Presse Schleswig-Holstein
news-15812 Fri, 25 Jan 2019 14:21:15 +0100 GEW für Beerdigung, nicht Neujustierung der Profiloberstufe https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fuer-beerdigung-nicht-neujustierung-der-profiloberstufe/ Vor der Fachtagung des Bildungsministeriums zur Reform der Oberstufe erntet Bildungsministerin Karin Prien Zustimmung von der GEW dafür, das Thema anzupacken. Die GEW strebt aber nicht nur eine Neujustierung, sondern eine umfassendere Reform an. Kiel – Einen Tag vor der Fachtagung des Bildungsministeriums zur Reform  der gymnasialen Oberstufe hat sich die Bildungsgewerkschaft GEW zu Wort gemeldet. Zustimmung erntet Bildungsministerin Karin Prien für ihren Vorstoß, dass Thema endlich anzupacken. Die GEW möchte es allerdings nicht bei einer Neujustierung belassen, sondern eine umfassendere Reform.

GEW für zwei Fächer auf erhöhtem Niveau
„In der neuen Oberstufe halten wir Unterricht in zwei Fächern auf erhöhtem Niveau für sinnvoll. Begabungsprofil sowie Neigungen der Schülerinnen und Schüler müssen wieder an erster Stelle stehen. Die jungen Menschen sollten ihre individuellen Stärken in der Oberstufe zum Ausdruck bringen können“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 25. Januar 2019 in Kiel. „Ganz nebenbei würde dieses auch zu einer Vereinheitlichung des Bildungssystems beitragen, denn die überwiegende Anzahl der Bundesländer setzt auf zwei Fächer.“

„Abitur im eigenen Takt“ diskutieren
Wünschenswert sei es aus ihrer Sicht, wenn die Diskussion über „die altehrwürdigen Vorstellungen der Kultusministerkonferenz“ hinausginge. „Wer heute über eine Reform der Oberstufe diskutiert, darf Ideen wie das „Abitur im eigenen Takt“ nicht einfach beiseite wischen. Der Normalfall wird das Abitur nach drei Jahren bleiben. Aber warum nicht einem Teil der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben, nach zwei Jahren Abitur zu machen, während andere vier Jahre benötigen?“ Eine größtmögliche Individualisierung sei erstrebenswert.

Fächerübergreifendes Lernen wichtig
Die GEW-Landesvorsitzende spricht sich auch dafür aus, den Anspruch an das fächerübergreifende Lernen qualitativ hoch zu halten. Für fächerübergreifendes Lernen, projektartiges Arbeiten und selbstständige individuelle Arbeitsorganisation der Schülerinnen und Schüler brauche das Gymnasium mehr Zeit. „Das eröffnet jungen Menschen die Chance, sich zu selbstbewussten und selbständigen Persönlichkeiten zu entwickeln, sich darin zu üben, vielfältige und kreative Lösungsmöglichkeiten zu erdenken und sich so auf die komplexen Schwierigkeiten unserer Welt vorzubereiten und studierfähig zu werden.“ Zu einem derartigen Lernen gehörten ausreichend Unterrichts- und Lehrerstunden.

Zu hohe Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte nicht vergessen
„Auf keinen Fall außer Acht lassen dürfen wir in der Diskussion die Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte“, so Astrid Henke. Die seien generell viel zu hoch. Durch extrem ungleich verteilte Anforderungen durch Abiturprüfungen und Korrekturen von Klausuren werde das Problem noch verschärft. „Während Lehrerinnen und Lehrer in einigen wenigen Fächern Jahr für Jahr zahlreiche Prüfungen durchführen müssen, können andere Fächer so gut wie gar nicht mehr als Abiturprüfungsfach gewählt werden. Ein breiteres Fächerangebot kann dem entgegenwirken.“

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 25.01.2019

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-15781 Tue, 22 Jan 2019 12:11:51 +0100 GEW für schnelle Hilfe statt Wettbewerb https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fuer-schnelle-hilfe-statt-wettbewerb/ Über Jahre passierte nichts. Immmerhin stellt das Bildungsministerium jetzt ein Konzept zur Förderung von Schulen mit besonderen Herausforderungen vor. Inhaltliche Ausrichtung und Umfang des Konzepts stoßen bei der GEW auf Kritik. Schnelle und umfassende Hilfe nötig
  „Die Schulen mit besonderen Herausforderungen brauchen schnelle und umfassende Hilfe. Stattdessen aber stürzt das Bildungsministerium sie nun untereinander in Konkurrenz um Unterstützung. War zunächst zugesagt, die Schulen mit dem höchsten Unterstützungsbedarf auf jeden Fall vom sogenannten Bildungsbonus profitieren zu lassen, müssen sie sich nun um diese Mittel bewerben“, kritisierte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes am Dienstag, 22. Januar 2019 in Kiel.

Entlastungsstunden für überlastete Lehrkräfte
Nachdrücklich appellierte sie an die Landtagsabgeordneten, die am morgigen Mittwoch über das Konzept der Landesregierung diskutieren werden: „Stellen sie für die Schulen mit besonderen Herausforderungen mehr Mittel zur Verfügung! Bringen Sie die Landesregierung dazu, allen Schulen mit besondere Herausforderungen – und zwar nicht gefühlten, sondern wissenschaftlich nachgewiesenen – mehr Lehrerstunden für kleinere Klassen, zusätzliches pädagogisches Personal für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler und dringend notwendige Entlastungsstunden für die überlasteten Lehrkräfte zu gewähren!“

Sozialatlas wird erstellt
Gegenwärtig wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel (IPN) ein Sozialatlas erstellt. Nach festgesetzten Kriterien und anhand von Sozialdaten werden Schulen ermittelt, die sich mit besonderen Problemlagen konfrontiert sehen. Nach Vorstellungen des Bildungsministeriums soll es dann aber noch keine konkrete Hilfe für die so festgestellten Schulen geben. Sie müssen erst einmal Konzepte entwickeln.

Höhere Bedarfe anerkennen
Für Katja Coordes ist das ein falscher Weg: „Die meisten Schulen verfügen schon über gute Konzepte. Wegen ihrer schwierigen Bedingungen lechzen sie geradezu nach schneller Hilfe, nicht nach einem Auftrag für Konzeptentwicklung. Dies umso weniger, weil die Arbeit an einem Konzept umsonst bliebe, wenn die Schule im Wettbewerb mit anderen Schulen den Kürzeren zöge. Die Schule wird dann nicht zur „PerspektivSchule“, wie es im allerschönsten ministeriellen PR-Deutsch heißt, sondern bleibt dann wohl perspektivlos.“  Das Bildungsministerium müsse schlichtweg nur den höheren Bedarf der Schulen mit besonderen Herausforderungen anerkennen. Das betreffe vor allem die Leitungszeit für Schulleiterinnen und Schulleiter, die Zeit, die Klassenlehrkräfte zusätzlich investieren und die Schulsozialarbeit.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 22.01.2019

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Schulsozialarbeit Schule Bildung weiter denken Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Presse Schleswig-Holstein
news-15472 Thu, 29 Nov 2018 15:49:25 +0100 GEW: A13 jetzt! Lehrkräftemangel an Grundschulen erfordert bessere Besoldung https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-a13-jetzt-lehrkraeftemangel-an-grundschulen-erfordert-bessere-besoldung/ Aus Sicht der GEW darf die Landesregierung die höhere Besoldung für GrundschullehrerInnen nicht weiter auf die lange Bank schieben. "A13 jetzt!" lautete die Forderung der GEW-Landesvorsitzenden Astrid Henke vor Personalratsmitgliedern. Hindernisse aus dem Weg geräumt
Spielerisch überwanden rund 50 GEW-Personalratsmitglieder aus Grundschulen die Hindernisse schon, die einer höheren Besoldung von Grundschullehrkräften im Wege stehen. Vorurteile wurden abgeworfen (minderwertige Arbeit, Kuschelpädagogik), Hindernisse übersprungen (Landeshaushalt, mangelnde Wertschätzung) sowie Politikerinnen und Politiker bei Seite geschoben. Das Ganze passierte bei einer GEW-Aktion in der Mittagspause einer GEW-Personalratsschulung am 29.11.2018 in Neumünster.


Tippelschritte reichen nicht
„Sieben lange Jahre will sich die Landesregierung noch Zeit lassen bis zur endgültigen Besoldung nach A13. Das geht gar nicht. Solange können die Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer aber nicht mehr warten“, sagte die schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. „Jetzt muss es losgehen mit A13. Nicht in langsamen Tippelschritten, sondern mit großen und schnellen Schritten. Sonst geraten wir im Wettbewerb um junge Lehrkräfte gegenüber Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Sachsen, die jetzt schon A13 (Angestellte entsprechend) bezahlen, ins Hintertreffen.“ Wegen seiner generell höheren Beamtenbesoldung sei auch Hamburg ein harter Konkurrent im Wettbewerb um Lehrkräfte.


A13 im Landeshaushalt für das Jahr 2019 berücksichtigen
Die Verabschiedung des Landeshaushalts für das Jahr 2019 im Landtag in 14 Tagen sei aus Sicht der GEW ein günstiger Zeitpunkt für ein klares Signal, da die Landeskasse ordentlich gefüllt sei. „Gleichwertige Arbeit gehört gleich bezahlt. Der Mangel an Lehrkräften ist schon jetzt enorm. Immer mehr Schulen schaffen es nicht, die Stellen mit ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen“, so die GEW-Landesvorsitzende. „Wenn wir bei der Besoldung weiter rumtrödeln, wird sich diese Lage noch verschärfen. Um mehr ausgebildete Lehrkräfte nach Schleswig-Holstein zu holen und junge Menschen zu einem Lehramtsstudium zu bewegen, müssen wir den Beruf attraktiver machen. Und dazu gehört eine Besoldung nach A13!“, forderte die Gewerkschafterin.


Bundesweite Kampagne
Die GEW-Aktion reiht sich in Aktivitäten aller GEW-Landesverbände für A13 in diesem Monat. Das Studium für das Grundschullehramt dauert genauso lange wie für die übrigen Schularten (5 Jahre), ebenso der Vorbereitungsdienst (18 Monate). Der Besoldungsunterschied zwischen A12 (jetzige Besoldung für Grundschullehrkräfte) und A13 liegt bei rund 4oo Euro. Auch die Landesregierung will Grundschullehrerinnen und – lehrer in Zukunft nach A13 besolden. Ihr Stufenplan startet aber erst 2020 und endet 2025.

 

 

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Bildungsbereiche Schule Bildung weiter denken LehrerInnenbildung Gleichstellung Presse Schleswig-Holstein
news-15341 Mon, 12 Nov 2018 14:22:54 +0100 Überfällig: Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/ueberfaellig-gute-arbeitsbedingungen-gesetz-fuer-die-kitas/ Der Bund hat gerade ein Gute-Kita-Gesetz auf den Weg gebracht. Geht es nach der GEW, soll die schleswig-holsteinische Landesregierung nun ein Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas folgen lassen. Arbeitsbedingungen dürfen nicht hinter Finanzfragen zurückstehen
Die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke appellierte auf dem 24. GEW-Erzieherinnentag (Fachtagung für Beschäftigte sozialpädagogischer Berufe) am 10. November 2018 in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in Neumünster an die Landesregierung und die sie tragenden Parteien: „Die Bundesregierung  will ein Gute-Kita-Gesetz. Machen Sie nun ein Gute-Arbeitsbedingungen-Gesetz für die Kitas! Messen Sie den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten mindestens genauso viel Bedeutung bei wie der Beitragsfreiheit, dem Ausbau der Kitas und Finanzfragen. Wir brauchen mehr Personal, einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, mehr Leitungsfreistellung und mehr Verfügungszeit für die sozialpädagogischen Fachkräfte.“

250 TeilnehmerInnen
Der 24. GEW-Erzieherinnentag, an dem gut 250 Beschäftigte aus allen sozialpädagogischen Berufen teilnahmen, stand unter dem Motto: Wertschätzung braucht Profis – Profis brauchen Wertschätzung

Personal braucht mehr Wertschätzung
Niemand wird ernsthaft in Zweifel ziehen, dass wertschätzende Pädagogik in der frühkindlichen Bildung absolut unverzichtbar ist. Aber wie viel Wertschätzung brauchen die Beschäftigten in den Kitas? Wie viel wird ihnen von Politik, Trägern und Gesellschaft tatsächlich entgegengebracht? Reicht das, um wirklich wertschätzend mit Kindern arbeiten zu können? Mit diesen und anderen Fragen zur Situation in den Kitas befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

GEW fordert mehr Personal und gute Bezahlung
Astrid Henke beließ es nicht bei Fragen, sondern formulierte klare Vorstellungen: „Erzieherinnen gehen jeden Tag mit viel Einsatz und Wertschätzung für jedes Kind zur Arbeit und machen einen guten Job. Jetzt sind auch einmal die Erzieherinnen dran. Wir fordern Wertschätzung durch kleinere Gruppen, mehr Personal und gute Bezahlung. Nur wenn die Arbeitsbedingungen stimmen, können die Beschäftigten die an sie gestellten Anforderungen erfüllen.“

Viele Workshops
Im zweiten Teil der Fachtagung standen Workshops zu pädagogischen Fragen und Themen aus dem beruflichen Alltag auf dem Programm. Die Palette der Themen reicht von Kinderrechte und Kinderschutz über Wertschätzende Kommunikation mit Eltern bis hin zu Andere Länder – andere Sitten, Spielanregungen für mehr Bewegung im Kindergarten oder Übungen für die eigene Gesundheit.

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Bildungsbereiche Kita Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-15154 Wed, 24 Oct 2018 16:46:53 +0200 Rückwärtsgang https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/rueckwaertsgang/ Zurückdrehen will JAMAIKA die Reform bei der Ausbildung von LehrerInnen. „Weder gekonnt noch zeitgemäß“, findet die GEW.
Wo bisher Lehrkräfte für Schulstufen ausgebildet wurden, soll es in Zukunft jeweils ein Lehramt für Gemeinschaftsschulen und ein Lehramt für Gymnasien geben. Morgen (25.10.2018) gibt es dazu im Bildungsausschuss des Landtages eine Anhörung.

„CDU und FDP fahren damit eine Trophäe ein in ihrem Kampf gegen den vermeintlichen Einheitslehrer. Leidtragende sind vor allem die Gemeinschaftsschulen. Aber auch den zukünftigen Gymnasiallehrerinnen und -lehrern tut die JAMAIKA-Koalition keinen Gefallen. Viele von ihnen werden nämlich an einer Gemeinschaftsschule landen und sind dann auf den Unterricht dort schlechter vorbereitet“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 24. Oktober 2018 in Kiel.

Sie wies darauf hin, dass die notwendige pädagogische Qualifikation für den Unterricht an der Gemeinschaftsschule ebenso am Gymnasium benötigt werde. Parallel müssten auch Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen fachlich inhaltlich, didaktisch und pädagogisch hoch qualifiziert sein, um junge Menschen zur Hochschulreife oder zum Übergang in die Sekundarstufe II zu führen. „Beides lässt sich am besten in einem Lehramt erreichen.“

Astrid Henke: „Die Ausrichtung des neuen Lehramts auf eine Unterrichtstätigkeit in der Sekundarstufe I reicht im Regelfall nicht aus. Schließlich wird auch an Gemeinschaftsschulen gymnasiale Bildung vermittelt, obwohl Teile von CDU und FDP immer wieder einen anderen Eindruck vermitteln wollen.“

Zukünftige  Gymnasiallehrerinnen und -lehrer werden in beträchtlicher Zahl an Gemeinschaftsschulen unterrichten. Denn die Zahl der ausgebildeten Gymnasiallehrkräfte übersteigt den Bedarf an den Gymnasien. Das hat sogar das Bildungsministerium erkannt. Paragraf 3 des Gesetzes regelt nämlich, dass aufgrund der Erfordernisse des Schulsystems Lehrkräfte für das Lehramt an Gymnasien die Berechtigung zum Unterricht in Gemeinschaftsschulen erhalten und umgekehrt. Umso unsinniger erscheint der GEW die geplante Aufspaltung der Ausbildung der Lehrkräfte für die Sekundarstufe II.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 24.10.2018

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Bildungsbereiche Studium Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem LehrerInnenbildung Presse Schleswig-Holstein
news-15142 Tue, 23 Oct 2018 17:00:57 +0200 Gute Karten für Hanna-Sophie – schlechte für Achmed https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gute-karten-fuer-hanna-sophie-schlechte-fuer-achmed/ Der schulische Erfolg von Kindern hängt in Deutschland immer noch entscheidend von der sozialen Herkunft ab. Trotz leichter Fortschritte steht Deutschland immer noch viel schlechter da als andere Länder. Neue Studie, alter Befund. Das deutsche Bildungssystem bietet keine gleichen Chancen. Das zeigt die am Dienstag, 23. Oktober 2018 veröffentlichte Extra-Auswertung der jüngsten PISA-Studie.

„Wie lange noch will es diese Gesellschaft eigentlich hinnehmen, dass das Bildungssystem soziale Unterschiede zementiert? Wie lange noch will sich die Bildungspolitik lieber um Hanna Sophie aus Kiel-Düsternbrook statt um Achmed aus Kiel-Gaarden kümmern? Die soziale Spaltung beim schulischen Erfolg werden wir nur überwinden, wenn die Benachteiligten in unserer Gesellschaft endlich eine intensivere Förderung erfahren“, äußerte sich Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kiel zur Studie.

Dass die Landesregierung Schulen mit besonderen Herausforderungen besser unterstützen wolle, bewertete die GEW-Landesvorsitzende positiv. „Mit der Devise „Kleckern statt Klotzen“ werden wir aber nicht weit kommen. Wenn Studien zeigen, dass Kinder in einer Schule in einem sozial günstigen Umfeld automatisch bessere schulische Ergebnisse erreichen, kann der Auftrag an die Politik doch nur lauten: Sorgt überall für ein günstiges Umfeld! Gleicht Nachteile endlich aus!“
Die GEW setzt sich schon seit langer Zeit für eine bessere Förderung der Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld ein. Mehr gebundene Ganztagsschulen können aus ihrer Sicht ebenfalls ein erfolgversprechendes Rezept sein. 


Verantwortlich: Bernd Schauer, 23.10.2018

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14998 Thu, 27 Sep 2018 15:46:26 +0200 Berufliche Bildung muss im Bildungsministerium bleiben https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/berufliche-bildung-muss-im-bildungsministerium-bleiben/ Für die GEW Schleswig-Holstein steht fest: Die Zuständigkeit für Berufliche Bildung gehört ins Bildungsministerium und nicht ins Wirtschaftsministerium. Das machte die GEW vor der Landtagsdebatte zur Beruflichen Bildung noch einmal klar. Beispiellose Aufsplitterung
„Springen sie über Ihren Schatten!“, appellierte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 27. September 2018 in Kiel an die JAMAIKA-Koalitionäre. „Es bricht niemandem ein Zacken aus der Krone, wenn er eine falsche Entscheidung rechtzeitig korrigiert! Noch ist es Zeit, die beispiellose Aufsplitterung der Zuständigkeiten zu stoppen. Berufliche Schulen und allgemeinbildende Schulen gehören in ein Ministerium. Alles andere führt zu unnötigem Mehraufwand und sehr aufwendigem Koordinierungsbedarf zwischen den Ministerien.“ 
Bürokratieabbau sieht anders aus
Aus Sicht der Gewerkschafterin ist die Liste lang, über die sich Wirtschaftsministerium und Bildungsministerium dann im Alltag verständigen müssten: personalrechtliche Fragen, Fachanforderungen, schulaufsichtliche Vorgaben, Regelungen für zu vergebende Schulabschlüsse, sämtliche Erlasse des Bildungsministeriums zu pädagogischen und schulorganisatorischen Fragen, die allgemein- und berufsbildende Schulen gleichermaßen betreffen. „Bürokratieabbau sieht anders aus“, betonte Astrid Henke. Sie machte außerdem noch darauf aufmerksam, dass eine umfassende Änderung des Schulgesetzes unabdingbar sei. Zur Untermauerung ihrer Kritik erinnerte die GEW-Landesvorsitzende an das Gutachten „Berufsbildende Schulen steuern“ (www.gew-sh.de/shibb) des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Wrase (Hildesheim/Berlin) für die GEW. Der Jurist habe zahlreiche verfassungsrechtliche, verwaltungsrechtliche, organisatorische und fachliche Probleme benannt.
Verfassungsrechtlich bedenklich
Ein Kernpunkt seiner Expertise: „Es ist auch aus Sicht des Verfassungsrechts bedenklich, dass die Landesregierung den historisch einmaligen und bislang im Schulgesetz nicht vorgesehenen Schritt zur Aufspaltung der Zuständigkeiten der Schulaufsicht über die allgemeinbildenden und die berufsbildenden Schulen ohne eine vorherige unabhängige und ergebnisoffene bildungs- und organisationswissenschaftliche Begutachtung vornehmen möchte“, heißt es u.a. in dem Gutachten.

 

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Berufliche Bildung Privatisierung & Lobbyismus Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14965 Mon, 24 Sep 2018 16:39:26 +0200 GEW-Studie: Schulen für digitale Welt schlecht aufgestellt https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-studie-schulen-fuer-digitale-welt-schlecht-aufgestellt/ Für die Bildung in der digitalen Welt sind die Schulen in Deutschland schlecht aufgestellt. Ihren Auftrag, Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorzubereiten, können sie nur unzureichend erfüllen. Generell sehen die Lehrerinnen und Lehrer einen dringenden Modernisierungs- und Sanierungsbedarf an den Schulen. Das geht aus einer repräsentativen Mitgliederbefragung der Bildungsgewerkschaft GEW hervor. 

82 Prozent der befragten GEW-Mitglieder mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig bzw. wichtig an. 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung zusätzlicher Gelder dafür höchste bzw. hohe Priorität haben muss.

Obwohl es sich um bundesweite Ergebnisse handelt, hegt die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke keine Zweifel, dass sich die Resultate auf Schleswig-Holstein übertragen lassen. „Die bisherigen Bemühungen der Politik, Schulen an die digitale Entwicklung anzukoppeln, strotzen vor Erfolglosigkeit. Bund, Land und Kommunen müssen sich endlich auf substanzielle Verbesserungen an den Schulen verständigen. Um sich nicht in unterschiedlichen Kompetenzen zu verheddern, halten wir eine nationale Bildungsstrategie für notwendig“,  sagte die Gewerkschafterin am Montag, 24. September 2018 in Kiel.

Offensichtlich sei es, dass die bundesweit vorgesehenen fünf Milliarden Euro aus dem Digitalpakt und die im Koalitionsvertrag für die Schulsanierung vorgesehenen 3,5 Milliarden bei weitem nicht ausreichten. So bezifferte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Sanierungsstau an Schulen in Deutschland auf 47,7 Milliarden Euro. Grob geschätzt dürfte das für Schleswig-Holstein einer Summe von mehr als 1,5 Milliarden Euro entsprechen. 

Als drängendste Anforderungen benannten die Lehrkräfte in der Umfrage: technische Wartung und Betreuung der digitalen Ausstattung (94 Prozent), die Bereitstellung von Hardware für die Lehrkräfte (90 Prozent) und die Lernenden (84 Prozent) sowie eine umfassende Fortbildung (85 Prozent). Auch der Infrastruktur, der Verfügbarkeit (87 Prozent) und Leistungsfähigkeit (89 Prozent) eines W-LAN-Netzes, messen die Lehrerinnen und Lehrer hohe Bedeutung bei. Die Lehrerinnen und Lehrer setzen zudem darauf, dass der Staat bei der Digitalisierung die Verantwortung behält und nicht großen Medienkonzernen Tür und Tor öffnet (85 Prozent). Den Datenschutz halten 89 Prozent der Befragten für sehr wichtig bzw. wichtig.


Info:
Im Sommer sind 15.000 GEW-Mitglieder zur „Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen“ befragt worden. Die Rücklaufquote lag bei knapp 20 Prozent. Die Ergebnisse der Studie sind für die Mitglieder der Bildungsgewerkschaft repräsentativ. Die Untersuchung liefert beispielsweise auch Daten für Kitas und Hochschulen. Die Agentur „Mauss Research“ hat die Untersuchung erstellt.

Wenn im Text nicht anders angegeben ziehen die genannten Prozentzahlen die Antworten der Befragten der Kategorien „sehr wichtig“ und „wichtig“ zusammen. Die Daten sind den Übersichtstabellen für die Tätigkeitsbereiche entnommen.

Die Studie finden Sie auf der GEW-Website unter: www.gew.de/Studie-Gebaeude

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Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14941 Fri, 21 Sep 2018 14:54:51 +0200 Da bleibt noch viel zu tun https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/da-bleibt-noch-viel-zu-tun/ Mit einer erheblichen Portion Skepsis betrachtet die Bildungsgewerkschaft GEW den Zwischenbericht des Sozialministeriums zur Neuordnung der Kita-Gesetzgebung. Zu vage bleiben ihr viele Maßnahmen und Ankündigungen. „Besser mag es wohl werden, aber noch nicht gut. Die sinnvolle Festschreibung einer zweiten Kraft pro Gruppe ist ein wichtiger Zwischenschritt hin zu guten Bedingungen in den Kindertagesstätten. Daneben bleibt vieles zu unbestimmt. Anderes genügt nicht den Erfordernissen, wie zum Beispiel die Ausweitung von Vor- und Nachbereitungszeiten und Leitungszeiten“, äußerte sich GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Freitag, 21. September 2018 in Kiel. 

Für die personelle Ausgestaltung der Standards in der fiktiven Standard-Kita legte der GEW-Landesgeschäftsführer der Politik Empfehlungen von Fachleuten aus Pädagogik und Wissenschaft ans Herz. Für den Krippenbereich ist das ein Betreuungsverhältnis von 1:3 (Ist-Stand in Schleswig-Holstein: 1:3,7), für den Elementarbereich 1:7,5 (Ist-Stand: 1:8,4). Die Zahlen stammen aus der jüngsten Studie der Bertelsmann-Studie zur frühkindlichen Bildung. Unter Einbeziehung der Ausfallzeiten des Personals stellt sich die gegenwärtige Situation noch düsterer dar.

„Sollte die Landesregierung eine fiktive Standard-Kita bei der Finanzierung zur Referenzgröße machen, kommt es entscheidend darauf an, welche Maßstäbe zugrunde gelegt werden. Wir werden ganz genau darauf achten, dass bessere Arbeitsbedingungen Einzug in die fiktive Standard-Kita erhalten“, so Bernd Schauer. „Unzureichende Arbeitsbedingungen müssen ein Ende haben. Denn sie führen ständig zu krankheitsbedingten Personalausfällen und treiben die Erzieherinnen aus dem Beruf.“

Bei der fiktiven Standard-Kita sei auch zu bedenken, dass hier nicht Unterschiede zwischen reichen und armen Gemeinden in der Ausstattung zementiert würden. Schon aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit müssten einheitlich gute Verhältnisse für alle Kitas im Lande zum Standard gemacht werden, sagte Bernd Schauer.

 

 

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Bildungsbereiche Kita Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14936 Thu, 20 Sep 2018 16:31:40 +0200 Landesregierung bleibt politisch in der Pflicht https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/landesregierung-bleibt-politisch-in-der-pflicht/ Für die verbeamteten LehrerInnen in Schleswig-Holstein hat sich das lange Warten auf ein positives „Weihnachtsgeld-Urteil“ nicht gelohnt. Am Donnerstag, den 20.09.18 wies das Verwaltungsgericht in Schleswig entsprechende Klagen ab. Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte Musterklagen von Lehrkräften unterstützt.

„Trotz des Urteils bleibt die Landesregierung in der Pflicht. Schließlich spart das Land seit über zehn Jahren viel Geld auf Kosten der Beschäftigten. Bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sind notwendig, um gute und engagierte Lehrerinnen und Lehrer für die Schulen zu gewinnen. Die Landeskassen sind gut gefüllt. Da ist es nur recht und billig, dass das Weihnachtsgeld wieder gezahlt wird“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zu dem Urteil. 

Schleswig-Holstein hatte das Weihnachtsgeld 2007 trotz heftiger Proteste der Gewerkschaften weitestgehend gestrichen. Zur Begründung hatte die Landesregierung seinerzeit auf die „finanzielle Notlage des Landes“ verwiesen. Wieder und wieder hatte die GEW gemeinsam mit DGB, GdP und ver.di gegenüber den jeweiligen Landesregierungen die Zahlung des Weihnachtsgeldes thematisiert.

 

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Wissenschaft Berufliche Bildung Schule Gute Arbeit Mitbestimmung Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-14835 Thu, 13 Sep 2018 13:14:09 +0200 Kinderschutzbund und GEW: Es ist Zeit für mehr Bildungsgerechtigkeit! https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kinderschutzbund-und-gew-es-ist-zeit-fuer-mehr-bildungsgerechtigkeit/ „Mehr Bildungsgerechtigkeit für ALLE Kinder durch tatsächliche Lernmittelfreiheit“ – mit dieser anhaltenden Forderung trat der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) heute gemeinsam mit der GEW vor die Landespressekonferenz in Kiel. „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass viele Kinder und Jugendliche immer noch langfristig auf ihrem Bildungsweg benachteiligt werden, weil ihre Eltern sich die Ausgaben rund um den Schulbesuch schlichtweg nicht leisten können“ kritisierte die DKSB SH Landesvorsitzende Irene Johns. Bereits 2013 hätten der DKSB SH und die GEW SH gemeinsam auf die belastende Kostensituation von Eltern schulpflichtiger Kinder in Schleswig-Holstein hingewiesen. Eine vor drei Jahren vom Landtag in Auftrag gegebene Studie habe längst bestätigt, dass die Kosten zu hoch seien, so Johns weiter. „Allein die Ausgaben für die zur Teilnahme am Schulunterricht notwendige Grundausstattung, die alle Eltern leisten müssen, liegen mit durchschnittlich 400 Euro weit über den dafür vorgesehenen Leistungen des Bildungs-und Teilhabepakets (BuT) von 100 Euro. Und rechnen wir die hier nicht einbezogenen, aber ebenso anfallenden Kosten für Sportschuhe, Taschenrechner, Schulausflüge oder Nachhilfeunterricht dazu, sind wir schnell beim Zehnfachen des BuT Basissatzes – ernüchternde Erkenntnisse, denen jetzt endlich Handeln auf allen Ebenen folgen muss“, mahnte Johns. 

Die sogenannte Lernmittelfreiheit, wie sie in Schleswig‐Holstein und sieben weiteren Bundesländern besteht, reicht nach Ansicht des Kinderschutzbundes bei weitem nicht aus. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September setzt sich der Verband daher jetzt auch bundesweit für die tatsächliche Lernmittelfreiheit ein.Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass Bildungs- und Teilhabeleistungen bei allen Kindern ankommen, die einen Anspruch darauf haben“, forderte DKSB-Präsident Heinz Hilgers und führte aus, dass aktuell mehr als 4,4 Millionen in Armut lebten, aber nur ein Bruchteil von Ihnen das Bildungs- und Teilhabepaket bekomme. „Das liegt vor allem an der unglaublichen Bürokratie. Zudem sind einzelne Leistungen viel zu niedrig und willkürlich festgesetzt, so wie der Schulbedarf von 100 Euro. Der wurde seit 2011 nicht mehr erhöht und die Studie aus Schleswig-Holstein zeigt ja, dass das viel zu niedrig ist“, so Hilgers weiter. „Dabei hat das Bundesverfassungsgericht mehrfach entschieden, dass alle Leistungen, auch der Schulbedarf, transparent und nachvollziehbar ermittelt werden und sich an den tatsächlichen Bedarfen von Kindern orientieren müssen“, so der Präsident des Bundesverbands.

Ein starker Kooperationspartner des DKSB SH im Kampf für mehr Bildungsgerechtigkeit im nördlichsten Bundesland ist seit mehr als fünf Jahren die GEW SH. Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW machte deutlich: „Eine echte Lernmittelfreiheit muss endlich auf den Weg gebracht werden. Arbeitsheft, Lektüre, Taschenrechner oder Tuschkasten sind notwendige Lernmittel um erfolgreich in der Schule mitzuarbeiten. Es muss Schluss damit sein, Kinder und Jugendliche zu beschämen, die das nötige Geld nicht oder erst am nächsten 1. haben. Es muss Schluss damit sein, dass Lehrkräfte mit dem Abkassieren von Kopier- oder Zeichengeld beschäftigt sind statt mit den Unterrichtsinhalten.“

Nach Ansicht von DKSB und GEW ist die aktuelle Ausgestaltung von Lernmittelfreiheit und Bildungs- und Teilhabepaket kein geeignetes Instrument, um wirkliche Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. „Es sind grundlegende Maßnahmen und eine Sensibilisierung der Beteiligten notwendig, um allen Kindern gute Bildungschancen zu bieten“, betont die Landesvorsitzende Irene Johns.
Bis zur angestrebten Umsetzung der bundesweiten DKSB Forderung der Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepaketes und Einführung einer Kindergrundsicherung, werde die Landesregierung SH daher aufgefordert:

  1. einen umfassenden Maßnahmenplan zur Senkung der Schulkosten für Eltern vorzulegen und so zu verabschieden, dass die darin beschlossenen Maßnahmen ab Unterrichtsbeginn des Schuljahres 2019/2020 umgesetzt werden können.
  2. tatsächliche Lernmittelfreiheit zu schaffen. Es müssen ALLE Materialien, die für den Schulalltag notwendig sind kostenfrei zur Verfügung stehen. Lernmittelfreiheit darf keine Mogelpackung bleiben. Es muss eine Anpassung des Schulgesetzes erfolgen.
  3. eine erneute Erhebung der Schulkosten entsprechend der Studie des IPN zur Evaluation des Erfolgs des Maßnahmenplans künftig alle fünf Jahre durchzuführen, beginnend mit dem Schuljahr 2020/2021.
  4. Schulen für die hohen Bildungskosten von Eltern zu sensibilisieren.

Unterstützt wird das Anliegen durch die Landesschülervertreter und den Landeselternbeirat.

„Wir erachten es als wichtig, dass Konzepte entwickelt werden, in denen alle finanziellen Situationen der Erziehungsberechtigten berücksichtigt werden, wenn es darum geht, welche Kosten innerhalb eines Schuljahres anfallen. Soziale Unterschiede dürfen keinen Einfluss auf den Bildungsweg der Kinder haben“, bekräftigte Leon, Mitglied der Landesschülervertretung der Gemeinschaftsschulen SH. Und Christin von der LSV Gymnasien SH fügte hinzu: „Tag täglich erleben wir als Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein, was an Kosten für Schule anfallen. Das heißt, dass wir im Dialog zum Thema Schulkosten unbedingt angehört werden müssen, da wir konkrete Beispiele und somit Verbesserungsvorschläge nennen können. Zum Beispiel müssen oftmals in den Kernfächern sogenannte Arbeitshefte angeschafft werden. Das Problem jedoch ist, dass diese mindestens zehn Euro kosten und in den meisten Fällen kaum beziehungsweise gar nicht genutzt werden“, so die 16jährige.

„Eltern stehen mit langen Listen, die ihnen von den Schulen ausgehändigt worden sind, oft ratlos vor der zahlreichen Auswahl an Schreibutensilien“, bestätigt auch der Vorsitzende des Landeselternbeirats Gymnasien SH Thomas Wulff. „Damit aber noch nicht genug: Teure Fachbücher und Übungshefte, Klassenfahrten und Exkursionen, Taschenrechner, sowie die durch Wachstum bedingte ständig neu anzuschaffende Sportbekleidung für Hallen- und Außensport -  So etwas kann und darf nicht zu finanziellen Lasten der Eltern gehen“, kritisiert Wulff.

„Die Dringlichkeit der Lage ist längst klar – Der Änderungsbedarf ist deutlich formuliert und bereits seit 2017 liegen dem Bildungsausschuss entsprechende Empfehlungen vor. Es ist jetzt also an der Landesregierung, diese Ergebnisse und Empfehlungen auch endlich umzusetzen“, betonte die Landesvorsitzende Johns.

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Schulsozialarbeit Berufliche Bildung Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14792 Fri, 07 Sep 2018 11:05:34 +0200 GEW: „Kein SHIBB ins Wirtschaftsministerium - beispiellose Aufspaltung der Zuständigkeiten!“ https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-kein-shibb-ins-wirtschaftsministerium-beispiellose-aufspaltung-der-zustaendigkeiten/ Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch ein Gutachten. Bildungsgewerkschaft zu den Plänen der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung, die Zuständigkeit für Berufsbildende Schulen mit einem Institut ins Wirtschaftsministerium zu verlagern

Frankfurt a. M./Kiel – Die Zuständigkeit für die Berufsbildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein gehört nicht ins Wirtschaftsministerium. Bestärkt sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein in ihrer Forderung durch das Gutachten „Berufsbildende Schulen steuern“ (www.gew-sh.de/shibb) des renommierten Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Michael Wrase (Hildesheim/Berlin).

Folglich hat die GEW Schleswig-Holstein die Landesregierung aufgefordert, die Zuständigkeit weiterhin beim Bildungsministerium zu belassen. „Es ist auch aus Sicht des Verfassungsrechts bedenklich, dass die Landesregierung den historisch einmaligen und bislang im Schulgesetz nicht vorgesehenen Schritt zur Aufspaltung der Zuständigkeiten der Schulaufsicht über die allgemeinbildenden und die berufsbildenden Schulen ohne eine vorherige unabhängige und ergebnisoffene bildungs- und organisationswissenschaftliche Begutachtung vornehmen möchte“, heißt es u.a. in dem Gutachten.

„Wir haben genug von politischen Experimenten à la G8/G9 auf dem Rücken von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Die Landesregierung soll es bei den bewährten Strukturen im Bildungsministerium belassen. Berufliche Schulen und allgemeinbildende Schulen gehören in ein Ministerium“, fordert Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein.  Wolle die schleswig-holsteinische Landesregierung die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen, so komme als Rechtsform die eines Landesamts infrage, so der Befund des Gutachtens.

„Die proklamierten Ziele des SHIBBs -  die Bündelung der Fragen beruflicher Bildung sowie die effiziente Aufgabenwahrnehmung – können höchstens im Zuständigkeitsbereich des MBWK erreicht werden“, zitiert die Gewerkschafterin aus dem Gutachten. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass für die Errichtung kein reiner Organisationsakt der Landesregierung ausreiche, sondern es eines Parlamentsgesetzes durch den Schleswig-Holsteinischen Landtag bedürfe.

„Die beabsichtigte Verlagerung der Zuständigkeit für die berufsbildenden Schulen vom Bildungs- ins Wirtschaftsministerium wäre bundesweit einzigartig“, so Ansgar Klinger, im GEW Hauptvorstand für Berufliche Bildung zuständig. „Sie widerspricht in gewisser Weise dem Gedanken der klassischen Dualität beruflicher Bildung, wonach die Schule der betrieblichen Ausbildung in dem Sinne komplementär gegenübertritt, dass sie neben der betrieblichen Ausbildung gerade eine berufsübergreifende und allgemeine Bildung vermittelt, welche sie gegenüber den Verwertungsinteressen der Wirtschaft absichert“, zieht  er das Gutachten heran. Diese beispiellose Aufspaltung führe für Schleswig-Holstein auf Bundesebene  zu  einem erheblichen Repräsentationsproblem in der Kultusministerkonferenz.

Ansgar Klinger: „Bildungsministerin Karin Prien und Wirtschaftsminister Buchholz dürfen dann in Zukunft immer gemeinsam zur Kultusministerkonferenz reisen. Der Wirtschaftsminister vertritt das Land bei Fragen der berufsbildenden Schulen, während die Bildungsministerin weiterhin Repräsentantin für die Angelegenheiten der allgemeinbildenden Schulen bleibt. Und bei Fragen, die alle Schulen betreffen, dürfen sich beide für das Land zu Wort melden.  Selbst wenn man Vertretungs- und Koordinationsmöglichkeiten findet, ist dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden und damit völlig unverhältnismäßig.“

An den  aufwendigen Koordinierungsbedarf zwischen den Ministerien knüpft auch Astrid Henke bei ihrer Kritik an: „Alle reden von Bürokratieabbau. Hier wird nun aber gezielt Bürokratieaufbau betrieben. Koordinierungsbedarf, Mehraufwand, inhaltliche Probleme sind vorprogrammiert. Dies betrifft Fachanforderungen und schulaufsichtliche Vorgaben für die zu vergebenden Schulabschlüsse genauso wie sämtliche Erlasse des Bildungsministeriums MBWK zu pädagogischen und schulorganisatorischen Fragen, die allgemein- und berufsbildende Schulen gleichermaßen betreffen.“

 

Info:
Die schleswig-holsteinische Landesregierung will die Berufliche Bildung in einem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) zusammenfassen und die Zuständigkeit für die Gründung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufsbildung (SHIBB) in den Verantwortungsbereich des Wirtschaftsministeriums übertragen. Die GEW hat heute die Vorabfassung des von der Max-Traeger-Stiftung in Auftrag gegebenen Gutachtens „Berufsbildende Schulen steuern. Verfassungs- und organisationsrechtliche Vorgaben für die Ausgestaltung eines Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB)“ (www.gew-sh.de/shibb) vorgestellt. Es gibt klare Auskunft auf die Frage der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der infrage kommenden Rechtsformen eines SHIBBs und dessen organisatorische Ausgestaltung. Außerdem bewertet es mögliche, letztlich mit dem SHIBB verbundene Zielsetzungen durch den Wechsel der Zuständigkeit vom Bildungs- in das Wirtschaftsressort der Landesregierung.

 

Veranstaltungshinweis der Fachgruppe Berufliche Bildung:

Goldene Zeiten für die berufliche Bildung? Was bringt der Wechsel der Beruflichen Bildung ins Wirtschaftsministerium?

Diskussion mit: Ansgar Klinger (GEW-Hauptvorstand) Astrid Henke (GEW-Landesvorsitzende) Ingo Schlüter (stellv. Vorsitzender DGB Nord)

Termin: 13.09.2018, 16:00 - 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: DGB-Haus Neumünster (Carlstr. 7)

 

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Berufliche Bildung Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14744 Mon, 03 Sep 2018 14:17:19 +0200 GEW: Ohne bessere Bedingungen wird das nichts https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-ohne-bessere-bedingungen-wird-das-nichts/ Die GEW erwartet vom Land mehr Anstrengungen bei der Umsetzung der Inklusion. Im bundesweiten Vergleich legt Schleswig-Holstein zwar gut, aber die Belastungen für die LehrerInnen sind zu hoch, worunter auch die SchülerInnen leiden. Kein Grund zum Jubel
Obwohl Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich gut dasteht, besteht aus Sicht der Gewerkschaft kein Anlass zum Jubel. Die Arbeitsbelastungen für die Lehrkräfte sind aus Sicht der Gewerkschaft viel zu hoch. Die sonderpädagogische Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler reicht nicht aus für eine gute Inklusion.

LehrerInnen brauchen mehr Zeit
„Wir finden es gut, dass in Schleswig-Holstein vielen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf das gemeinsame Lernen in der Regelschule ermöglicht wird. Aber ohne ausreichende personelle Ausstattung, wird das nichts mit der Inklusion. Für eine erfolgreiche Inklusion brauchen die Lehrkräfte einfach mehr Zeit“, forderte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 3. September 2018 in Kiel mit Blick auf die heute veröffentlichte Studie „Unterwegs zur inklusiven Schule“ der Bertelsmann Stiftung. Nach Berechnungen der GEW fehlen in Schleswig-Holstein etwa 1.000 Stellen für die Inklusion.

Gute Ergebnisse auf dem Rücken der Lehrkräfte
„Die Ergebnisse der Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zeigen für Schleswig-Holstein einen Fortschritt bei der Inklusion. Das ist gut. Noch besser wäre es, wenn dieser Fortschritt nicht zum großen Teil auf dem Rücken der Lehrkräfte erreicht worden wäre. Die Landesregierung muss für die Lehrkräfte endlich bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Wir brauchen mehr Personal sowie Zeit für Austausch und Fortbildung. Das würde die Lehrkräfte entlasten, aber auch den Schülerinnen und Schülern helfen“, betonte die GEW-Landesvorsitzende.

Ein Zurück bei der Inklusion ist keine Antwort
Sie hob jedoch auch hervor, dass gute Inklusion in einer demokratischen Gesellschaft nicht einfach beiseite gewischt werde dürfe. Astrid Henke: „Ein Zurück ist keine Antwort. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist anerkannt und gilt auch für Deutschland. Gerade in Zeiten, in denen Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten zunehmen, wird gute Inklusion in den Bildungseinrichtungen wichtiger denn je. Sie wird aber nur mit guten Rahmenbedingungen erfolgreich sein.“


Verantwortlich: Bernd Schauer, 03.09.2018

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungssystem Inklusion Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14721 Fri, 31 Aug 2018 09:59:38 +0200 GEW fordert Stundenreduzierung für Lehrkräfte https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-fordert-stundenreduzierung-fuer-lehrkraefte/ Vage Ankündigungen des Bildungsministeriums von zusätzlichen Ressourcen fürs kommende Jahr reichen für die Schulen mit besonderen Heraussforderungen nicht aus. Die GEW fordert für die betroffenen Lehrkräfte eine Reduzierung der Pflichtstunden. Neues Schuljahr – keine Verbesserungen
Ein neues Schuljahr hat begonnen. Für die Schulen mit besonderen Herausforderungen hat sich nichts zum Besseren gewendet.Damit sie ihren schwierigen Aufgaben besser gerecht werden können, fordert die Bildungsgewerkschaft GEW nun für die Lehrkräfte an den entsprechenden Schulen eine Reduzierung der Pflichtstunden.

Lehrkräfte arbeiten am Limit
„Die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen in den von sozialen Problemen besonders betroffenen Stadtteilen arbeiten am Limit – oft auch darüber hinaus. Tag für Tag sehen sie sich mit wachsenden Aufgaben konfrontiert, wie zum Beispiel zahlreichen Gesprächen mit Eltern sowie dem Jugendamt. Um die Lehrkräfte zu entlasten, fordern wir für sie eine Pflichtstundenreduzierung, und zwar umgehend im ersten Schritt für die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 31. August 2018 in Kiel. 

Zu viele SchülerInnen werden scheitern
Ohne mehr Ressourcen befürchtet sie für die Schülerinnen und Schülern schlechtere Bildungschancen. „Viel mehr junge Menschen als nötig werden dann auf dem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss scheitern, weil die Bedingungen für gute Schulleistungen nur sehr mühsam herzustellen sind.“

Soziale Spaltung in Kiel besonders krass
Bestätigt sieht sich die GEW in ihrer Forderung nach besseren Bedingungen für die Schulen mit besonderen Herausforderungen durch den Soziologen Professor Marcel Helbig. Der kommt in seiner Studie zur sozialen Segregation in 74 deutschen Städten zu dem für die Landeshauptstadt Kiel traurigen Resultat, dass die soziale Spaltung in Kiel überdurchschnittlich stark angestiegen ist.

Handeln ist angesagt
„Mag es in Kiel auch besonders krass sein, so stellt die Landeshauptstadt beileibe keinen Einzelfall dar. In anderen schleswig-holsteinischen Orten beobachten wir ebenfalls ein immer stärkeres Auseinanderdriften der Gesellschaft mit den daraus resultierenden Problemen für die Schulen und übrigens auch Kindertagesstätten. Daher reicht es seitens des Bildungsministeriums nicht aus, den Bedarf an zusätzlichen Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen anzuerkennen. Handeln ist angesagt“, so die GEW-Landesvorsitzende.

Bildungsbonus darf nicht zu weiteren Belastungen führen
In Hinblick auf die Tagung des Bildungsministeriums am 12. September zur Umsetzung vom Bildungsbonus ergänzte Astrid Henke:  „Die Tagung ist wichtig, ebenso die vage Ankündigung von Unterstützung durch das Bildungsministerium für das kommende Jahr. In ihrer gegenwärtigen Not hilft das den Schulen aber nicht, genauso wenig wie die Erarbeitung von einem Sozialatlas.“ Bei der Tagung dürfe auf keinen Fall herauskommen, dass die betroffenen Kollegien erst selbst umfangreiche Konzepte schreiben müssten, um in den Genuss von zusätzlichen Ressourcen für ihre Schule zu kommen. Das würde in den Schulen nur zu noch mehr Frust führen. 

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 31. August 2018

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Bildungsbereiche Schule Thema Migration Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Presse Schleswig-Holstein
news-14704 Tue, 28 Aug 2018 14:07:45 +0200 Bertelsmann-Studie: In Schleswig-Holsteins Kitas fehlen 1.600 Stellen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bertelsmann-studie-in-schleswig-holsteins-kitas-fehlen-1600-stellen-1/ Knapp 1.600 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte fehlen in den schleswig-holsteinischen Kindertagesstätten, um wissenschaftlichen Standards in der frühkindlichen Bildung zu genügen. Diese Zahlen stammen aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung.  Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte die Landesregierung auf, im geplanten neuen Kita-Gesetz einen besseren Personalschlüssel festzuschreiben.

„Trotz leichter Verbesserungen ist der Unterschied zwischen wissenschaftlich empfohlenem und tatsächlichem Personalschlüssel nach wie vor riesig groß. Weil sie den Kindern wegen der unzureichenden Bedingungen für die pädagogische Arbeit nicht wirklich gerecht werden können, befinden sich viele Erzieherinnen und Erzieher in einer ständigen Überforderungssituation. Viele kehren deshalb ihrem Beruf den Rücken. Wir erwarten von der Landesregierung und den sie tragenden Parteien, dass sie in den Kitas endlich für bessere Bedingungen sorgen, und zwar im Interesse von Kindern und Beschäftigten“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Dienstag, 28. August 2018 in Kiel. „Bei der gegenwärtigen Diskussion über ein neues Kita-Gesetz haben wir allerdings den Eindruck, dass die Arbeitsbedingungen der sozialpädagogischen Fachkräfte keine allzu große Rolle spielen. Das muss sich dringend ändern, wenn in den Kitas weiterhin gute Arbeit geleistet werden soll.“ 

Wie weit Schleswig-Holstein immer noch von pädagogisch vertretbaren Betreuungsverhältnissen entfernt ist, illustrieren die Bertelsmann-Zahlen. Im Krippenbereich kommen, statistisch betrachtet, auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft nach wie vor 3,7 ganztags betreute Kinder. Fachleute aus Pädagogik und Wissenschaft  empfehlen hingegen einen Schlüssel von 1:3.

Bei der Betreuung der Kinder zwischen drei und sechs Jahren gibt es eine leichte Verbesserung. Die Empfehlung der Wissenschaft für den Personalschlüssel lautet 1:7,5, während  die Realität in den schleswig-holsteinischen Kitas bei 1:8,4 liegt. Zieht man den noch aussagekräftigeren Fachkraft-Kind-Schlüssel  heran, der zum Beispiel auch Ausfallzeiten des Personals miteinbezieht, so sieht die Wirklichkeit eher noch schlechter aus.

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Kita Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14715 Thu, 16 Aug 2018 10:55:00 +0200 Kein Wort der Ministerin zur Arbeitsbelastung der Lehrkräfte https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/kein-wort-der-ministerin-zur-arbeitsbelastung-der-lehrkraefte-1/ Dass für Bildungministerin Karin Prien auf ihrer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn die belastenden Arbeitsbedingungen in den Schulen scheinbar kein Thema sind, stieß bei der GEW besonders auf. Mehr Soll als Haben
Auf der Habenseite der Ministerin verbuchte die Gewerkschaft die Schaffung neuer Lehrerstellen sowie die geplante Stärkung der politischen Bildung. Im teilweise krassen Soll sieht die GEW die CDU-Politikerin bei den Themen: Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, mangelhafte Unterstützung für Schulen mit besonderen Herausforderungen, A13 für Grundschullehrkräfte, Lehrkräftemangel und rückwärtsgewandte Grundschulpädagogik.

Reduzierung der Arbeitsbelastung überfällig
„Es überrascht schon sehr, dass für die Ministerin die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in allen Schularten anscheinend kein Thema ist. Dabei ist eine Reduzierung der Arbeitsbelastung überfällig, zum Beispiel durch die Senkung der Pflichtstunden und Entlastung für die Wahrnehmung von besonderen Aufgaben wie Klassenlehrertätigkeit“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel.

Lehrkräftemangel nimmt bedenkliche Ausmaße an
Mehr Nachdruck wünscht sie sich von der Bildungsministerin bei der Bewältigung des Lehrkräftemangels: „Von 320 neuen Grundschulstellen können 40 nicht besetzt werden, von den 192 an Förderzentren zu besetzenden Stellen über ein Viertel nicht. Das nimmt bedenkliche Ausmaße an.“ Schleswig-Holstein habe es wie die anderen Bundesländer in den vergangenen Jahren versäumt, rechtszeitig auf die steigende Schülerzahlen durch Geburtenanstieg und Einwanderung zu reagieren. Nun sei der Mangel da und die Politik müsse sich von Notmaßnahme zu Notmaßnahme hangeln.

Beruf muss attraktiver werden
Mit der Einstellung von Quer- und Seiteneinsteigern ist es für Astrid Henke aber nicht getan. „Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers muss attraktiver werden. Das Anschalten einer neuen Homepages mit dem schönen Titel „Traumjob Lehrer/-in“ reicht da nicht. Eine schnellere Einführung von A13 für Grundschullehrkräfte scheint da viel erfolgversprechender.“ Die Lehrkräfte an den Schulen, die Nicht-Lehrkräften hilfreich zur Seite stünden, müssten dafür wie bei Lehramtsanwärterinnen und –anwärtern Mentorenstunden erhalten. 

Jahr der politischen Bildung gute Idee
Die Ausrufung eines Jahres der politischen Bildung hält die Gewerkschafterin für eine gute Idee. „Damit die Schulen sie auch erfolgreich umsetzen können, brauchen sie genügend Zeit, um neue Ideen aufzugreifen, zu entwickeln und mit Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Schülerinnen und Schüler dabei voll mit einbezogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass das Ganze auf eine Alibiveranstaltung hinausläuft.“

 

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Berufliche Bildung Schule Bildungsqualität Bildungssystem Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14439 Fri, 22 Jun 2018 13:47:00 +0200 OVG-Urteil zu StudienleiterInnen - GEW weiterhin für Reduzierung der Arbeitszeit https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/ovg-urteil-zu-studienleiterinnen-gew-weiterhin-fuer-reduzierung-der-arbeitszeit/ Das OVG in Schleswig hat über die Arbeitszeit von StudienleiterInnen geurteilt. Die GEW bleibt dabei: Die Arbeitszeit muss reduziert werden. Immer weniger Lehrerinnen und Lehrer verspüren Lust, ihr Know-how als Studienleiterin oder Studienleiter weiter zu geben. Die Arbeitsbelastungen sind einfach zu hoch. Darunter leidet auch die Ausbildungsqualität für angehende Lehrkräfte. Geht es nach der Bildungsgewerkschaft GEW soll das Bildungsministerium deshalb ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig zum Anlass nehmen, die Arbeitszeit für Studienleiterinnen und Studienleiter beim IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein) zu senken.

 „Obwohl das Gericht die Bemessung der Vor- und Nachbereitungszeiten nicht bemängelt hat, bleiben wir dabei: Die Arbeitsbelastung muss runter. Studienleiterinnen und Studienleiter arbeiten zu viel. Sie haben nicht genügend Zeit, um ihre Ausbildungsgruppen wirklich angemessen betreuen zu können“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 22. Juni 2018 in Kiel.

Dass das Schleswiger Gericht die pauschalen Regelungen zu den Fahrtzeiten einkassiert hat, überrascht sie nicht. „Die pauschalen Stundenberechnungen werden der im Lande herrschenden Verkehrssituation nicht gerecht. Stauzeiten und eine schlechte Verkehrsanbindung gehen voll zu Lasten der Beschäftigten“, so die GEW-Landesvorsitzende. 

 „Die Arbeit ist für nebenamtliche Studienleiterinnen und -leiter kaum noch leistbar. Nur Personen mit anderen Stundenentlastungen, wie zum Beispiel Schulleiterinnen und Schulleiter, können Unterrichtsbesuche bei den Lehrkräften im Vorbereitungsdienst noch mit ihren eigenen Unterrichtsverpflichtungen unter einen Hut bekommen. Die Entlastung für Studienleitertätigkeit ist zu gering, wenn eine normale Ausbildungsgruppe betreut werden soll“, bemängelte Astrid Henke. Auch Zeiten für eigene Fortbildungen, die Einarbeitung von Kolleginnen und Kollegen sowie die Arbeit in Teams würden zu wenig berücksichtigt.

Urteil:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Justiz/OVG/Presse/PI_OVG/2018_06_22_Arbeitszeit%20von%20Studienleitern.html

 

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Bildungsbereiche Schule Gute Arbeit Recht Presse Schleswig-Holstein
news-14374 Thu, 14 Jun 2018 14:42:28 +0200 Erhöhung der Anwärterbezüge richtiger Schritt – A13 und Weihnachtsgeld fehlen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/erhoehung-der-anwaerterbezuege-richtiger-schritt-a13-und-weihnachtsgeld-fehlen/ Die GEW begrüßt die Erhöhung der Anwärterbezüge für Lehrkräfte im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung besoldungs- und beamtenrechtlicher Vorschriften. Aber es fehlen zentrale Themen wie A13 für Grundschullehrerinnen oder das Weihnachtsgeld. Die Erhöhung der Anwärterbezüge für Lehrkräfte um monatlich 60 Euro sieht die GEW als lange überfälligen Schritt an. „Wenn Lehrkräfte in Ausbildung nach einem fünfjährigen Studium die zweite Phase der Ausbildung mit ca. 1.300 Euro bestreiten müssen, schreckt das Interessentinnen ab und entspricht auch in keiner Weise der verantwortungsvollen Tätigkeit der angehenden Lehrerinnen und Lehrer.“, sagte dazu GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke.  Die Erhöhung sei deshalb richtig, reiche aber bei weitem nicht aus. Aus Sicht der GEW müssen in einem ersten Schritt die Anwärterbezüge auf 1.500 Euro monatlich und dann wie für andere Anwärter im öffentlichen Dienst auch auf 50 % der Eingangsbesoldung angehoben werden.

Schwer wiegt, dass aus Sicht der GEW im Entwurf zwei zentrale Themen fehlen. „Wer in Zeiten des Lehrkräftemangels und voller Kassen über die Attraktivität des öffentlichen Dienstes diskutiert, darf über die Wiedereinführung des Weihnachtsgeldes für die Beamten und die bessere Besoldung der Grundschullehrerinnen nach A13 nicht schweigen.“, kommentierte Henke. Die Landesregierung müsse hier dringend nachbessern. Die GEW erwarte, dass die Jamaika-Koalition zügig einen Gesetzentwurf zu der von ihr geplanten Besoldungserhöhung für Grundschullehrerinnen einbringe und den Zeitplan dafür deutlich verkürze. „Wenn wir schnell etwas für die Attraktivität und gegen den Lehrkräftemangel erreichen wollen, dann müssen die Regierungsparteien jetzt handeln und dürfen die Lehrkräfte an Grundschulen nicht bis 2026 vertrösten“, führte Henke aus.

 

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Schule Gute Arbeit Gleichstellung Recht Mitbestimmung Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-14342 Tue, 12 Jun 2018 14:41:09 +0200 Bundesverfassungsgericht bestätigt Streikverbot für Beamte https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bundesverfassungsgericht-bestaetigt-streikverbot-fuer-beamte-1/ Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt: Beamtinnen und Beamte dürfen auch weiterhin nicht streiken. Die GEW zeigt sich enttäuscht. „Das ist ein Schwarzer Tag für Demokratie und Menschenrechte“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe in Karlsruhe. GEW: „Von Urteil enttäuscht – Schwarzer Tag für Demokratie und Menschenrechte“

Bildungsgewerkschaft zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Streikrecht für Beamtinnen und Beamte

Karlsruhe – Mit „Enttäuschung“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zum Streikrecht für Beamtinnen und Beamte reagiert. „Das ist ein schwarzer Tag für Demokratie und Menschenrechte“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Karlsruhe in einer ersten Reaktion.

Es wurde die Chance vertan etwas für die Modernisierung des Beamtenrechts auf den Weg zu bringen. Das Gericht beruft sich an verschiedenen Stellen auf die hergebrachten Grundsätze des  Beamtenrechts und die jahrzentelang gewachsene Rechtsprechung. „Angesichts der Eingriffe in die Besoldung in den  letzten Jahren durch Streichung von Weihnachtsgeld, Verzögerungen bei der Übertragung der Tarifergebnisse oder Erhöhung der Pflichtstundenzahl wäre es wichtig gewesen den Beamtinnen das Streikrecht für die Durchsetzung ihrer Interessen zu gewähren.“, kommentierte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel das Urteil.

In Karlsruhe ging es bei dem heutigen Urteil auch um eine Lehrerin aus Schleswig-Holstein. Hier hatten im Juni 2010 rund 2.000 verbeamtete Lehrkräfte gegen eine Pflichtstundenerhöhung gestreikt. Wegen der Teilnahme an diesem Beamtenstreik erhielten sie vom Bildungsministerium einen Disziplinarverweis. Gegen diesen Verweis erhoben mehrere Kolleginnen und Kollegen stellvertretend für alle anderen Betroffenen mit Unterstützung der GEW Klage.

Das Gericht sieht es aber als ausreichend an, dass Beamte über Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen für ihre Interessen eintreten können und vor allem stünde ihnen das Recht zu die Amtsangemessenheit der Besoldung gerichtlich überprüfen zu lassen und einzuklagen. „Wie lange der gerichtliche Weg dauert – darüber haben die Beamtinnen in Schleswig-Holstein ein Klagelied zu singen – seit über 10 Jahren warten wir auf die Gerichtsentscheidungen zum Weihnachtsgeld.“ kommentierte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in Kiel.

„Das Gericht schreibt die bisherige Rechtsprechung fest und macht damit einen Rückschritt ins vergangene Jahrhundert. Im Gegensatz zum Bundesverwaltungsgericht sieht das Verfassungsgericht weder eine Kollision zwischen deutschem und internationalen Recht noch eine Kollision in der deutschen Rechtsprechung.“, führte Tepe  aus. Sie kündigte an, dass die GEW das Urteil jetzt eingehend prüfen und dann über die weiteren Schritte entscheiden werde.

Verantwortlich: Astrid Henke

 

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Schule GEW Gesellschaftspolitik Bildungssystem Gute Arbeit Recht Mitbestimmung Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-14320 Thu, 07 Jun 2018 12:06:34 +0200 GEW-Vorsitzende Tepe macht Druck für moderne Bildungseinrichtungen: „Politik muss mehr Geld in die Hand nehmen!“ https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-vorsitzende-tepe-macht-druck-fuer-moderne-bildungseinrichtungen-politik-muss-mehr-geld-in-die-h/ Die Politik muss endlich mehr Geld in Bildung investieren und für moderne Bildungseinrichtungen sorgen. Diese Forderung machte Marlis Tepe, Vorsitzende der GEW, am Donnerstag, 7. Juni, bei einem Besuch in der Stadt Neumünster deutlich. „Wer statt Schimmel und stinkenden Toiletten zeitgemäße und einladende Bildungsgebäude will, muss mehr Geld für Bildung in die Hand nehmen und endlich den Sanierungsstau aufheben!“, so Tepe. Der Besuch der Gewerkschaftsvorsitzenden fand im Rahmen der GEW-Initiative „Bildung. Weiter denken!“ statt. Ziel der Initiative ist es, Druck für zusätzliche Investitionen in Bildung zu machen.

Zusätzliche Anforderungen an Gebäude und Ausstattung

„Moderne Lernformen, der Ausbau von Ganztagseinrichtungen und Inklusion schaffen zusätzliche Anforderungen an Gebäude und Ausstattung. Wir brauchen Lernorte für große, aber auch kleine Gruppen, für unterschiedliche Lernformen, Leseecken, Rückzugsmöglichkeiten und Aufenthaltsräume, aber auch Räume für alle Fachkräfte zur Vorbereitung, zum Austausch und zum Ausruhen.“, machte Tepe deutlich.

Über Möglichkeiten und Wege zur Finanzierung und Umsetzung diskutierten am Nachmittag Lehrkräfte der Schulen Neumünsters mit der GEW-Vorsitzenden Tepe, der GEW-Landesvorsitzenden Astrid Henke und dem Stadtrat Carsten Hillgruber. Bei der Veranstaltung im Gewerkschaftshaus Neumünster sagte GEW-Landesvorsitzende Henke: „Um den Anforderungen an ein modernes Bildungsangebot gerecht zu werden, muss die Kooperation zwischen Bund, Land und Kommune deutlich ausgebaut werden. Natürlich dürfen die Kommunen bei dieser Mammutaufgabe nicht von den Ländern und dem Bund im Stich gelassen werden.“

Investitionen in Bildungseinrichtungen dringend notwendig

Vor diesem Hintergrund ist das von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) angekündigte Investitionsprogramm für Schulbauten in Schleswig-Holstein, das 50 Millionen Euro für die Schulen bereitstellt, ein richtiger erster Schritt. Trotzdem muss garantiert sein, dass die Mittel schnell vor Ort eingesetzt werden können und die Kommunen und Schulen nicht mit hohen bürokratischen Hürden alleine gelassen werden. Tepe stellte abschließend klar: „Es kann nicht sein, dass schulische Sanitäreinrichtungen zu ‚No-go-Areas‘ mutieren, nur weil das Geld und Planungskapazitäten fehlen! Angesichts der Lebenszeit, die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in Schulgebäuden verbringen, ist die Forderung nach ‚Wohlfühlräumen‘ keine Luxusforderung.“

Digitalisierung als Herausforderung

Vor dem Gespräch im Gewerkschaftshaus besuchten Tepe und Henke die Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster, um sich über deren Konzept der „Digitalen Schule“ zu informieren und sich in Gesprächen mit der Schulleitung, dem Personalrat sowie den Kolleginnen und Kollegen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung auszutauschen.

„Es ist beeindruckend, was die Kolleginnen und Kollegen an dieser Schule im Bereich Digitalisierung auf den Weg gebracht haben“, so Henke. Aber in den Gesprächen sei auch klar geworden, dass die Schulen und vor allem die Lehrkräfte mehr Unterstützung brauchten. „Es ist auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, dass nicht nur den Lehrkräften, sondern auch allen Schülerinnen und Schülern digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt werden.“ Dabei müssten auch Service und Administration sichergestellt werden. So führte Henke aus: „Was nützt das schönste Tablet, wenn es nicht funktioniert. Dabei darf es aber nicht zusätzliche Aufgabe einer Lehrkraft sein, statt Unterricht zukünftig einen Klassensatz Tablets zu aktualisieren.“

Verantwortlich: Astrid Henke
Kontakt: 0170 3341746
7. Juni 2018

Ein ausführlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.

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Bildungsbereiche Bildung weiter denken GEW Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Presse Schleswig-Holstein
news-14273 Wed, 30 May 2018 10:08:34 +0200 Schulen mit besonderen Herausforderungen: Lehrkräfte erwarten schnelle Lösungen https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/schulen-mit-besonderen-herausforderungen-lehrkraefte-erwarten-schnelle-loesungen/ Soziale Probleme konzentrieren sich immer stärker in wenigen Stadtteilen großer und mittlerer Städte – und damit auch in den Schulen dieser Stadtteile. Auf einer Diskussion im Kieler Gewerkschaftshaus nahm die GEW die Probleme in den Blick. Kiel – Die soziale Spaltung unserer Gesellschaft schreitet auch in Schleswig-Holstein voran. Das hat auch für die Schulen Konsequenzen. Auf ihrer Veranstaltung „Schulen mit besonderen Herausforderungen - Endlich allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden!“ am Mittwoch, 30.05.2018 im Kieler Gewerkschaftshaus GEW benannte die GEW die brennenden Probleme dieser Schulen und forderte schnelle Unterstützung von der Landesregierung. 

Von der Politik allein gelassen
„Die Schulen in den betroffenen Stadtteilen stehen wirklich vor besonderen Herausforderungen: Die Anzahl von Schülerinnen und Schülern, deren Eltern Hartz IV beziehen, liegt weit über dem Durchschnitt, ebenfalls die Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Sie werden im Kern aber wie alle anderen Schulen behandelt, so dass sich die Lehrkräfte von der Politik allein gelassen fühlen“, sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes in ihrer Begrüßungsrede.

Lehrerinnen und Lehrer ständig am Limit – und darüber hinaus
„Das kann so nicht weitergehen. Lehrerinnen und Lehrer können nicht ständig am Limit – und darüber hinaus - arbeiten. Sie brauchen jetzt massive Hilfe und nicht erst im nächsten Jahr, wie es die Landesregierung plant. Für die Schülerinnen und Schüler gilt das im gleichen Maße, weil sonst ihre Bildungschancen auf der Strecke zu bleiben drohen“, so Katja Coordes, die selbst an einer Schulen mit besonderen Herausforderungen in Kiel unterrichtet. 

Konkrete Vorschläge von der GEW
Um Schülerinnen und Schüler besser zu unterstützen und Lehrkräfte zu entlasten, machte sie sich für folgende konkrete Maßnahmen stark:

  • konsequente Doppelbesetzung in den Klassen
  • zusätzliche Vertretungsreserven für die Schulen, damit sie Doppelbesetzungen nicht für Vertretungsunterricht auflösen müssen
  • Ermäßigungsstunden für Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, um deren hohem Beratungspensum (Gespräche mit Eltern, Jugendamt, schulische Erziehungshilfe, Schulsozialarbeit,...) gerecht zu werden
  • Stärkung der Schulsozialarbeit

Schulen brauchen Nachteilsausgleich
In der anschließenden Diskussion wies Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke auf die geplante Einführung vom „Bildungsbonus“ zugunsten der Schulen mit besonderen Herausforderungen durch die Landesregierung hin. Gerd Möller, ehemaliger Mitarbeiter im Bildungsministerium NRW und Mitautor der Studie Ungleiches ungleich behandeln plädierte dafür, endlich den engen Zusammenhang zwischen individuellem Schulerfolg und sozialstrukturellen Merkmalen des Schulstandorts aufzubrechen. Von besonderer Bedeutung sei dabei eine „sozialindizierte Ressourcensteuerung, die den bedürftigen Schulen zusätzliche Lehrerstellen und finanzielle Mittel als Nachteilsausgleich zur Verfügung stellt, um Fördermöglichkeiten zu erweitern und schulspezifische Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen“.

Stimmen aus der Praxis kommen zu Wort
Wie schwierig und herausfordernd die Arbeit in den betroffenen Schulen ist, stellten aus ihrer Sicht Matthias Isecke-Vogelsang, Schulleiter einer Schule mit besonderen Herausforderungen in Lübeck, und Jan Schmid, Schulsozialarbeiter aus Kiel, dar. Die Moderation der Diskussion lag bei Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg.

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Bildungsbereiche Schulsozialarbeit Schule Thema Gesellschaftspolitik Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Inklusion Gute Arbeit Presse Schleswig-Holstein
news-14091 Fri, 27 Apr 2018 14:39:48 +0200 GEW-Proteste haben für A13 gesorgt https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-proteste-haben-fuer-a13-gesorgt/ A13 für GrundschullehrerInnen in Schleswig-Holstein kommt. Dafür haben GEW-Proteste gesorgt. Jetzt muss der langwieirge Zeitplan der Landesregierung beschleunigt werden. Zur heutigen (27.04.2018) Debatte im Landtag zur Besoldung von Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern nach der Besoldungsgruppe A13 sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Kiel:

„A13 ist nicht vom Himmel gefallen. Seit vielen Jahren macht sich die GEW für die Besoldung von Grundschullehrerinnen und –lehrern nach A13 stark. Unsere Kolleginnen und Kollegen waren bei Wind und Wetter auf Demos und Protestaktionen für A13, und zwar gegen CDU-geführte und SPD- geführte Landesregierungen. Jetzt ist endlich der Durchbruch erreicht. Die Landesregierung erkennt zum ersten Mal die Gleichwertigkeit der Arbeit von Grundschullehrkräften an. Das ist wirklich gut. Die schrittweise Anhebung der Besoldung dauert jedoch viel zu lange. Damit das schneller geht, werden wir weiterhin massiv Druck machen. Der langwierige Zeitplan verhindert übrigens auch, dass sich Schleswig-Holstein gegenüber anderen Bundesländern eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb um Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer verschafft, der sich wegen des Mangels an ausgebildeten Grundschullehrkräften noch verschärfen wird.“  

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Schule Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung LehrerInnenbildung Beamte Presse Schleswig-Holstein
news-13963 Tue, 17 Apr 2018 17:53:00 +0200 Großer Erfolg: A13 für Grundschullehrerinnen - GEW für schnellere Umsetzung https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/grosser-erfolg-a13-fuer-grundschullehrerinnen-gew-fuer-schnellere-umsetzung-1/ Bis zum Jahr 2026 sollen die GrundschullehrerInnen in Schleswig-Holstein schrittweise nach A13 bezahlt werden. Für die GEW ist das ein großer Erfolg. Die Umsetzung muss aber schneller über die Bühne gehen. „Das ist ein großer GEW-Erfolg, aber die Umsetzung muss viel schneller über die Bühne gehen“, sagte die schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zu den heute (17.04.2018) vorgestellten Plänen der Landesregierung, Grundschullehrkräfte in Schleswig-Holstein bis 2026 schrittweise nach A13 zu bezahlen.

Gleichwertigkeit der Arbeit endlich anerkannt
„Die Arbeit der Lehrkräfte an allen Schulformen ist gleichwertig. Die Ausbildung aller Lehrkräfte ist gleich lang und gleich anspruchsvoll. Die Arbeit einer Grundschullehrerin ist also genauso viel wert wie die eines Gymnasiallehrers. Dass die Landesregierung das jetzt endlich im Grundsatz anerkennt ist ein gewaltiger Fortschritt“, betonte die GEW-Landesvorsitzende. „Darauf können die GEW und alle Kolleginnen und Kollegen stolz sein, die sich seit vielen Jahren mit vielfältigen Aktionen und auf Demonstrationen dafür eingesetzt haben.“

Es dauert zu lange – Landesregierung muss nachbessern
Aus Sicht der GEW-Landesvorsitzenden  hat die Sache allerdings noch einen großen Haken: „Die Landesregierung will sich für die Umsetzung viel zu viel Zeit lassen. Acht Jahre bis zum endgültigen Erreichen von A13 geht gar nicht. Dieser lange Zeitraum relativiert die gute Absicht ganz beträchtlich. Keine Grundschullehrerin und kein Grundschullehrer kann sich damit zufrieden geben, so lange zu warten. Da wird die Landesregierung noch nachbessern müssen. Wir werden ihr den erforderlichen Druck machen.“

Berlin, Brandenburg und Sachsen können es auch schneller
Astrid Henke wies darauf hin, dass der lange Zeitraum auch insofern unverständlich sei, weil gerade in den kommenden Jahren der Beruf der Grundschullehrerin und der des Grundschullehrers für junge Leute attraktiver gemacht werden müsse. Sonst drohe nämlich ein erheblicher Lehrkräftemangel an den Grundschullehrkräften. „Auch gegenüber Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Sachsen, die schon jetzt oder im kommenden Jahr A13 zahlen, bleibt Schleswig-Holstein dann im Wettbewerb um Grundschullehrerinnen und –lehrer zurück“, befürchtete die GEW-Landesvorsitzende.   

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Schule Bildung weiter denken Bildung & Geschlecht Bildungsqualität Bildungssystem LehrerInnenbildung Gute Arbeit Gleichstellung Presse Schleswig-Holstein
news-13953 Tue, 17 Apr 2018 17:30:00 +0200 Lehrkräftebildungsgesetz: „Rückwärts!“ lautet die Devise https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/lehrkraeftebildungsgesetz-rueckwaerts-lautet-die-devise/ Wie schon bei der Grundschulpädagogik lautet auch beim Lehrkräftebildungsgesetz die Devise der Landesregierung: „Rückwärts!“. Mit dieser Richtung ist die Bildungsgewerkschaft GEW in keiner Weise einverstanden. GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke zum heute (17.04.2018) zum von Bildungsministerin Karin Prien vorgestellten Entwurf für ein Lehrkräftebildungsgesetz folgendes Statement ab:

„Sowohl Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien, als auch Lehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen sollen Schülerinnen und Schüler zum Abitur führen. Da ist es nur logisch die Lehrkräfte so auszubilden, dass sie gut an beiden Schularten unterrichten können. Deshalb passt die vorgesehene Trennung zwischen einem Lehramt für die Schulart Gemeinschaftsschulen und einem Lehramt für die Schulart Gymnasien nicht zur schulischen Realität. Dies umso weniger, weil wegen der Einstellungssituation in den kommenden Jahren sehr viele der in Zukunft dann wieder ausgebildeten „reinen“ Gymnasiallehrerinnen und –lehrer an Gemeinschaftsschulen unterrichten werden.“

 

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news-13905 Thu, 12 Apr 2018 15:20:42 +0200 Landesweiter Warnstreik TVöD: 4.000 Streikende in Kiel https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/landesweiter-warnstreik-tvoed-4000-streikende-in-kiel/ Eine klare Ansage an die öffentlichen Arbeitgeber: Gut 4.000 streikende Beschäftigte von Bund und Kommunen zogen am Donnerstag, 12. April 2018 durch die Kieler Innenstadt, darunter auch hunderte Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst. Sie folgten alle einem landesweiten Aufruf zum Warnstreik der Gewerkschaften ver.di und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft). Zahlreiche Kindertagesstätten blieben geschlossen.

Auf der Abschlusskundgebung auf dem Platz der Kieler Matrosen ging die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke hart mit den Arbeitgebern ins Gericht: „Seit 53 Tagen gibt es kein Angebot der Arbeitgeber. Sendepause, obwohl die Steuereinnahmen bei Bund, Ländern und Kommunen sprudeln. Verweigerung, obwohl Fachkräfte fehlen – egal in welchem Beruf.“

In Hinblick auf die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sagte Astrid Henke: „Ihr habt es nicht nur verdient, fremde Kinder in Kitas und Krippe zu bilden, zu erziehen und zu betreuen, sondern eure eigenen Kinder auch ohne finanzielle Sorge groß werden zu lassen. Darum streiken wir. Wir wollen unseren gerechten Anteil! 6 Prozent mehr – mindestens 200 Euro. Ihr habt es verdient!“

Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 26. Februar 2018 mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten. In zwei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. April in Potsdam statt.

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Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Presse Schleswig-Holstein
news-13814 Fri, 23 Mar 2018 10:31:33 +0100 Grundschule: Kinderschutzbund und GEW gegen unnötigen Kurswechsel https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/grundschule-kinderschutzbund-und-gew-gegen-unnoetigen-kurswechsel/ Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein und die GEW Schleswig-Holstein kritisieren gemeinsam die geplante Wiedereinführung von Notenzeugnissen und schriftlichen Schulübergangsempfehlungen in Klasse 4. KIEL -  Der Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein und die GEW Schleswig-Holstein kritisieren gemeinsam die geplanten Änderungen schulrechtlicher Verordnungen durch das Bildungsministerium, die als Umkehr der bisher geltenden Regelung Notenzeugnisse wieder als Normalfall deklarieren und schriftliche Schulübergangsempfehlungen in Klasse 4 erneut einführen sollen.

Ziffernnoten beeinträchtigen Leistungsmotivation
„Die Annahme, Kinder würden ohne Ziffernnoten nicht ausreichend lernen, ist längst überholt“, mahnt die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Irene Johns. „Im Gegenteil - Studien belegen, dass gerade in der Grundschule Ziffernnoten die Leistungsmotivation beeinträchtigen – und das nicht nur bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern. Sie verstärken Leistungsängste und verringern die Lernfreude“, bemängelt Johns das Vorhaben.

Geplante Veränderungen stören Schulfrieden
Astrid Henke, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW argumentiert: „Die geplanten Veränderungen stören den Schulfrieden. Alte, überflüssige und nur Kraft kostende Diskussionen brechen wieder auf. Wer individuelle Förderung und Inklusion ernst nimmt, darf die Schülerinnen und Schüler nicht über einen Kamm scheren. Das geschieht aber bei der Vergabe von Ziffernnoten. Individuelle Rückmeldungen und Förderhinweise eignen sich daher viel besser als Instrumente der Leistungsbewertung.“

Fachfremde Gesichtspunkte spielen Rolle bei Notenvergabe
Die Vorsitzende des DKSB-SH Irene Johns führt weiter aus, dass Ziffernnoten den nötigen Gütekriterien für Messverfahren oft nicht gerecht würden und empirische Erhebungen bewiesen, dass nicht selten fachfremde Gesichtspunkte, wie der Leistungsstand der Klasse, der Bildungs- und Migrationshintergrund und das Geschlecht, bei der Notenvergabe eine wichtige Rolle spielten.

Keine nachvollziehbare Begründung für schriftliche Empfehlungen
„Genauso gibt es keine nachvollziehbare Begründung für die Wiedereinführung von schriftlichen Empfehlungen zum Besuch der Schularten Gemeinschaftsschule oder  Gymnasium, auch wenn diese keine bindende Wirkung haben sollen“, moniert Irene Johns. „Die aktuelle Verordnung bietet Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, den für sie adäquaten Bildungsweg zu verfolgen. Eine schriftliche Schulübergangsempfehlung hingegen droht benachteiligten Kindern, den Zugang zu Gymnasien wieder zu erschweren – das wäre ein Rückschritt in Sachen Bildungsgerechtigkeit“, warnt Johns.

Beratungsgespräche reichen aus
Auch die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke hält die Wiedereinführung von schriftlichen Empfehlungen für einen falschen Weg. „Aus unserer Sicht reichen die bisherigen Beratungsgespräche von Lehrkräften, die den Bildungsweg der Kinder über vier Jahre begleitet haben, völlig aus. Studien belegen, dass trotz größter Gewissenhaftigkeit der Grundschullehrkräfte viele Schulartenempfehlungen daneben liegen. Bei gleicher Leistungsfähigkeit der Kinder, erhalten Kinder von studierten Eltern noch immer deutlich häufiger eine gute Empfehlung als Kinder von Eltern, die nicht studiert haben.“ 

Unnötiger Kurswechsel
Die beiden Landesvorsitzenden stimmen darin überein, dass sich die geplanten Änderungen der schulrechtlicher Verordnungen vor dem Hintergrund der erfreulichen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2015 und 2016 für Schleswig-Holstein nicht nachvollziehen ließen. Die geltenden Regelungen hätten sich als förderlich für die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler erwiesen. So eine insgesamt erfolgsversprechende Entwicklung sollte nicht durch erwiesenermaßen unnötige Kurswechsel gefährdet werden, so Johns und Henke.


Ansprechpartnerin für die Pressearbeit des Deutschen Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein e.V.
Mobil 0179-5975062
Mail  breuer(at)jokerpictures(dot)de

Ansprechpartner GEW: Bernd Schauer
0431-5195-1595
schauer(at)gew-sh(dot)de

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Bildungsbereiche Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Presse Schleswig-Holstein
news-13792 Tue, 20 Mar 2018 13:10:34 +0100 Warnstreiks: Auch Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst machen Druck https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/warnstreiks-auch-beschaeftigte-aus-dem-sozial-und-erziehungsdienst-machen-druck/ Geschlossen blieben heute viele Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt Kiel. Andere arbeiteten nur noch mit einer Notbesetzung. In Flensburg und Neumünster bot sich ein ähnliches Bild. GEW und verdi hatten die Beschäftigten von Bund und Kommunen zum Warnstreik aufgerufen, an dem sich auch die Beschäftigten aus dem Sozial- und Erziehungsdienst beteiligten.

In Kiel zogen rund 1.000 Streikende, darunter mehrere hundert Beschäftigte aus Kindertagesstätten, in einem Demonstrationszug vom Gewerkschaftshaus zum Rathaus. GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer zeigte sich mit der Resonanz mehr als zufrieden. „Das war ein Super-Auftakt. Die Beschäftigten haben an die Arbeitgeber das spürbare Signal gesendet, dass sie keine Lust mehr haben, bei den Einkommenssteigerungen hinter der Gesamtwirtschaft zurück zu bleiben“, sagte er am Rande der Demonstration.  

„Beim nächsten Mal werden wir noch eine Schippe drauf packen. Nur wenn der öffentliche Dienst bei den Einkommen mithält, wird es in Zukunft angesichts des Fachkräftemangels gelingen, gute und motivierte junge Leute für den öffentlichen Dienst zu finden. Auch das sollten die Arbeitgeber nicht vergessen.“ 

 

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Schulsozialarbeit Kita Gute Arbeit Tarif TVöD Presse Schleswig-Holstein
news-13765 Fri, 16 Mar 2018 10:49:02 +0100 GEW: A13 für alle Lehrkräfte! - Bildungsgewerkschaft zum Equal Pay Day https://www.gew-sh.de/presse/detailseite/neuigkeiten/gew-a13-fuer-alle-lehrkraefte-bildungsgewerkschaft-zum-equal-pay-day/ Die GEW macht mit Blick auf den Equal Pay Day am kommenden Sonntag weiter Druck. Sie will endlich für GrundschullehrerInnen auch in Schleswig-Holstein eine Bezahlung nach A13 (Beamte) bzw. nach E13 (Angestellte) erreichen. 216.000 € weniger
Bisher erhalten Lehrkräfte an Grundschulen eine Besoldungsgruppe weniger, was im Monat einen Unterschied von rund 450 € ausmacht. Auf die Lebensarbeitszeit bezogen summiert sich das auf einen Unterschied von etwa 216.000 €.

Andere Bundesländer machen es vor
„JA13 lautet unser Motto! Die Arbeit der Lehrkräfte an allen Schulformen ist gleichwertig. Das muss sich endlich auch in der Bezahlung widerspiegeln. Unverbindliche Ankündigungen wie von Finanzministerin Monika Heinold in dieser Woche reichen uns nicht. Wir erwarten die konkrete Einführung von A13 für Grundschullehrerinnen und –lehrer zum kommenden Schuljahr“, betonte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke  am Freitag in Kiel. Gerade ist bundesweit ein dritter Dominostein gefallen. Nach Berlin und Brandenburg will jetzt auch Sachsen die Grundschullehrkräfte nach A13 bezahlen.

Mittelbare Diskriminierung von Frauen
Astrid Henke stellte fest, dass die schlechtere Bezahlung an Grundschulen Frauen mittelbar diskriminiere. Der Frauenanteil an Grundschulen liege bei über 90 Prozent. „Das ist nicht mit unserer Verfassung zu vereinbaren. Mit dieser Diskriminierung muss endlich Schluss sein“, unterstrich die GEW-Landesvorsitzende. Von der frühen Kindheit bis zum Schulabschluss und darüber hinaus müsse in gute Bildung investiert werden. Nur so gelinge es, den Menschen bessere Lebens- und Arbeitsperspektiven zu eröffnen, ihnen Teilhabe zu ermöglichen und damit den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Gute Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche und gute Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen seien zwei Seiten einer Medaille.

Info:
Der Equal Pay Day am 18. März markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Das entspricht in Deutschland - bezogen auf alle Arbeitsplätze - einem Abstand von 21 Prozent oder 77 Tagen. Ziel des Equal Pay Day ist es, die Debatte über die Gründe der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen in Deutschland öffentlich zu diskutieren, zu sensibilisieren und Druck auf Arbeitgeber zu machen, damit sich die Lohnschere schließt.

 

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