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PhilologenverbandWer die AfD einlädt, muss mit Kritik rechnen

Die AfD vertritt rassistische Inhalte. Wer diese Partei zu sich einlädt, darf sich daher über Kritik nicht wundern. Ein Beitrag der schleswig-holsteinischen GEW-Landesvorsitzenden Astrid Henke.

29.11.2018 - Astrid Henke

Nachdem der Philologenverband ein kritisches GEW-Flugblatt zu seinem Umgang mit der AfD zum Anlass genommen hat, mit dem Thema an die Presse zu gehen, stellt die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke in diesem Beitrag einige Dinge klar.

Es geht der GEW nicht darum, den Philologenverband in die Nähe der AfD zu rücken. Unsere Kritik am Philologenverband bezieht sich vielmehr darauf, dass er die AfD durch sein Verhalten salonfähig macht, indem er die AfD wie jede andere Partei behandelt. Die AfD ist jedoch keine Partei wie jede andere! Sie vertritt eindeutig rassistische Inhalte, wie wir sie in unserem Flugblatt zitiert haben.

Der Philologenverband hat den AfD-Landtagsabgeordneten Dr. Frank Brodehl in jüngster Vergangenheit einmal um ein Grußwort gebeten und ihn dann wie Abgeordnete der anderen Landtagsparteien zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Hier nachzulesen:
https://phv-sh.de/2018/10/30/lehrerbildung-ist-ein-zentrales-anliegen-der-schulleiter-an-gymnasien
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https://phv-sh.de/wp-content/uploads/2018/05/2018_03_21-Gymnasium-heute-web.pdf

Herr Dr. Brodehl steht als AfD-Landtagsabgeordneter genauso für die von uns im Flugblatt zitierten üblen Inhalte der AfD wie die Herren Gauland und Höcke sowie Frau Weidel. Wer den Landtagsabgeordneten Dr. Brodehl zu einer Diskussion zur Lehrkräftebildung einlädt, dem muss klar sein, dass er den Landtagsabgeordneten einer rassistischen Partei einlädt. Und das übrigens auch noch genau zu dem Zeitpunkt, als die AFD in mehreren Bundesländern Denunziationsportale installierte, um kritische Lehrkräfte im Internet denunzieren zu lassen und einzuschüchtern.

Ein Blick in die Geschichte und in andere Länder reicht, um zu erkennen, dass nicht alle Parteien, die in Parlamente gewählt wurden, demokratische Werte vertraten oder vertreten. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu eine Verpflichtung für Gewerkschaften oder Lehrerorganisationen, Farbe zu bekennen. Auf keinen Fall sollten sie Parteien wie der AfD, die in ihren Äußerungen die Würde des Menschen immer wieder mit Füßen tritt, ein Forum zur Verbreitung ihrer politischen Ideen bieten.

Die GEW ist nicht neutral. Auch Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht neutral sein. Sie sind nämlich durch ihren Eid auf das Grundgesetz immer zur Parteinahme für Menschenrechte und Bürgerrechte verpflichtet.

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