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LehrkräftegewinnungVersteckspiel beim Lehrkräftemangel

Der Lehrkräftemangel bleibt ein gravierendes Problem. Im Gegensatz zur Bildungsministerin sieht die GEW, Schleswig-Holstein dabei keineswegs auf einem „sehr guten Weg“. Dafür brennen die Probleme den betroffenen Schulen viel zu sehr.

21.11.2019

„Die Bildungsministerin versucht immer noch den Lehrkräftemangel zu kaschieren. Hier eine Zahl und da eine Zahl. Aber immer nur die, die das Problem möglichst klein erscheinen lassen. Dummerweise verteilt sich der Mangel aber nicht gleichmäßig  über Schularten, Kreise und Fächer“, äußerte sich die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Donnerstag, 21. November 2019 in Kiel zur Pressekonferenz von Bildungsministerin Karin Prien. „Viele Schulen im Lande kriegen ihre Stellen nicht besetzt. Noch drastischer aber fällt ins Gewicht, dass immer mehr Schulen bei der Stellenbesetzung auf nicht-ausgebildete Lehrkräfte angewiesen sind. Es gibt zahlreiche Schulen, da ist jede vierte Lehrkraft nicht voll-ausgebildet!“ 

Unter dem Mangel an ausgebildeten Lehrkräften leidet nicht nur die Qualität des Unterrichts, kritisierte die Gewerkschafterin. Ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer würden überbeansprucht, weil sie ihre nicht-ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen über Gebühr unterstützen müssten. Die überfällige Entlastung seitens des Bildungsministeriums gebe es bisher immer noch nicht.

Um dem Lehrkräftemangel Herr zu werden, plädiert die GEW u.a. für eine Reduzierung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte sowie eine zügigere Einführung von A13 für Grundschullehrerinnen und –lehrer. Erforderlich sei aus ihrer Sicht auch eine Ausweitung von Weiterqualifizierungen von Lehrkräften für Mangelfächer. 

Lehrerinnen und Lehrer fehlen zunehmend an Grundschulen. Großer Mangel herrscht auch an Sonderschullehrerinnen und –lehrern sowie Berufsschullehrkräften. Besonders krass fallen die Probleme bei der Stellenbesetzung mit ausgebildeten Lehrkräften in den Kreisen Dithmarschen, Steinburg, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg aus.  

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 21.11.2019

 

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