GEW Schleswig-Holstein
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Priens Pläne fürs neue SchuljahrIm Großen und Ganzen trotz Mängeln nachvollziehbar

Auch das kommende Schuljahr wird im Zeichen von Corona stehen. Trotz erhoffter Rückkehr zur Normalität hat für die GEW daher die Gesundheit der Lehrkräfte auch nach den Ferien höchste Priorität.

23.06.2020

Die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes äußerte sich am Dienstag, 23. Juni 2020 in Kiel zur Pressekonferenz von Bildungsministerin Karin Prien: „Leider sind wir alle keine Hellseherinnen und Hellseher. Bleibt das Infektionsgeschehen in Schleswig-Holstein aber weiterhin so entspannt wie jetzt, halten wir die Vorschläge von Bildungsministerin Prien für das kommende Schuljahr trotz einiger gravierender Mängel für nachvollziehbar.“

Schutz von Risikogruppen
Auch im neuen Schuljahr stehe für die GEW die Gesundheit der Beschäftigten weiterhin obenan. Dazu gehöre auch der Schutz der Angehörigen von Risikogruppen, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität der betriebsärztlichen Begutachtung, so Katja Coordes. Allen Lehrkräften solle auf Wunsch die Möglichkeit eingeräumt werden, sich freiwillig auf Corona testen zu lassen.

Mehr Personal
Die jetzigen Erfahrungen zeigten darüber hinaus, dass es noch keine umsetzbaren Konzepte für Arbeitsschutzmaßnahmen an den Schulen gebe. Um die bestehenden Hygienebestimmungen an den Schulen umsetzen zu können, bedürfe es der Einstellung von mehr Personal. Sonst ließen sich die Arbeitszeitregelungen nicht einhalten.

Klare Regelungen für „hybriden“ Unterricht
Klugerweise werde bereits jetzt der mögliche nächste Ernstfall vorbereitet, also eine Mischform aus Präsenzunterricht und Fernunterricht, sagte Katja Coordes. Für diesen „hybriden“ Unterricht müssten klare Regelungen getroffen werden. Dazu gehörten dann auch Bestimmungen, „dass Lehrkräfte nicht rund um die Uhr erreichbar sein müssen“. Für deren Belastungen gebe es schließlich Grenzen.

Lehrkräfte keine Hygienebeauftragten
Keine Zustimmung findet bei der stellvertretenden GEW-Landesvorsitzenden der Plan der Bildungsministerin, an jeder Schule einen Lehrer oder eine Lehrerin zu Hygienebeauftragten zu machen. „Lehrerinnen und Lehrer machen im Schulalltag schon vieles. Aber Hygienebeauftragte oder Hygienebeauftragter ist nun wirklich nicht ihr Job.“ Es sei eindeutig Aufgabe der Schulträger, sich in Abstimmung mit den Schulen um ein umsetzbares Hygienekonzept zu kümmern.

GEW-Vorschläge aufgegriffen
„Gut finden wir es natürlich, dass die Bildungsministerin die GEW-Vorschläge für besondere Fördermaßnahmen nach den Ferien aufgegriffen hat. Besondere Förderstunden und die Einrichtung von Lernräumen sind ein guter Weg, um unterrichtliche Defizite bei den Schülerinnen und Schülern auszugleichen“, zeigte sich Katja Coordes in diesem Punkt zufrieden. Sollten die finanziellen Mittel nicht ausreichen, müsse nachgebessert werden.

 

 

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