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Offener Brief an die Uni FlensburgTrotz Bachelor: An der Uni Flensburg gibt es fast nur Mindestlohn

Das Bündnis "TVStud" setzt sich seit dem Frühjahr bundesweit für bessere Arbeitsbedingungen von studentischen Beschäftigten an Hochschulen ein. Die regionale Gruppe "TVStud Schleswig-Holstein" hat nun einen offenen Brief an die Kanzlerin der Europa Universität Flensburg verfasst, weil der Stundenlohn in Flensburg besonders niedrig ist.

23.06.2021

Das TVStud Bündnis Schleswig-Holstein nimmt die Erhöhung des Mindestlohns zum Anlass um die unzureichende Bezahlung von studentischen Beschäftigten in Schleswig-Holstein und insbesondere an der Europa Universität Flensburg deutlich zu kritisieren.  

„Am 1. Juli steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 9,60€ pro Stunde – und damit auch der nach Mindestlohn bezahlte Stundenlohn der studentischen Hilfskräfte an der Europa-Universität Flensburg (EUF). Die wissenschaftlichen Hilfskräfte – diejenigen mit Bachelorabschluss – erhalten, nachdem es für sie seit Jahren keine Lohnanpassung gab, als Anerkennung ihres ersten Hochschulabschlusses ganze 2 Cent pro Stunde zusätzlich. Damit bildet die nördlichste Universität Deutschlands bundesweit das Schlusslicht in der Bezahlung ihrer Studentischen Beschäftigten.“, heißt es in dem offenen Brief. Das sei nicht zuletzt deshalb problematisch, da die schlechte Bezahlung einen Karrierestart in der Wissenschaft für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen beinahe unmöglich macht, sondern auch weil der Großteil der studentischen Beschäftigten viel dazu beigetragen hat, dass die Hochschule während der Corona-Pandemie den Lehrbetrieb aufrechterhalten konnte. Die Autor*innen fordern von der Universität ihrem eigenen Leitbild auch in Hinblick auf die eigenen (studentischen) Beschäftigten nachzukommen. In dem Leitbild heißt es: „Wir wollen Horizonte öffnen. [...] Wir arbeiten, lehren und forschen Grenzen überwindend: Für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Vielfalt, in Bildung, Schule und Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft, Kultur und Umwelt.“

Den vollständigen Brief finden Sie auf dieser Seite als PDF-Datei zum Download. 

In der Initiative TVStud Schleswig-Holstein organisieren sich Hilfskräfte und Tutor*innen aus Flensburg, Kiel und Lübeck. Für die über 3.700 Studentischen Beschäftigten im Land fordern sie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und deren tarifliche Absicherung. Dabei werden sie von der GEW unterstützt. Die Forderungen des Bündnisses und eine Petition dazu können unter www.tvstud.de eingesehen werden.