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Tarifrunde: PädagogInnen legten Arbeit nieder

Gut eine Woche vor der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Ländern und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben in Schleswig-Holstein am Mittwoch, 8. Februar 2017 gut 100 Pädagoginnen und Pädagogen die Arbeit niedergelegt.

15.02.2017

Gut eine Woche vor der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Ländern und  Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben in Schleswig-Holstein am Mittwoch, 8. Februar 2017 gut 100 Pädagoginnen und Pädagogen die Arbeit niedergelegt. Sie folgten damit einem Warnstreik-Aufruf der Bildungsgewerkschaft GEW. Das Forderungspaket der Gewerkschaften umfasst im Volumen sechs Prozent.

Demo mit 500 Beschäftigten
„Die Steuern sprudeln. Auch die Kassen Schleswig-Holsteins sind nicht mehr leer. Wann, wenn nicht jetzt, sollten unsere berechtigten Forderungen erfüllt werden? Die Arbeitgeber müssen endlich ein ordentliches Verhandlungsangebot auf den Tisch packen“, verlangte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke auf einer Kundgebung auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz. An der vorangegangenen gemeinsamen Demonstration der Gewerkschaften GEW, GdP und ver.di hatten gut 500 Beschäftigte teilgenommen.

Pädagogische Berufe müssen attraktiv bleiben
„Wer gute Bildung will, muss Pädagoginnen und Pädagogen gut bezahlen. Das gilt für die Lehrerinnen und Lehrer an Schulen genauso wie für die pädagogischen Fachkräfte in den Förderzentren oder die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten des Studentenwerks oder die Beschäftigten an den Hochschulen. Um diese Berufe attraktiv zu halten, brauchen wir die Einführung einer Entwicklungsstufe 6 in die Entgelttabelle des Tarifvertrags“, so die Gewerkschafterin. Beispielsweise werde es immer schwieriger, den Bedarf an Lehrkräften mit ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern zu decken. 

Sozialpädagogische Beschäftigte beim Studentenwerk aufwerten
Auch die sozialpädagogischen Beschäftigten beim Studentenwerk sowie im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) des Landes dürften beim Einkommen nicht weiterhin abgehängt bleiben, forderte Astrid Henke. Zurzeit verdienten sie erheblich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen bei Städten und Gemeinden. „Damit muss Schluss sein! Ihr Einkommen muss auf das Niveau der Beschäftigten bei Bund und Kommunen angehoben werden.“

Pädagogische Fachkräfte an Förderzentren endlich angemessen bezahlen
Erneut machte sich die GEW-Landesvorsitzende auch für eine bessere Bezahlung der pädagogischen Fachkräfte an Förderzentren stark: „Diese Kolleginnen und Kollegen erfüllen seit Jahren größtenteils Aufgaben von Sonderpädagoginnen und –pädagogen. Ihre Bezahlung fällt aber deutlich schlechter aus. Es wird höchste Zeit, dass das Land Schleswig-Holstein sie angemessen bezahlt.“

Kleinere Streikaktionen gab es in Schleswig-Holstein auch vor Schulen in Itzehoe und Neumünster.

Die Kernforderungen der GEW und der anderen Gewerkschaften im Überblick:

  • Sechs Prozent Gesamtforderung
  • Darin enthalten: Stufe 6 für Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie eine soziale Komponente
  • Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst
  • Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten
  • Eindämmen des Befristungsunwesens, insbesondere in der Wissenschaf
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