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Feine Sahne FischfiletRechten Drohungen nicht nachgeben - "Wildes Herz" schnell zeigen

Sicherheit von SchülerInnen muss Vorrang haben. Trotzdem ist die Absage einer Filmvorführung bei der SchulKinoWoche nach rechtsextremistischen Drohungen ein schlimmes Signal.

15.11.2018 - Bernd Schauer

Im Rahmen der SchulKinoWoche sollte der Film Wildes Herz in Bad Schwartau gezeigt werden. In dem Film wird die Politpunkband Feine Sahne Fischfilet portraitiert. Regie führte der bekannte Schauspieler Charly Hübner. Massive Drohungen aus der rechtsextremen Ecke haben nun für eine vorläufige Absage der Kinovorführung gesorgt.

Der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien ist uneingeschränkt zuzustimmen, wenn sie sagt: „Es ist nicht hinnehmbar, dass eine pluralistische Gesellschaft vor extremistischen Drohungen in die Knie geht und sich in ihren Freiheiten beschneiden lässt.“ Das sollte sie so im Kabinett auch noch einmal ihrem Kollegen Innenminister sagen, der für die innere Sicherheit verantwortlich ist.

Denn für mich stellt sich die Frage: Sollte es in einem freiheitlichen Rechtsstaat nicht eine Selbstverständlichkeit sein, dass dieser Staat in der Lage ist, eine Kinovorführung zu schützen? Gibt es für solche Fälle nicht die Polizei? Für jedes Drittliga-Spiel beim Fußball steht sie doch auch zur Verfügung. Oder bei der Kieler Woche. Oder bei GEW-Demonstrationen. Oder in Tausender-Stärke gar, um Demonstranten aus dem Hambacher Forst zu vertreiben. Lassen sich da nicht genügend PolizistInnen und vielleicht auch noch ein Spürhund abzweigen, um eine sichere Kino-Vorstellung zu gewährleisten? Der Film muss so schnell wie möglich in einer sicheren Umgebung für die SchülerInnen gezeigt werden.

Eine üble Rolle spielt übrigens wieder einmal auch die AfD. Über Facebook hat sie massiv gegen die Kinovorführung gehetzt.

Foto: Sven Mandel, cc-Lizenz

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