GEW Schleswig-Holstein
Du bist hier:

HonorarkräfteHonorarerhöhung an Förde-Vhs gutes Signal in schwieriger Zeit

Mehr Geld gibt es ab September 2020 für Lehrkräfte an der Fördevolkshochschule Kiel. Honorare, die bisher bei 20 Euro pro Kursstunde lagen, werden auf 27 Euro erhöht. Hinzu kommt die Perspektive auf weitere schrittweise Erhöhungen. Selbstständige Lehrkräfte, die hauptberuflich an der Förde-Vhs unterrichten, erhalten zukünftig Zuschüsse auf ihr Honorar, und zwar in Höhe von 9,6 Prozent zur gesetzlichen Rentenversicherung und 6,6 Prozent für die Krankenversicherung.

14.05.2020

„Das kann sich sehen lassen. Der Beschluss der Kieler Ratsversammlung ist ein gutes Signal in schwieriger Zeit. Dafür haben wir uns lange eingesetzt. Die Honorarerhöhung war aber auch wirklich überfällig. Seit sage und schreibe 20 Jahren wurden die Honorare nicht mehr erhöht. Andere Volkshochschulen im Lande sollten sich an dieser Erhöhung ein Beispiel  nehmen“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Donnerstag, 14. Mai 2020 in Kiel. Er gab darüber hinaus seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Stadt Kiel die soloselbstständigen Lehrkräfte an der Vhs in der Corona-Krise nicht fallen lasse  und deren Honorarausfall ausgleiche.

Der Gewerkschafter verwies auf die hohe fachliche und pädagogische Qualifikation der Lehrkräfte. Diese müsse sich auch in ihrer Bezahlung wiederspiegeln. Von guter Bezahlung seien die Lehrkräfte jedoch trotz der Erhöhung noch weit entfernt, so Bernd Schauer. Gemessen an dem Tarifabschluss in der arbeitsmarktorientierten Weiterbildung klaffe bei den Honoraren noch eine beträchtliche Lücke.  Rechne man diesen um, ergäbe sich ein Honorar von 38 Euro. Für die Soloselbständigen hätte sich der GEW-Landesgeschäftsführer ein Ausfallhonorar bei Krankheit gewünscht. „Wie ungesichert der soziale Status dieser Gruppe ist, zeigt die aktuelle Corona-Krise. Die soloselbständigen Lehrkräfte fallen leider völlig durch das Raster der Soforthilfen.“ 

Grundsätzlich fordert die GEW für hauptberuflich beschäftigte Honorarkräfte, die überwiegend in dauerhaft angebotenen Lehrgängen unterrichten, unbefristete Festanstellungen. Bernd Schauer: „Es ist nicht zu erklären, warum Lehrkräfte, die in Schulabschlusslehrgängen oder in den von der Bundesregierung beauftragten Sprachmaßnahmen für Geflüchtete und Migranten staatliche Aufgaben erfüllen, als Selbstständige beschäftigt werden. Sie genießen keinen Kündigungsschutz. Von Semester zu Semester müssen sie auf einen neuen Vertrag warten. Im Krankheitsfall sind sie ohne Verdienst. Das ist völlig neben der Spur!“ Bund und Land müssten hier mehr Geld zur Verfügung stellen.

 

 

Zurück