GEW Schleswig-Holstein
Sie sind hier:

GEW-Kritik am Landesrechnungshof: Oberstufen wichtig

Die GEW weist die pauschale Kritik an den Oberstufen der Gemeinschaftsschulen scharf zurück. Ein vielfältiges Bildungsangebot schafft mehr Bildungsgerechtigkeit in Schleswig-Holstein.

12.06.2018

Oberstufen an Gemeinschaftsschulen unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten und abzulehnen, wird der komplexen und regional sehr unterschiedlichen Situation in der Schleswig-Holsteinischen Bildungslandschaft ganz und gar nicht gerecht. „Eine zukunftsfähige Bildungspolitik lässt sich nicht mit dem kleinen Einmaleins ausrechnen. Nur vielfältige Bildungsangebote sichern Zukunftschancen für alle Schülerinnen und Schüler.“, sagte dazu GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke.

Schaut man nach Kiel, Stormarn oder Flensburg dann sieht man, dass die Anzahl der SchülerInnen mit Abitur in diesen Regionen mit dem höchsten Angebot an Oberstufen an Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen deutlich höher ist als in den Regionen, in denen es ein geringeres Angebot gibt oder nur den Weg über Gymnasien und berufsbildende Schulen gibt.

Ein gutes Bildungsangebot ist deshalb auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und darf nicht finanziellen Gesichtspunkten untergeordnet werden. „Warum sollen nicht die jungen Menschen gemeinsam mit ihren Eltern selbst entscheiden, ob sie eine gute Ausbildungsstelle annehmen oder die allgemeine Hochschulreife erwerben wollen, um ihre Allgemeinbildung oder ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern?“, führte Henke aus.

Die Existenz kleiner Oberstufen ist  dabei nicht nur ein Thema für Gemeinschaftsschulen – es gibt sie genauso an Gymnasien. Um in Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte ein gutes und umfangreiches Oberstufenangebot machen zu können, solle nach Meinung der GEW deshalb über die Bildung von Oberstufenzentren diskutiert werden. Natürlich kann es nicht das Ziel sein, dass jede Gemeinschaftsschule eine eigene Oberstufe hat, aber aus Sicht der GEW muss an klarer geregelt werden, wo Schülerinnen und Schüler ihren Bildungsweg fortsetzen können.

Zurück