GEW Schleswig-Holstein
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Öffnungsplan für KitasGEW: Gesundheit der Erzieherinnen für Landesregierung nachrangig

Scharfe Kritik übt die GEW am Plan der Landesregierung zur Öffnung der Kitas in Schleswig-Holstein: „Zu früh, zu schnell, zu große Gruppen und auf Kosten der Gesundheit der ErzieherInnen.“

06.05.2020

Auf scharfe Kritik stößt bei der Bildungsgewerkschaft GEW der heute vorgestellte Plan der Landesregierung zur Öffnung der Kitas in Schleswig-Holstein. „Zu früh, zu schnell, zu große Gruppen und auf Kosten der Gesundheit der Erzieherinnen“, fasste die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 6. Mai 2020 in Kiel ihre Kritik zusammen.

Sie sprach sich für eine langsame und vorsichtige Öffnung aus. „Fünf Kinder pro Gruppe sind grundsätzlich genug. Mit jedem Kind steigt das Ansteckungsrisiko für die Beschäftigten. Schließlich können kleine Kinder keine Abstände einhalten. Sie brauchen Nähe und Zuwendung. Sie sind oft impulsiv und müssen auch einmal getröstet werden. Da lässt sich körperliche Nähe gar nicht vermeiden. Deshalb ist eine Gruppengröße von zehn Kinder viel zu groß.“

In Richtung Politik richtete die GEW-Landesvorsitzende klare Worte: „In der politischen Diskussion kommt die Gesundheit der Erzieherinnen viel zu kurz. Die einen denken an die Kinder, die anderen an die Eltern in Homeoffice, wieder andere an die Wirtschaft: Bloß an die Gesundheit der Erzieherinnen scheint niemand zu denken.“
Die GEW-Landesvorsitzende forderte die Landesregierung auf, den Einsatz von Angehörigen aus Risikogruppen sowie von Beschäftigten im Alter von über 60 Jahren im Gruppendienst zu untersagen. Auch Beschäftigte, die mit einer Person aus der Risikogruppe in einem Haushalt leben, sollten vom Gruppendienst freigestellt werden. Träger sollten den Kitas neben Handschuhen und Desinfektionsmittel auch ausreichend Schutzmasken zur Verfügung stellen. 

Astrid Henke unterstrich,  wie wichtig es sei, Kindern die Erziehung, Bildung und Betreuung in den Kindertagesstätten wieder zu ermöglichen. Aber trotz bildungspolitischer und sozialer Notwendigkeiten müsse bei einer weiteren Öffnung der Kitas die Gesundheit oberste Priorität besitzen.

 

Verantwortlich: Bernd Schauer, 06.05.2020