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GEW erringt Honorarerhöhung

Endlich geschafft! Nach vielen Gesprächen und Verhandlungen mit der Kieler Kommunalpolitik erhalten die Lehrkräfte in allen Deutsch-als-Fremdsprache-Kursen (kurz: DaF-Kurse) der Förde-VHS 35 Euro pro Unterrichtsstunde.

09.02.2017 - Webredaktion

Die Honorarerhöhung gilt ab März 2017.

Ein Honorar in dieser Höhe gab es bisher nur in den vom Bund finanzierten Integrationskursen. Die Lehrkräfte für den Deutschunterricht in den kommunal verantworteten Kursen bekamen nur 20 oder 23 Euro.

„Wir freuen uns über dieses Happy End. Gemeinsam mit dem für die Volkshochschule zuständigen Stadtrat Wolfgang Röttgers (SPD) haben wir eine gute Lösung gefunden. Für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen ist die Angleichung der Honorare ein Riesenfortschritt. Ein Honorar von 35 Euro pro Unterrichtsstunde entspricht schon eher der Qualität der von den DaF-Lehrerinnen und –Lehrern geleisteten Arbeit. Dieser Erfolg ist Ansporn, sich auch anderenorts für höhere Honorare einzusetzen“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am Donnerstag, 9. Februar 2017 in Kiel.

Josef Mikschl, Vorsitzender der GEW-Fachgruppe Weiterbildung ergänzte: „Geholfen hat uns in der Argumentation sicherlich der besondere Stellenwert dieser Kurse für die Integration der Zuwanderinnen und Zuwanderer.  Auch die hohe, überwiegend akademische Qualifikation der Lehrkräfte dürfte eine Rolle gespielt haben, um die Stadt zu einem Einlenken zu bewegen. Nicht zuletzt hat zum Erfolg sicher auch die Tatsache beigetragen, dass die Mehrheit der rund 30 betroffenen Lehrkräfte in der GEW organsiert ist.“

Unter Dach und Fach ist ebenso eine Regelung für die Abgeltung des Urlaubsanspruchs. Lehrkräfte, die ihr Einkommen überwiegend aus ihrer Tätigkeit an der VHS beziehen, besitzen als „arbeitnehmerähnliche Selbständige“ einen Rechtsanspruch auf Urlaub. „Die Landeshauptstadt Kiel ist uns auch entgegengekommen. Wir haben gemeinsam eine pragmatische und arbeitnehmerfreundliche Lösung gefunden. Sie ist nun für alle Lehrkräfte der VHS verbindlich, soweit sie „arbeitnehmerähnlich“ arbeiten“, erläuterte Josef Mikschl. Auch in Flensburg konnte die GEW im Grundsatz eine finanzielle Abgeltung des Urlaubsanspruchs für die VHS-Lehrkräfte durchsetzen. Streit gibt es mit der Stadt aber noch darüber, wie weit der Anspruch zurückreicht.

Für die beiden GEW-Vertreter ist die Verständigung mit der Landeshauptstadt Kiel „ein Meilenstein“. Sie machten aber darauf aufmerksam, dass aus ihrer Sicht die Honorare auch in den anderen Bereichen der Förde-VHS  - und in den Volkshochschulen generell – erhöht werden müssten. Sie entsprächen nämlich nicht der Qualifikation der Lehrkräfte und den Anforderungen. Eine Ursache dafür liege in der viel zu geringen Finanzierung der Volkshochschulen durch das Land. Im Ländervergleich stehe Schleswig-Holstein an letzter Stelle. „Die Landesregierung muss mehr tun, um die rote Laterne endlich los zu werden!“

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