GEW Schleswig-Holstein
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KindertagesstättenGesundheit zuerst

Immer mehr Eltern, aber auch die Politik drängen auf eine stärkere Öffnung der Kitas. Die GEW kann sich das nur unter der Voraussetzung vorstellen, dass die Gesundheit von sozialpädagogischen Fachkräften und Kindern nicht vergessen wird.

27.04.2020

Konkret fordert die GEW eine Begrenzung der Gruppengröße auf maximal fünf Kinder sowie ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen (z.B. durch Masken, Handschuhe etc.).

„Bei der Diskussion um die Ausweitung der Notbetreuung oder gar eine generelle Öffnung der Kitas darf die Gesundheit der Beschäftigten nicht auf der Strecke bleiben. Dabei ist uns durchaus bewusst, dass gerade in diesen Zeiten Betreuung und Bildung in der Kita für Kinder besonders wichtig sind. Für viele ist es beispielsweise die einzige Chance, um überhaupt soziale Kontakte mit anderen Kindern haben zu können. Trotzdem ist niemandem damit gedient, wenn die Kitas sich zu Virenschleudern entwickeln und Personal und Kinder nach und nach erkranken“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag, 27. April 2020 in Kiel. Schließlich sei medizinisch noch nicht geklärt, dass Kinder nicht zur Verbreitung vom Virus beitragen.

Kleine Kinder ließen sich nun einmal nicht auf Distanz halten. Sie bräuchten Nähe und Zuwendung. Ab und zu müssten sie auch einmal auf den Arm genommen werden, erläuterte Astrid Henke, was die Aufgabe in den Kitas in diesen Corona-Zeiten so anspruchsvoll mache.  „Gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Gruppen sehr klein sind. Wir halten in dieser extremen Situation fünf Kinder pro Gruppe bzw. Raum für angemessen. Je mehr Kinder pro Gruppe desto stärker steigt das gesundheitliche Risiko für alle Beteiligten.“

Wenn es nach Abwägung der gesundheitlichen Risiken zu einer schrittweisen Öffnung der Kitas kommen sollte, müssten aus Sicht der GEW in den einzelnen Kitas gute Lösungen gefunden werden. „Hier ist dann auch Kreativität gefragt. Wenn es personell machbar ist, spricht zum Beispiel nichts gegen die Verlagerung von Angeboten nach draußen“, regte Astrid Henke an. Stärkere Berücksichtigung müssten dann die Bedürfnisse derjenigen Kinder finden, die sich in einer schwierigen sozialen Situation lebten oder einen besonderen Förderbedarf hätten.