GEW Schleswig-Holstein
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VolkshochschulenFinanzierung endlich auf eine tragfähige Basis stellen!

Die wichtige Arbeit der Volkshochschulen muss ausfinanziert werden. Seit Jahrzehnten sinkt der Anteil des Landes an deren Gesamtfinanzierung kontinuierlich, während die Anteile der Teilnahmegebühren und der kommunalen Zuschüsse steigen.

16.10.2020

Deshalb unterstütze die GEW den aktuellen Antrag des SSW „Tragfähige Förderstrukturen für die Volkshochschulen“ an den schleswig-holsteinischen Landtag. Grundsätzlich fordere die GEW eine Anhebung der Landesfinanzierung auf eine Höhe von einem Prozent der Bildungsgesamtausgaben um den gestiegenen Anforderungen an die Weiterbildung zu entsprechen.

Für einen ersten Schritt in diese Richtung fordere die GEW Schleswig-Holstein eine Erhöhung der Finanzierung der Volkshochschulen auf den Durchschnitt der Länderausgaben. Pro Erwachsenen wäre dies eine Erhöhung von 0,92 auf 2,21 Euro.  „Volkshochschulen brauchen dringend eine Verbesserung ihrer Infrastruktur und Ausstattung auf ein modernes Niveau. Das betrifft nicht allein die digitale Ausstattung, sondern auch Investitionen in Gebäude, Räume und moderne Lehrmittel sowie in eine angemessene Vergütung ihrer Referentinnen und Referenten,“ kommentierte GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag in Kiel den Antrag des SSW. „Die Volkshochschulen müssen endlich in die Lage versetzt werden ihre Kursleitenden und ihre Lehrkräfte angemessen zu bezahlen. Wir fordern ein Mindesthonorar von 38 Euro.“

Volkshochschulen sind Orte, die Menschen unabhängig ihrer Herkunft zusammenbringen. Mit ihren Kursen zur Alphabetisierung und Grundbildung, zum Erwerb der deutschen Sprache, zum Fremdsprachenerwerb, zur beruflichen, kulturellen und politischen Bildung sichern die Volkshochschulen nicht nur das für unsere Gesellschaft und die Wirtschaft notwendige Niveau von Bildung und Qualifikation, sondern auch den sozialen Zusammenhalt.

Die GEW prangert seit Jahrzehnten die Unterfinanzierung der Volkshochschulen an. Ein von der GEW in Auftrag gegebenes bundesweites Gutachten wies bereits im Jahr 2014  insbesondere für Schleswig–Holstein ein skandalöses Ergebnis aus. Im Vergleich der Bundesländer lag Schleswig-Holstein auf dem letzten Platz. Daran hat sich bis heute wenig geändert.