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Equal Pay Day - A13 auch für Grundschullehrerinnen

Mit Blick auf den morgigen Equal Pay Day mahnt die GEW an: „Von der nächsten Landesregierung, egal welcher Couleur, erwarten wir einen Plan, wie bis zum Jahr 2019 die gleiche Besoldung umgesetzt wird und alle Lehrkräfte nach A13/E13 bezahlt werden“

17.03.2017 - Webredaktion

Die gleiche Bezahlung für alle Lehrerinnen und Lehrer hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf den Equal Pay Day am morgigen Sonnabend angemahnt. „Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit ist an den Schulen überfällig. Die Diskriminierung von Grundschullehrerinnen muss ein Ende haben. Von der nächsten Landesregierung, egal welcher Couleur, erwarten wir einen Plan, wie bis zum Jahr 2019 die gleiche Besoldung umgesetzt wird und alle Lehrkräfte nach A13 (Angestellte nach E13) bezahlt werden“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Freitag, 17. März 2017 in Kiel. Wenn in einer „Pleitestadt“ wie Berlin eine gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte möglich sei, müsse dies auch in Schleswig-Holstein machbar sein.

An Grundschulen unterrichten in Schleswig-Holstein zu 91 Prozent Frauen. Sie verdienen Monat für Monat deutlich weniger Geld (rund 400 Euro) als ihre Kolleginnen und Kollegen an anderen Schulformen. Rechtsgutachten bestätigen, dass die schlechtere Besoldung an Grundschulen Frauen mittelbar diskriminiere und damit gegen das Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes verstoße.

Unter dem Motto „JA13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ fordert die GEW bundesweit, eine Aufwertung des Berufs. Die GEW in Schleswig-Holstein hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Aktionen und Demonstrationen versucht, die Landesregierung zu einer gleichen Besoldung zu bewegen. Bisher ohne Erfolg.

Sachliche Gründe für die ungleiche Bezahlung gibt es keine. Vielmehr bestätigt auch hier ein juristisches Gutachten die Fragwürdigkeit der gegenwärtigen Praxis. Die Tätigkeiten von Grundschullehrkräften sind – bei allen Unterschieden nach dem Alter der Kinder oder den Schulfächern und Schulformen – gleichwertig. Dies umso mehr, weil mittlerweile alle Lehrkräfte in den drei Nordländern eine gleichwertige und auch gleichlange wissenschaftliche Ausbildung haben. Auch beim Vorbereitungsdienst gibt es keine Unterschiede.

„Lehrkräfte an Grundschulen leisten wertvolle Arbeit. Sie legen den Grundstein für die Entwicklung aller Kinder. Ohne ihre engagierte Arbeit führt zum Beispiel kein Weg zum Abitur. Das sollten die politisch Verantwortlichen im Lande einmal bedenken“, sagte Astrid Henke.

Eine Aufwertung des Berufs sei auch wegen des stärker werdenden Fachkräftemangels an Grundschulen dringend erforderlich. „Schon heute fehlen, speziell im Hamburger Umland, qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer. Der wachsende Anteil von Lehrkräften, der an Grundschulen unterrichtet, obwohl er über keine entsprechende Ausbildung verfügt, ist besorgniserregend“, fügte sie hinzu. Um den Beruf attraktiver zu machen, bedürfe es einer gerechteren und besseren Bezahlung, aber auch einer niedrigeren Unterrichtsverpflichtung“, unterstrich die Gewerkschafterin.

Info: Der Equal Pay Day (EPD) ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Er macht auf die geschlechtsspezifische Entgeltlücke aufmerksam. Rechnerisch entspricht die Entgeltdifferenz in Deutschland von 21 Prozent einem Zeitraum von 77 Kalendertagen im Jahr. Symbolisch fällt der EPD diesmal auf den 18. März. Das heißt: Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen bei einem angenommenen gleichen Stundenlohn umsonst, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Alle weiteren Infos finden Sie im Netz unter: www.equalpayday.de

 

Foto: BPW_Frankurt_012_Inga_Haar
Für die Nutzung des Fotos bedanken wir uns recht herzlich beim Forum Equal Pay Day..

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