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DGB startet Initiative Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!

Der DGB und seine Gewerkschaften brandmarken die zu­neh­men­de Ge­walt ge­gen Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Be­reich. In Kiel enthüllten GewerkschafterInnen ein Riesen-Transparent an der Fassade des Gewerkschaftshauses.

19.02.2020

Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor wurden in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen. Das belegt eine DGB-Studie. Unter dem Motto „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!“ macht der DGB nun bundesweit mobil. In Kiel hängten GewerkschafterInnen am Mittwoch, 19. Februar 2020 ein überdimensionales Transparent aus den Fenstern des Gewerkschaftshauses. Ziele der Initiative ist es eine Einstellungsänderung hin zu mehr Respekt und Verständnis anzustoßen

Frank Hornschu, Vorsitzender des DGB Kiel Region  (auf dem unteren Foto zweiter von rechts) sagte dazu: „Viele Beschäftigte im Dienst der Gesellschaft fühlen sich im Berufsalltag nicht mehr sicher. Vor dem Hintergrund der steigenden Respektlosigkeit und der Übergriffe auf Beschäftigte haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften jetzt diese Initiative gestartet. Wir wollen deutlich machen, was die Beschäftigten des öffentlichen Sektors täglich für die Gesellschaft leisten – und was sie im Gegenzug erfahren.“

Die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes (auf dem unteren Foto links) begrüßte die DGB-Initiative: „Uns Lehrerinnen und Lehrern wird zunehmend mit weniger Respekt begegnet, und zwar nicht nur von Schülerinnen und Schülern, sondern auch von Eltern. Respektlosigkeiten, Grenzüberschreitungen und Eindringen in die Privatsphäre nehmen zu. Sexistische und vulgäre Beleidigungen sind leider keine Seltenheit.“

Genauso wie ihr DGB-Kollege sprach sie sich dafür aus, dass Arbeitgeber, Dienstherren und letztendlich die politischen EntscheidungsträgerInnen stärker ihrer Verantwortung für die Beschäftigten nachkommen müssten. Was die Schulen betrifft, plädierte sie für eine stärkere Vermittlung von Werten und sozialen Kompetenzen. Dafür bräuchten die Schulen allerdings viel mehr Zeit.  

2018 erreichte die Zahl von Angriffen auf Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte einen neuen Negativrekord. Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn haben sich in wenigen Jahren fast verdreifacht. Auch Rettungskräfte, Feuerwehrleute oder Beschäftigte in Ordnungsämtern, öffentlichen Verkehrsbetrieben, Entsorgungsunternehmen, Jobcentern und anderen Behörden sind betroffen, ebenso Lehrerinnen und Lehrer. Sie werden zunehmend angepöbelt, attackiert, bedroht und beleidigt. Die Statistik und auch die täglichen Erfahrungen der Beschäftigten sprechen eine deutliche Sprache: Gewalt ist für die, auf die sich unsere Gesellschaft tagtäglich stützt, Alltag geworden.