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Befristungsursachen zu erklären reicht nicht

Oft enden befristete Verträge im Schuldienst direkt vor den Sommerferien. Schon seit Jahren weist die GEW darauf hin, was auch zu einer spürbaren Verbesserung geführt hat. Nun sind die Zahlen aber wieder stark angestiegen. Warum?

22.09.2016 - Webredaktion

Das Dilemma ist nicht neu. Wenn die KollegInnen in die Ferien fahren, werden die Betroffenen in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Von Bildungsministerin Britta Ernst gab es dazu in der Landtagsdebatte am 21.09.2016 keine überzeugende Antwort. Anstatt die allseits bekannten Befristungsursachen erneut zu erklären, sollte sie lieber den Tatsachen ins Auge sehen. Sie sollte sich damit beschäftigen, welche Personen mit welcher Qualifikation zurzeit befristet in den Schuldienst eingestellt werden. Vielfach können befristete Stellen nicht mehr mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden, sodass man zwar von Unterrichtsversorgung, nicht aber in jedem Fall von qualitätsvoller Unterrichtsversorgung sprechen kann.

Vielfach werden nicht-ausgebildete Lehrkräfte sowie Senior-Lehrkräfte im DaZ-Bereich eingesetzt. Da stellt sich die Frage, ob die Landesregierung davon ausgeht, dass das Thema DaZ sich bald erledigt haben könnte – woran aber ERNSThaft nicht zu denken ist. Alle Schulen und Klassen profitieren von Kontinuität. Befristete Einstellungen von Nicht-Lehrkräften, die befristete Einstellung von Unterstützungslehrkräften und die Weiterbeschäftigung von Senior-Lehrkräften sind keine langfristigen Lösungen, um den Bedarf an gut ausgebildeten Lehrkräften in allen Schularten zu decken. Das sind Notmaßnahmen. Die Landesregierung muss sich schnell auf den Weg machen und nach Lösungen suchen, damit gut ausgebildetes oder wenigstens gut qualifiziertes Personal in den Schulen tätig ist.

 

Katja Coordes

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