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Landtagswahl 2022

Gute Bildung für einen gerechten Norden!

Am 8. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Es ist höchste Zeit für eine Kurskorrektur in Sachen Bildung! Wir brauchen gute Bildung für alle. Soziale Herkunft darf nicht länger über Bildungschancen entscheiden.

Die neue Landesregierung muss Bildungseinrichtungen endlich besser ausstatten. Egal, ob Kita, Schule, Hochschule oder in der Weiterbildung, Bildung ist in Schleswig-Holstein chronisch unterfinanziert. Das muss sich ändern! Die pädagogischen Fachkräfte müssen jetzt unterstützt und entlastet werden! 

Kita-Gesetz nachbessern

In Kitas brauchen wir mehr Zeit für Erzieher*innen und sozialpädagogische Fachkräfte. Die Gruppen müssen kleiner werden und der Betreuungsschlüssel verbessert werden. Frühkindliche Pädagogik ist der Schlüssel zu guter Bildung. Damit kein Kind verloren geht, brauchen unsere Kolleg*innen in den Kindertagesstätten mehr Zeit, um die Kinder zu fördern. Derzeit aber, werden Verfügungszeiten auf Grundlage des neuen Kita-Gesetzes vielerorts zusammengestrichen. Wir sagen: Das Kita-Gesetz muss dringend nachgebessert werden!

Lehrkräfte entlasten

In den Schulen ist der außerunterrichtliche Anteil der Arbeitszeit schon vor Corona massiv gestiegen. Pflichtstunden runter, Entlastung rauf! Das war schon unsere Forderung, bevor durch die Corona-Krise die Herausforderungen nochmal massiv gestiegen sind. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen Entlastung für Klassenlehrkräfte, für Korrekturzeiten, aber auch für Elternarbeit usw. Und wir müssen dringend die multiprofessionellen Teams in Schulen ausbauen und mehr Zeit für Kooperation geben.

Jugendhilfe und Schulsozialarbeit stärken

In der Jugendhilfe und der Schulsozialarbeit sind durch die Folgen der Corona-Krise die Anforderungen nochmal massiv gestiegen. Wir müssen darüber sprechen, was die Corona-Pandemie für psychische Folgen für Kinder und Jugendliche hat und wie wir ihnen helfen können. Und vor allem müssen wir diejenigen stärken, die sich um die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in Schule und Gesellschaft kümmern. Gerade wegen der Folgen durch die Pandemie muss uns Soziale Arbeit mehr Wert sein. Wir müssen die Arbeit der Jugendämter stärken. Wir müssen die Schulsozialarbeit ausbauen und in ihrer eigenständigen Profession weiterentwickeln.

Arbeitsbedingungen für Beschäftigte an Hochschulen und in Weiterbildung verbessern

In den Hochschulen hangeln sich viele Beschäftigte von Befristung zu Befristung – auf Teilzeitstellen, bei denen erwartet wird, dass Vollzeit gearbeitet wird. Wir brauchen dringend eine bessere Grundausstattung der Hochschulen und bessere Arbeitsbedingungen. Und natürlich müssen auch die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte für besondere Aufgaben dringend verbessert werden. Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte dürfen nicht länger von dem Tarifvertrag ausgenommen werden.

In der Weiter- und Erwachsenenbildung müssen sozialversicherungspflichtige und unbefristete Beschäftigungsverhältnisse endlich zum Standard werden. Und zur Bildungsgerechtigkeit gehört auch, dass Kurse für Menschen mit geringen Einkommen bezahlbar gemacht werden.

Gute Bildung für Alle

Soziale Herkunft darf nicht länger über Bildungschancen entscheiden. Das bedeutet auch, dass Schulen und Kitas mit besonderen Herausforderungen deutlich besser ausgestattet werden müssen. Wir brauchen eine sozialindexorientierte Steuerung der Ressourcen für Kitas und Schulen.

Und Bildung muss endlich gebührenfrei gemacht und eine umfassende Lernmittelfreiheit garantiert werden.

Die Inklusion braucht deutlich mehr Ressourcen, der Ganztag muss gut ausgestattet und die Gemeinschaftsschulen stärker gefördert werden. Die Liste der GEW-Forderungen ließe sich jetzt noch deutlich länger ausführen.

Gemeinsam für gute Bildung und gute Arbeit

Die GEW wird in den kommenden Wochen und Monaten alle ihre Forderungen in den Landtagswahlkampf einbringen. Und das ist dringend nötig. Denn Bildung wird dafür entscheidend sein, wie wir gesellschaftlich mit den kurz-, mittel- und langfristigen Folgen der Pandemie klar kommen werden.

Schaut man nun auf die ersten Wahlprogramme der Parteien, so sucht man aber viele der oben genannten Themen vergeblich. Bildung scheint als Thema bei den Parteien nicht oben auf der Liste zu stehen. Das darf nicht sein! Deshalb ist es unsere gemeinsame Aufgabe als Beschäftigte in den Bildungseinrichtungen  Druck zu machen.

Wir brauchen mehr denn je gute Bildung für Schleswig-Holstein. Gute Bildung gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen. Und gute Bildung geht auch nicht ohne Fachkräfte. Die fehlen sowohl in Kitas als auch in Schulen. Nur mit besseren Arbeitsbedingungen werden sich genügend junge Leute für Kitas und Schulen finden lassen. Das muss losgehen. Jetzt!

Kontakt
GEW Landesverband Schleswig-Holstein
Adresse Legienstr. 22
24103 Kiel
Web:  www.gew-sh.de
Telefon:  0431 5195150