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5 vor 12: In den Kindertagesstätten gibt es nichts zu sparen

Neumünster – Auch an der Evangelischen Kindertagesstätte in Neumünster-Gadeland prangt seit Montag, 10.5.10 ein Banner „Kürzt den Kindern nicht die Zukunft. Uns reicht’s!“. Unter diesem Motto macht landesweit ein Bündnis aus Eltern, Wohlfahrtsverbänden, dem Verband evangelischer Kindertagesstätten, Gewerkschaften sowie weiteren Organisationen gegen Kürzungspläne der schwarz-gelben Landesregierung mobil. An der Enthüllung des Banners um „5 vor 12“ nahmen u.a. auch der Neumünsteraner Propst Block sowie Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), teil.

„In Sonntagsreden beschwören Politikerinnen und Politiker immer wieder die große Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die weitere Entwicklung der Kinder. Am Montag werden dann die notwendigen Mittel für gute Arbeit in den Kindertagesstätten zusammengestrichen. So geht es nicht weiter“, sagte Bernd Schauer. Die Banner-Enthüllung sei nur ein Anfang. Eine Postkartenaktion werde folgen, um die Landesregierung von ihrem verhängnisvollen Kurs abzubringen. Am 19. Mai sollen die gesammelten Postkarten Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug übergeben werden. Der ursprüngliche Adressat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen habe angeblich keine Zeit. „Der gibt zwar landauf, landab den netten Landes(groß)vater, wenn er über Volksfeste tingelt. Wenn es um die Bedingungen in den Kitas und die Entwicklungschancen unserer Kinder geht, hat er keine Zeit.“

Konkret fordert das Bündnis: Keine Streichung des beitragsfreien Kitajahres, sondern Entlastung der Familien. Keine Verschlechterung der Kita-Standards, sondern gleiche Chancen für alle Kinder. Keine weitere Kürzung von Landesmitteln, sondern auskömmliche Finanzierung der Kitas. Weil es ohne gute Fachkräfte nicht geht, Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Schon jetzt seien die Kita-Gruppen zu groß, so der GEW-Landesgeschäftsführer. Eine Absenkung der Standards hieße noch größere Gruppen mit weniger Fachkräften. Die Erzieherinnen hätten dann noch mehr Stress und noch weniger Zeit, sich um jedes einzelne Kind zu kümmern. Das überlaste die Erzieherinnen und gefährde den Bildungsauftrag.

Nicht gelten lässt Bernd Schauer den Einwand vom fehlenden Geld in der Landeskasse: „Die Zukunft unserer Kinder wird zusammengekürzt, während die Landesregierung gleichzeitig der HSH Nordbank Milliarden gibt und im Bundesrat Steuergeschenken für Hoteliers und reiche Erben zustimmt.“ Deutschland brauche insgesamt mehr Geld für Bildung. Notfalls müsse man sich das zum Beispiel durch höhere Erbschafts- und Vermögenssteuern holen.



Verantwortlich: Bernd Schauer, 10.5.2010
Bei Nachfragen auch: 0174-1622326





Bernd Schauer
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