GEW Schleswig-Holstein

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Schleswig-Holstein
23. Mai 2012

Beschlüsse der neuen Koalition setzen bei GEW keine Glückshormone frei

Kita Forderungen

Kiel –. „Was die drei Parteien hier vorlegen, setzt bei uns nicht gerade Glückshormone frei“, bewertete Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch, 23. Mai 2012 in Kiel die ersten bildungspolischen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen. „Zwar ist für einen Verdurstenden ein halbvolles Glas Wasser besser als ein leeres. Trotzdem bleibt es dabei: Alle durch den Schülerrückgang frei werdenden Mittel müssen im Bildungsbereich verbleiben. Nur dann bestehen zum Beispiel Chancen auf kleinere Klassen in Schulen, kleinere Gruppen in Kitas, weniger Arbeitsbelastungen für die Beschäftigten, bessere Bedingungen für Inklusion, Ausbau der Schulsozialarbeit und bessere Studienbedingungen.“

Mehr als skeptisch beurteilte der GEW-Landesvorsitzende die Absicht der Koalitionäre, mit dem Gegenwert von nur 700 Lehrerstellen für spürbare Verbesserungen an Kitas, Schulen und Hochschulen zu sorgen. „Das reicht doch hinten und vorne nicht! Da muss die neue Koalition nachbessern, wenn sie ihre ehrgeizigen Ziele erreichen will.“

Als „absoluten Pluspunkt“ bezeichnete Matthias Heidn hingegen den Plan, die Streichung von 300 Lehrerstellen zum kommenden Schuljahr möglichst umgehend einzukassieren. „Das hilft sofort und bietet jungen Lehrerinnen und Lehrern eine Perspektive.“

Auch andere Beschlüsse der künftigen Koalition stoßen bei der GEW auf Zufriedenheit. Die Wiedereinführung der Förder- und Differenzierungsstunden an Gemeinschaftsschulen sei prima, meinte der Gewerkschafter, ebenso die geplante Umwandlung der Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen. Hier gelte es jedoch den Erhalt kleiner Standorte auf dem Lande vernünftig zu regeln. Gegen die Absicht, langfristig einen „Schulfrieden“ in Schleswig-Holstein anzustreben, sei auch nichts einzuwenden, solange das nicht auf eine Festschreibung des bestehenden Schulgesetzes hinauslaufe. Auch wenn die GEW nach wie vor für G-8 an Gymnasien und G-9 an Gemeinschaftsschule eintrete, sehe er im Fortbestehen von maximal 15 G-9 Gymnasien kein gravierendes Problem. Negativ falle dagegen auf, dass von der Schaffung von zusätzlichen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen bisher nicht ausdrücklich die Rede sei.

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